Melchiorshauser Wehr muss sich neben Lob auch Kritik an Personalbestand im aktiven Dienst und im Nachwuchs anhören

Jahresversammlung mit mahnenden Untertönen

Folkard Wittrock, Ina Pundsack-Bleith, Bernd Scharringhausen (v.l.) und Rainer Zottmann (r.) mit den Geehrten, Beförderten und Gewählten (v.l.) Holger Günnemann, Thorsten Jacob, Nicole Jacob, Torsten von Niesewand, Tobias Lehmkuhl und Stefan Rottmann. - Foto: Büntemeyer

Melchiorshausen - Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Melchiorshausen wurden Ortsbrandmeister Torsten von Niesewand und sein Stellvertreter Thorsten Jacob ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt. „Wir haben für die Zukunft einiges auf dem Zettel und werden das gemeinsam angehen“, sagte Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen am Freitag im Gasthaus Waldkater und gratulierte dem wiedergewählten Ortskommando. Bestätigt wurde auch Festausschussmitglied Tobias Lehmkuhl, der seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit Nicole Jacob die Logistik im Gemeindelager der Weyher Feuerwehren im neuen Leester Gerätehaus in Angelse ehrenamtlich leitet.

Die Herbststürme haben nach Aussage von Ortsbrandmeister von Niesewand auch in der Melchiorshauser Wehr Spuren hinterlassen: Im Gegensatz zu 2016, als elf Einsätze gefahren wurden, standen für die 36 Aktiven der Ortsfeuerwehr 2017 gleich 34 Einsätze im Dienstbuch, darunter allein 21 technische Hilfeleistungen.

Dafür gab es viel Lob von der Ersten Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith. Sie dankte für „großes ehrenamtliches Engagement in einem bewegten Jahr“. Die Gemeinde habe viel Geld für ihre Feuerwehren ausgegeben und werde das auch in Zukunft tun, versprach sie. Den Mitgliedern wünschte sie Erfolg und viele kreative Ideen bei der Nachwuchswerbung.

Damit bezog sie sich auf die Hinweise von Gemeindebrandmeister Bernd Scharringhausen und dessen Stellvertreter Folkard Wittrock. Es werde alles dafür getan, in Weyhe alle sieben Feuerwehrstandorte zu erhalten, denn mit deren Auflösung gingen auch Traditionen verloren. Aber die Statistik gebe Anlass zu Zweifeln, ob alle als Aktive geführten Mitglieder auch wirklich aktiv sind. „Stehen sie im Ernstfall auch wirklich zur Verfügung?“, fragte Wittrock. Es sei Ehrlichkeit gefragt, denn jeder Aktive verursache auch Kosten, die von der Gemeinde zwar großzügig, aber sicher nicht unnötig getragen werden, so Scharringhausen.

Ähnlich argumentierte auch der Vorsitzende des Ausschusses für Ordnung und Soziales, Rainer Zottmann: „Wir haben eine professionell aufgestellte Feuerwehr in Melchiorshausen“, lobte er und fügte hinzu: „Ihr müsst dafür kämpfen, dass es so bleibt.“ Als besonders in der gegenwärtigen Situation vorbildlich bezeichnete Zottmann die Haltung der Melchiorshauser Familie Rump, die während des Sturmeinsatzes die Aktiven spontan zum Aufwärmen und Bockwurstessen eingeladen hatte.

Der Debatte um weitere Mitgliederwerbung war der Bericht des Jugendfeuerwehrwartes Philipp Derda vorausgegangen, der nach dem Übertritt eines Jugendlichen in den aktiven Dienst jetzt nur noch vier Mitglieder in der Jugendfeuerwehr betreut und Dienste gemeinsam mit den Jugendlichen aus Erichshof und Leeste anbieten muss. Darunter habe auch die Dienstbeteiligung gelitten, meldete er. Derda lobte Ann-Sophie Schumacher, die an 79 Prozent aller Dienste teilgenommen hatte und die beste Dienstbeteiligung aufwies. Ganz unwidersprochen wollte der stellvertretende Ortsbrandmeister Thorsten Jacob den Hinweis auf die wenigen Mitglieder in der Jugendfeuer nicht hinnehmen. Er vermisse den Bau von Wohnungen in Melchiorshausen. „In anderen Ortsteilen werden Wohngebiete, in Melchiorshausen dagegen vor allem Gewerbeansiedlungen ausgewiesen“, kritisierte er. - bt

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