Christoph Peper hält Zubringerstraße für leistungsfähig

Hermes-Depot: Investor soll Straßenausbau selbst zahlen

+
Das Hermes-Zentrallager bekommt keine eigene Zuwegung über die Rieder Straße. Der Lieferverkehr erfolgt über die Seewendung (hinter der Biogas-Anlage).

Seewendung heißt die Gemeindestraße in Sudweyhe, über die in wenigen Monaten der gesamte Verkehr des neuen Hermes-Hochleistungsdepots abgewickelt werden soll. Die Zuwegung für das Grundstück in der zweiten Reihe ist seit Jahren asphaltiert. Doch der Gemeinde reicht das offenbar nicht aus.

Sudweyhe - Die Straße soll ausgebaut werden – auf Kosten des Investors, sagt Bauamtsleiter Steffen Nadrowski auf Anfrage. Das schmeckt dem Investor Peper & Söhne nicht. Das macht der geschäftsführende Gesellschafter Christoph Peper im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. Christoph Peper hält das Gebot der Gemeinde, eine bestehende Straße auszubauen und zusätzlich für einen Anschluss an die Landesstraße zu sorgen, die Schwarme und Martfeld mit Bremen verbindet, für reine „Kapitalverschwendung“.

Hermes-Investor: Gemeindestraße ist leistungsfähig

Der Weg sei befestigt und es sei genügend Platz für den Begegnungsverkehr, so der Investor und wundert sich. Für ihn sei die Gemeindestraße – so wie sie jetzt ist – leistungsfähig. 

Die Seewendung verbindet die Rieder Straße (Landesstraße) mit dem Grundstücken der ehemaligen Ziegelei. Dort liegen die Areale, auf denen sich eine Biogasanlage und eine Klärschlammtrocknungsanlage befinden. Davon zweigt ein Stichweg zum Zentrallager ab, über den die Autos der rund 100 Beschäftigten sowie die Fahrzeuge des Lieferverkehrs rollen sollen.

Die asphaltierte Straße Seewendung ist im Hintergrund zu sehen.

Hermes hat mitgeteilt, dass es über den gesamten Tag verteilt 70 Verkehrsbewegungen geben wird, davon etwa die Hälfte durch elektrisch betriebene Fahrzeuge“, so Steffen Nadrowski.

Depot in Sudweyhe: Hermes-Anlieferung überwiegend nachts

„Während die Anlieferung der Pakete überwiegend nachts erfolgt, erfolgt die Zustellung überwiegend tagsüber.“ Diese Zahl wertet Investor Christoph Peper anders. Er relativiert die Anzahl der Fahrzeugbewegungen und vergleicht sie mit denen des Ziegeleibetriebs. 

Damals seien 20 Lastwagen auf den Hof gefahren und hätten ihn auch wieder verlassen – in einer Schicht. Die Fahrzeugbewegungen von Hermes würden nicht geballt, sondern verteilt auf 24 Stunden erfolgen.

Hermes in Weyhe: Investor will keinen Ärger

Der Investor wolle jedoch keinen Ärger. Deshalb habe sein Unternehmen – wie Christoph Peper berichtet – einem Erschließungsvertrag mit der Gemeinde zugestimmt. Peper sieht auch Vorteile an diesem Vorgehen. Würde die Gemeinde den Weg selbst bauen, würde es teurer und dauere länger. Peper & Söhne hingegen werde in Kürze ein geeignetes Unternehmen beauftragen, das diese Straße nach den Vorstellungen der Gemeinde bauen kann. 

„Wir haben aus dem Weyher Rathaus ein entsprechendes Lastenheft erhalten“, so Peper. Der Investor könne sich selbst eine Firma aussuchen und müsse die Leistungen nicht ausschreiben. Der Geschäftsführer glaubt, dass aus diesem Grund die neue Straße erheblich schneller fertiggestellt wird. Ein Fachbüro erarbeite derzeit die Detailplanung, ergänzt Peper. Allerdings müsse die Politik diese Pläne noch formal beschließen.

Schon gelesen? Paketboom in Deutschland geht weiter

Hermes: Lager soll im Herbst in Betrieb gehen

Der Unternehmer hofft, dass der Straßenausbau im Frühjahr beginnt, denn „das Lager soll im Herbst in Betrieb“ gehen. Ursprünglich wollte seine Firma direkt an die Landesstraße herangehen. Aber die zuständigen Behörden hätten abgewinkt.

Pepers Einschätzung teilen auch andere Anlieger, sagt Hans-Heinrich Meier. Der Eigentümer der ehemaligen Ziegelei hatte sein Grundstück mehrfach geteilt. Er ist seit Kurzem nicht mehr selbst Anlieger. Meier hat das verbleibende rund 8 000 Quadratmeter große Areal an der Seewendung, das zwischen der Klärschlammtrocknungsanlage und der Landesstraße liegt, einem Automobilzulieferer verkauft. Das Unternehmen beliefert laut Meier unter anderem das Mercedes-Werk in Bremen.

Laut Meier stünden zum Thema Erschließung Gespräche mit der Gemeinde an, bei denen er den Anliegern zur Seite stehen will. Meier führt an, dass es einen asphaltierten Begegnungsstreifen gegeben hatte, der aber aufgenommen worden ist, um Leitungen in die Erde zu legen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Trump: Türkei verkündet dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien

Trump: Türkei verkündet dauerhafte Waffenruhe in Nordsyrien

Schnuffi - verzweifelt gesucht

Schnuffi - verzweifelt gesucht

Tui setzt auf eigene Hotels und Ausflüge

Tui setzt auf eigene Hotels und Ausflüge

Der Fassmacher vom Burgenlandkreis

Der Fassmacher vom Burgenlandkreis

Meistgelesene Artikel

19-Jährige will Klimaschutz-Bewegung in Barnstorf gründen

19-Jährige will Klimaschutz-Bewegung in Barnstorf gründen

Geballte gute Laune der Majestäten und Gefolge

Geballte gute Laune der Majestäten und Gefolge

Hunderte Landwirte aus dem Kreis Diepholz auf den Straßen: „Die haben uns unterschätzt“

Hunderte Landwirte aus dem Kreis Diepholz auf den Straßen: „Die haben uns unterschätzt“

Wahl-Diskussion in Weyhe: Vier Bewerber wollen Nachfolger von Bovenschulte werden

Wahl-Diskussion in Weyhe: Vier Bewerber wollen Nachfolger von Bovenschulte werden

Kommentare