Intercitys stoppen in der Wesergemeinde / Bahnazubi ehrenamtlicher Helfer

Kirchweyhe als Bremer Ersatzhalt für Fernzüge

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In Kirchweyhe steht Marcel Alexander Marquardt (mit roter Weste) den Fahrgästen des Eurocitys aus Zürich hilfreich zur Seite.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Nicht in Bremen, sondern in Kirchweyhe haben am Dienstagabend zahlreiche Fernverkehrszüge auf dem Weg etwa von Zürich nach Hamburg gehalten. Der Weyher Mittelbahnsteig hat die Herausforderung als Ersatzbahnhof für den Hauptbahnhof der Hansestadt dem Vernehmen einiger Fahrgäste nach sehr gut gemeistert. Hilfreich zur Seite stand Marcel Alexander Marquardt, der bei der Bahn eine Ausbildung zum Fahrdienstleiter absolviert.

Der 18-jährige aus Lahausen war auf dem Weg von der Berufsschule nach Hause, als er von dem Unwetter und den Folgen gehört hatte. Ein umgestürzter Baum lag in Findorff auf den Gleisen und blockierte einen Metronom-Zug. Die Folge: Bis zum Betriebsschluss brachte dieses Ereignis den gesamten Fernverkehr in Bremen zum Erliegen. Die Bahn schickte die Fernzüge, die wegen des GdL-Streiks überhaupt fuhren, an Bremen vorbei. Eine Abzweigung hinter der Weser-Brücke, die üblicherweise der private Fernzug HKX und die Güterzüge auf dem Weg Richtung Rotenburg nehmen, machte dies möglich. Wer also in die Hansestadt wollte, musste in Kirchweyhe aussteigen und auf die nächste Regionalbahn warten. Das galt auch für Reisende in umgekehrter Richtung.

Der Azubi hatte sich seine rote DB-Warnweste angezogen. „Das ist die einzige Berufskleidung, die ich bekommen habe“, sagte er. Und Marquardt versorgte zahlreiche Fahrgäste mit Tipps und Informationen. „In solch einer Situation zu helfen, ist doch Ehrensache“, fand der Weyher, der seinen Job liebt und dafür auch lebt, wie er sagte.

Der Bahner sorgte trotz GdL-Streiks und ausgefallenen Zügen für lächelnde Gesichter. Einige Fahrgäste sprachen ihn an und nahmen das private Hilfsangebot an. Der Azubi erklärte beispielsweise geduldig, dass die nächste Bahn ein paar Minuten später die Gruppe zum Hauptbahnhof bringe und noch genügend Zeit sei, um im Bahnhofsgebäude im Kiosk der Weyher einen Kaffee zu trinken. Außerdem empfahl er den Reisenden, sich im Internet zu informieren und fürs Handy die DB-Navigator-App herunterzuladen. „Wer die aktuelle Situation wissen will, sollte dazu den entsprechenden Haken nicht vergessen“, ergänzte eine Bahn-Sprecherin aus Hamburg, die das Engagement des jungen Mannes lobte.

Zwar fielen am Abend einige Regionalexpress-Fahrten aus, doch die Nordwestbahn nahm schließlich die Fernreisenden mit.

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