Blühfläche am Böttchers Moor angelegt

„Insektenparadies“ aus Visselhövede nach Weyhe importiert

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Mathias Hausmann (l.) mit Besuchern in einer Blühfläche, die im Rahmen des Projekts „BienenBlütenReich“ angelegt wurde.

Weyhe - Es sind nur relativ kleine Flächen in Weyhe, auf denen Mathias Hausmann in diesem Frühjahr Wildblumen ausgesät hat. Am Freitag stellte er auf dem Naturerfahrungsgelände des Naturschutzbundes (Nabu) am Böttchers Moor das Ergebnis seiner Bemühungen vor, es waren allerdings nur vier Zuhörer erschienen.

„Aber wir stehen ja auch erst am Anfang“, nahm der Martfelder die geringe Resonanz ganz gelassen hin und freute sich, dass auch Thomas Brugger, Vorsitzender des Nabu Weyhe, sich später noch dazu gesellte.

Nahe der Nabu-Station liegt eine etwa 900 Quadratmeter große Fläche, die bis vor einem Jahr total verkrautet war. Das ist sie zwar immer noch, aber die darauf wachsenden Kräuter sind ökologisch wertvoller als das bisher dort wachsende saure Gras und der Ampfer.

Melde musste vernichtet werden

Im Frühjahr wurde die Fläche gemulcht, gefräst und gepflügt. Danach blieb sie eine Zeitlang brach liegen, so dass vor allem die Melde zu keimen und zu wachsen begann. Diese aggressive Pflanze hätte die später keimenden Pflanzen überwuchert und nicht zur Entfaltung kommen lassen. Also wurde die Melde in einem weiteren Arbeitsgang vernichtet, ehe die Blühmischung „Visselhöveder Insektenparadies“ auf der Fläche verteilt und eingearbeitet wurde.

Diese Blumenmischung wurde so zusammengestellt, dass zwischen Juni und dem Herbst ständig irgendeine Blumenart blüht.

Die Besucher konnten sich davon überzeugen, dass der Senf schon fast ausgeblüht ist und Schoten angesetzt hat, während die Sonnenblumen erst in den nächsten Tagen ihre prächtigen Blütenstände öffnen. Buchweizen, Facelia und Borretsch sorgen gegenwärtig mit ihren Blüten für Farbtupfer. Natürlich haben sich auch die hier schon immer beheimateten Kräuter wie Melde, Beifuß und vor allem Ampfer nicht völlig verdrängen lassen.

Gemeinsames Konzept von Landwirten, Jägerschaft, Nabu und Bürgern denkbar

Entscheidend für die Gemeinde Weyhe, die das Projekt begleitet und die Flächen bereitstellt, ist die Antwort auf die Frage, ob wirklich ein „Insektenparadies“ geschaffen wurde. Das ist gelungen: Über dem Blühstreifen surrte und summte es: Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und andere Insekten sowie mehrere Schmetterlingsarten flogen von Blüte zu Blüte.

Dieser Erfolg weckt Appetit auf mehr. Nach Aussage von Thomas Brugger sucht der Nabu in Weyhe weitere Brachflächen, die in ein- oder zweijährige Blühstreifen umgewandelt werden könnten. Außerdem hieß es, auch Landwirte hätten bereits freiwillig an einigen von ihnen bewirtschafteten Flächen Blühstreifen angelegt. Es sei daher zu überlegen, ob man nicht Landwirte, Jägerschaft, Nabu und alle interessierten Bürger zu einem Gespräch einladen sollte, um ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, meinte Brugger. An der Gesprächsrunde sollten auch die Imker beteiligt werden, deren Bienen sich in den Blühstreifen ernähren. Die Tiere finden aber oft zu wenig Vorrat für den Winter.

bt

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