Heiko Janßen wird Naturgarten- und Insektenbeauftragter der Gemeinde Weyhe

Den Steingärten den Kampf ansagen

Unterstützen Heiko Janßen bei seinem neuen Ehrenamt: Der Umweltbeauftragte Ulf Panten (Mitte) sowie Bürgermeister Frank Seidel (rechts).
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Unterstützen Heiko Janßen bei seinem neuen Ehrenamt: Der Umweltbeauftragte Ulf Panten (Mitte) sowie Bürgermeister Frank Seidel (rechts).

Weyhe – Er sagt den Schottergärten den Kampf an: Heiko Janßen aus Melchiorshausen. Der 78-Jährige wird Naturgarten- und Insektenbeauftragter in Weyhe. Die Gemeinde bekommt mit dem ehemaligen Bremer Biologie- und Geografielehrer einen Ansprechpartner in Sachen Gartengestaltung, der 78-Jährige ein neues Ehrenamt. Denn der Melchiorshauser ist seit mehreren Jahren als Wespenbeauftragter des Naturschutzbundes in der Wesergemeinde unterwegs.

Für Heiko Janßen bedeutet eine kluge Gartengestaltung Arterhaltung: Gartenfreunde können viel richtig, aber auch viel falsch machen. Mit ihm habe die Gemeinde jemanden gefunden, der die Weyher bei der Einrichtung von naturnahen Gärten unterstützen kann. Ziel sei es, Flächen insektenfreundlich zu gestalten.

Wer also Tipps und Anregungen benötigt, etwas Gutes für die Natur zu tun, aber nicht genau weiß, wie er es anstellen soll, könne sich jederzeit an ihn wenden. Den Kontakt stellt die Gemeinde her.

Der Weyher gibt auch Einblicke in seinen eigenen Garten, in dem viele heimische Pflanzen blühen und Insekten Unterschlupf finden. Janßen leitet zum Beispiel das Regenwasser in Teiche. In seinen Gewässern schwimmen Seerosen, die wiederum von vielen Insekten angeflogen werden.

Seit Jahren hat der Naturfreund eine Mission: Menschen zu motivieren, die Umwelt zu schützen. Er erklärt auch, weshalb ihm diese Mission so wichtig sei. Er sei nämlich vor seinem Lehramtsstudium zur See gefahren. In der Welt habe er zu viele Orte gesehen, an denen die Natur zerstört worden sei, sagt er. Deshalb habe er sich seit den 1980er-Jahren aktiv dem Naturschutz verschrieben.

Seit 1974 lebt Heiko Janßen in Weyhe. Da Ökologie zu seinen Studienschwerpunkten gezählt hat, habe er Studium und privates Interesse miteinander verbunden.

Bürgermeister Frank Seidel und der Umweltbeauftragte Ulf Panten freuen sich, mit Heiko Janßen einen engagierten Mitstreiter für Blumen- und Kräuterwiesen gefunden zu haben. „Das Amt ist nicht befristet“, so Seidel. Er hofft, dass es in Weyher Gärten künftig mehr Grün und weniger Steine geben wird. Seidel und Panten wünschen sich, Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Für die Zukunft werden in neuen Bebauungsplänen Schottergärten grundsätzlich verboten.

Wer daheim eine Blühwiese anliegen möchte, kann sich zum Beispiel am Saatgut bedienen, das die Gemeinde derzeit kostenlos verteilt. Sollte es anspruchsvoller werden, könnte jeder Weyher bei der Planung und Gestaltung seines eigenen Gartens Heiko Janßen hinzuziehen. Es gehe dabei nicht um kleinere Flächen, die zehn Quadratmeter groß sind. Janßen will insbesondere denen helfen, die Areale anlegen wollen, die 100 Quadratmeter und größer seien.

Heiko Janßen sagt, dass in Naturgärten kein Gift hineingehört. „Gifte können auch auf Menschen wirken, Nervenschäden bewirken oder Allergien auslösen.“ Manche Garteninhaber sollten ihre Scheu vor Insekten aufgeben. „Insekten stechen von sich aus überhaupt nicht, es sei denn, man fuchtelt vor ihnen herum.“

Von Sigi Schritt

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