KGS Leeste eine von fünf Schulen in Deutschland

Wissenschaftspilotprojekt: Innovationen aus Schülerhand

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Schüler der KGS Leeste entwickeln eine Stundenplan-App fürs Handy, die zahlreiche Extrafunktionen beinhaltet.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Was bewegt Schüler wie Malin Uhlhorn, Jonas Marx und Steven Backhaus Pausenzeiten zu ignorieren, um in ihrer kleinen Gruppe an einer speziellen App fürs Handy zu arbeiten? Die 16-Jährigen tüfteln intensiv an einem Programm für Apple- und Android-Smartphones, das den Schulalltag organisieren soll – erste Seiten laufen schon auf einem Gerät.

Wie sieht der Stundenplan aus, welche Materialien werden benötigt, welche Hausaufgaben müssen gemacht, welche Fristen gilt es einzuhalten? Eine Antwort auf diese Fragen, so erklären es die Oberstufenschüler, soll später „ihr Produkt“ geben. Lehrer wie Schüler hätten etwas davon – ein Pädagoge könnte in dieser App beispielsweise angeben, welche Materialien Schüler mitbringen sollen.

Neben dem Trio nehmen insgesamt 15 Sechst- bis Elftklässler am Pilotprojekt der gemeinnützigen Gesellschaft „Wissenschaft im Dialog“ (WID) teil. „Die KGS Leeste ist eine von insgesamt fünf Schulen in Deutschland, die wir ausgesucht haben, damit Schüler Gelegenheit bekommen, Innovationen entwickeln“, sagt Projektleiterin Elena Lührs.

Drei Mentoren zur Unterstützung

Zur Unterstützung hat die Gesellschaft drei Mentoren mitgebracht: Der 19-jährige Luai Malek studiert bereits im vierten Semester Mechatronik und Informatik in Karlsruhe. Stefan Bieliauskas (25) ist an der Hochschule Bremen für „Komplexe Software-Systeme“ eingeschrieben, und Marthe Trottnow (29) studierte integriertes Design an der Hochschule Bremen und arbeitet als Freiberuflerin. Die Experten coachen die Schüler bei der Umsetzung ihrer Ideen. Es geht beispielsweise um eine Computer-Ladestation für Tische, einen Vokabeltrainer und um einen Ausweis, der es Schülern ermöglichen soll, sowohl in der Mensa das Essen zu bezahlen als auch einen Spint zu öffnen.

Nach einem Ideenfindungsprozess hatten die Schüler bis zur Präsentation anderthalb Tage Zeit, um an ihrer Idee zu feilen, erklärt Elena Lührs. Sie lobt das Extra-Engagement der Jugendlichen – schließlich müssten sie den regulären Unterricht nachholen, erklärt sie, sofern einige Stunden nicht grundsätzlich wegen der mündlichen Abiturprüfungen ausgefallen sind.

Keine Kosten für Schüler und Schule

Kosten für Schüler und Schule entstehen nicht, sagt Projektleiterin Lührs. Denn die Klaus-Tschira-Stiftung aus Heidelberg, die ein Mitbegründer des Unternehmens SAP gegründet hatte, fördere das Projekt. Es gehe dieser Stiftung wie auch der WID-Gesellschaft mit Sitz in Berlin darum, neue Formate zu entwickeln, um der Bevölkerung Forschungsthemen näherzubringen. „Hinter uns stehen alle großen deutschen Wissenschaftsorganisationen“, so Lührs.

Die KGS sieht dieses Projekt als Auftakt, um nach den Sommerferien mit den Lehrern Wiebke Vogelsang und Alexander Rust einen Profilkurs zum Fach Informatik anzubieten, sagt Wolfram Boberski, Didaktischer Leiter der Schule.

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