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Drei-Sterne-Plus-Inklusionshotel möglich

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Von: Sigi Schritt

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Diese Ackerfläche soll zu einem Wohnquartier mit Hotel und Gewerbeimmobilien umgewandelt werden.
Diese Ackerfläche soll zu einem Wohnquartier mit Hotel und Gewerbeimmobilien umgewandelt werden. © Sigi Schritt

Dem Bau eines Inklusionshotels in der Nähe des Marktplatzes in Kirchweyhe ist die Gemeinde Weyhe am Dienstagabend ein Stück näher gekommen.

Weyhe – Der Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt hat sich mit der Änderung des Flächennutzungsplans für ein Areal am Anfang von Lahausen befasst, auf dem das Hotel einmal stehen könnte. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Plan im Herbst genehmigt ist und dann auch inkrafttreten könnte.

„Wir besprechen die letzte große Flächenreserve“, sagte Viona Schütte aus dem Fachbereich 4 in die Runde der Ausschussmitglieder. Es sei für die Entwicklung der Gemeinde ein „wichtiges Gebiet“.

Das Areal, um das es geht, ist derzeit noch eine Ackerfläche, die im Norden von der Landesstraße 335 (Hauptstraße) und im Osten von der Kreisstraße 117 (Lahauser Straße) begrenzt wird. Im Süden und im Westen befindet sich jeweils eine vorhandene Wohnbebauung.

Um dort überhaupt Baurecht für einen Hotelstandort sowie für ein Mischgebiet zu schaffen, ist zunächst zwingend die Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Ziel sei es, die derzeitige Darstellung von Wohnbauflächen in gemischte Bauflächen sowie eine Sonderbaufläche abzuändern. Der Bebauungsplan werde später in einem eigenständigen Verfahren erarbeitet.

Die Rathausmitarbeiterin nannte die Planungsziele und das Nutzungskonzept: Es soll an der Lahauser Straße ein Inklusionshotel im „Drei Sterne Plus“-Standard mit Frühstücks- und Konferenzbereich ermöglicht werden. Damit sollen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen geschaffen werden. In den gemischt genutzten Immobilien sollen neben Wohnen gewerbliche Nutzung wie zum Beispiel Dienstleistungen oder Ladenhandwerk möglich sein.

Außerdem sollen auf dem weiteren Acker 120 Wohneinheiten gebaut werden können. Die Gemeindeverwaltung möchte, dass 20 Prozent dem geförderten Wohnraum zur Verfügung stehen. Um diese Ziele zu verwirklichen, soll die Entwicklung im kommunalen Zwischenerwerb erfolgen.

Viona Schütte machte deutlich, dass ein Inklusionshotel nicht Teil einer Planung sein kann. Das könnte man weder über den Flächennutzungsplan noch über den Bebauungsplan regeln. Die Gemeindeverwaltung verfolge aber einen Lösungsansatz, wie man dies dennoch verbindlich umsetzen kann. „Das wird durch den Fachbereich per Vertrag abgesichert.“ Da der Gemeinde Weyhe die Fläche gehört, könne sie dem Käufer oder dem Projektentwickler entsprechende verbindliche Vorgaben machen.

13 sogenannte Träger öffentlicher Belange hatten im Vorfeld Hinweise und Anregungen geäußert. Der Mittelweserverband befürchtet durch die Bebauung eine Erhöhung der Versiegelungsrate gegenüber der derzeitigen Nutzung. Das habe Auswirkungen auf die Oberflächenentwässerung. Grundsätzlich müsse daher der Regen auf den Grundstücken versickern. Der Verband empfiehlt die Erstellung eines Konzepts.

Ein Zuschauer wollte wissen, ob die Verwaltung überhaupt Bedarf für ein Hotel sehe. Antwort: Das vorgesehene Hotel soll eine bedeutsame Angebotslücke im Übernachtungsgewerbe in Weyhe füllen, so Viona Schütte. „Mit der Entwicklung des Standorts wird die Lücke nicht gefüllt.“ Heißt: Der Bedarf ist sogar noch größer. Auch nach Corona und der erwarteten Erholung sei die Deckung des Bedarfs für den Tagungsbereich und Tourismus weiterhin „unterdurchschnittlich“.

Von Sigi Schritt

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