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Infos rund um die Natur in Weyhe

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Von: Sigi Schritt

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Bürger sollen mehr über die Arbeit des Naturschutzbundes erfahren. Das wünscht sich Sven Klopotek von Glovcewski.
Bürger sollen mehr über die Arbeit des Naturschutzbundes erfahren. Das wünscht sich Sven Klopotek von Glovcewski. © Sigi Schritt

Der Nabu Weyhe will mehr Präsenz zeigen und lädt Bürger für Sonntag, 19. Juni, zum Tag der offenen Tür ein.

Weyhe – Der Weyher Ortsverband des Naturschutzbundes Deutschland besteht in diesem Jahr seit zwei Jahrzehnten. Aus diesem Anlass plant der Vorstand für kommenden Sonntag einen Tag der offenen Tür auf seinem Areal in Leeste.

„Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen, mehr Präsenz zu zeigen“, sagt Sven Klopotek von Glovcewski, der diesen besonderen Tag für den Nabu koordiniert. Deshalb habe sich der Verband bereits am Frühlingsmarkt in Weyhe mit einem Stand beteiligt. Nun folgt eine Einladung an die Weyher, das Naturerfahrungsgelände an der Straße Böttcherei einmal kennenzulernen.

„Im Gegensatz zu den Sonntagsöffnungen der Vergangenheit stellen sich diesmal auch Gruppen vor. Das macht die Veranstaltung so besonders“, sagt der Koordinator. Die Besucher haben in der Zeit von 15 bis 18 Uhr zum Beispiel die Möglichkeit, sich über Nistkästen zu informieren. Der Nabu habe in dieser Sache jede Menge Erfahrung. Er betreut etwa 100 Nistkästen, die über das gesamte Gebiet der Wesergemeinde verteilt sind, ergänzt Sven Klopotek von Glovcewski.

Die Mitglieder der Gruppe können also viel über die verschiedenen Arten von Kästen berichten: Neben den Starenkästen gibt es welche für Eulen, für Kohl- und Blaumeisen sowie für Schwalben. „Teilweise bauen wir sie selbst“, so der Koordinator. Und Besucher haben ebenfalls am Tag der offenen Tür die Möglichkeit, einen Kasten zu bauen. „Wir haben einige Bausätze besorgt.“

Außerdem will die Fledermaus-Gruppe Auskunft über ihr Wirken geben, so der Koordinator. Die Gruppe habe in Weyhe einige Bunker aus der Zeit des II. Weltkriegs so umgerüstet, dass sie als Quartiere zur Verfügung stehen.

Wer sich mit insektenfreundlicher Gartengestaltung beschäftigt, findet laut Sven Klopotek von Glovcewski sicherlich in Heiko Janßen einen kompetenten Gesprächspartner. Das Leester Nabu-Mitglied steht regelmäßig als Insektenbeauftragter der Gemeinde den Bürgern Rede und Antwort.

Für Kinder werden die Nabu-Schafe sicherlich eine kleine Attraktion sein. „Die Besucher können zuschauen, wie die Schäfer-Gruppe die Tiere füttert. Außerdem haben sie die Möglichkeit, jede Menge an Fragen zu stellen. Wir schicken die Tiere auf zwei Sommerweiden, doch nun sind sie auf dem Nabu-Gelände.“

Die promovierte Biologin Ulrike Buck will am Böttchers Moor herausfinden, welche Tiere dort leben. „Das ist ein Angebot für die ganze Familie“, so Sven Klopotek von Glovcewski.

Vor wenigen Wochen hat der Nabu Weyhe eine Kindergruppe ins Leben gerufen, die sich ebenfalls an diesem Veranstaltungstag beteiligen will. Die Mitglieder basteln Insektenhotels. Und die Besucher können dabei mitmachen. „Es war nicht schwierig, Kinder zu finden, die mitmachen möchten. Schwierig ist nur, Personal zu finden, das die Kinder betreut“, sagt Klopotek von Glovcewski. Vor Corona habe Ulf Panten von der Gemeinde zusammen mit Bundesfreiwilligen eine Kindergruppe betreut, doch die gibt es derzeit nicht. „So haben wir in unseren eigenen Reihen nachgefragt, wer die Gruppe anleiten möchte, und wir haben vier feste Betreuer gefunden.“

Geplant sei, dass die Kinder in den nächsten Wochen und Monate Exkursionen in den Wald, zum Imker und auf einen Bauernhof unternehmen, kündigt Sven Klopotek von Glovcewski an. „Es wäre auch eine Jugendgruppe wünschenswert, aber auch dazu benötigt man Leute, die dazu bereit sind.“

Es sei zwar über die Jahre ein großer Ortsverband mit mehr als 1 000 Mitgliedern entstanden, so Sven Klopotek von Glovcewski, „allerdings finden sich in diesen Reihen derzeit nur 40 aktive Mitglieder. Wir wünschen uns, diesen Stamm zu vergrößern, um in der Lage zu sein, noch weitere Gruppenangebote anzubieten“, erläutert Sven Klopotek von Glovcewski. An Nachfrage mangele es nämlich nicht.

Mehr Präsenz will der Nabu auch gegenüber der Politik zeigen. Es gibt die Idee, Vertreter der Gemeinde und der Fraktionen zu Gesprächen einzuladen. „Wir wollen unsere Bedürfnisse und Anliegen den Entscheidungsträgern mitteilen.“ Ein großes Anliegen ist bereits zehn Jahre alt: die Einrichtung eines Naturschutzgebietes. „Wir haben den Antrag aus dem Jahr 2012 in diesem Februar angesprochen. Das Verfahren wurde wieder aufgenommen. Aber es gibt noch keine Antwort.“

Von Sigi Schritt

Der Nabu hält mehrere Schafe, die er im Sommer auf seine Weiden schickt. Aber nun befinden sie sich auf dem Nabu-Gelände.
Der Nabu hält mehrere Schafe, die er im Sommer auf seine Weiden schickt. Aber nun befinden sie sich auf dem Nabu-Gelände. © Sigi Schritt

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