Ruth Krebs und Ruby Sander von Anfang an dabei

25 Jahre Kindergarten Lahausen: Immer noch ein Traumjob

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Ruth Krebs (63, l.) und Ruby Sander (60, r.) sind die dienstältesten Mitarbeiter der Kindertagesstätte Lahausen. Die Leiterin der Einrichtung, Petra Strauß, kam zwei Jahre später „an Bord“.

Lahausen - Von Sigi Schritt. Der Kindergarten in Lahausen besteht seit 25 Jahren. Ruth Krebs (63) und Ruby Sander (60) sind Erzieherinnen der ersten Stunde. Sie blicken auf die Anfänge zurück, als es noch keine Krippen gab und Windeln wechseln nur die Aufgabe der Eltern war. Die Erzieherinnen berichten über die Veränderungen ihres Berufs.

„Kinder bleiben Kinder“, lautet ihre Erkenntnis. Die Sprösslinge von damals benehmen sich nicht anders als die, die vor einem Vierteljahrhundert die Einrichtung besuchten. „Die Kinder sind nach wie vor wie ein unbeschriebenes, weißes Blatt“, sagt Krebs. Die Mädchen und Jungen habe sie stets „als neugierig“ empfunden, sagt Sander. „Die Arbeit mit ihnen ist alles andere als Routine.“

Beide Erzieherinnen haben nach eigener Aussage ihren Traumjob gefunden und konnten von Anfang an die Geschicke der Einrichtung gemeinsam mit den Kindern, Eltern, der Verwaltung und der Leitung gestalten. 1994 kam die Heilpädagogin Petra Strauß (58) dazu, die die Einrichtung seit 2012 leitet.

„Wir fingen mit vier Vormittagsgruppen an. Eine davon war eine Integrationsgruppe. Außerdem gab es drei Nachmittagsgruppen“, blickt Ruth Krebs zurück. Für die Integrationskinder galt eine Betreuung von sechs Stunden, für alle anderen waren es zwei weniger. Zum Vergleich: Heute gibt es vier Kindergarten- und drei Krippengruppen mit Betreuungszeiten zwischen 7.30 Uhr und 16 Uhr.

Für die Eltern sind ihre Kinder das höchste Gut, so Strauß. „Wir vermitteln ihnen das Gefühl, alle Mädchen und Jungen vertrauensvoll und liebevoll zu behandeln.“ Wenn das laut Strauß funktioniert, „bildet das eine gute Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit.“

Die Veränderungen in der Gesellschaft seien am Kindergarten nicht spurlos vorbeigegangen. Dass Frauen beispielsweise einen Beruf ergreifen, war früher nicht selbstverständlich, berichtet Ruth Krebs, die zuletzt in einer Delmenhorster Schule als Lehrerin im Angestelltenverhältnis mit geistig behinderten Menschen gearbeitet hatte.

Dem Kindergarten Lahausen schließt sich auch eine Krippe an.

Geboren in Schwerin hat Krebs sogar eine Zeit erlebt, in der es noch nicht üblich war, im Alter von 19 Jahren zu heiraten. „Damals mussten wir sogar das Jugendamt um Erlaubnis fragen“, berichtete die 63-Jährige, die später ihre Ausbildung in Celle absolvierte.

Die Rollenverteilung folgte laut Krebs jahrzehntelang einem strikten Muster: Während Ehemänner einen Beruf ausübten, um Geld für ihre Familie zu verdienen, oblag es hauptsächlich den Frauen, für den Haushalt und für die Kindererziehung zu sorgen. Es war eben nicht selbstverständlich, dass Frauen einen Beruf ergriffen. Das war auch noch so, als der Kindergarten Lahausen eröffnete, berichten die Erzieherinnen. „Maximal zwei Mütter der 25 Kinder einer Gruppe haben demnach einen Halbtagsjob ausgeführt.“

Das Rollenverständnis habe sich mit dem Wandel in der Gesellschaft geändert und sei zu den Abholzeiten sehr deutlich. Habe damals lediglich das weibliche Geschlecht den Nachwuchs zum Kindergarten gebracht und von dort auch abgeholt, seien es längst auch Väter, die ihre Kinder zur Gemeindeeinrichtung fahren.

PISA-Studie hat Umdenken erzeugt

Eine Auszeit nehmen seit einigen Jahren immer mehr Männer, um beispielsweise die Zeit der Eingewöhnung für die Krippenkinder intensiv mitzuerleben, berichten die Erzieherinnen. Die PISA-Studie hätte ein Umdenken erzeugt. Eltern haben laut Krebs und Sander begriffen, dass der Kindergarten und auch die Krippe ein für die Lernentwicklung wichtiger Ort darstelle. Väter kümmern sich ebenso um die Bildung ihrer Kinder wie Mütter. Deshalb ist es keine Seltenheit mehr, dass sie auf Elternabende mitmischten, so Ruby Sander.

Die 60-Jährige hat die Fachschule für Sozialpädagogik in Syke besucht und nach einer vierjährigen Ausbildung in Moordeich ihr Anerkennungsjahr absolviert. Nach einer zehnjährigen Pause, in der sie sich ganz ihren Kinden widmete, fing sie erst in der Kita Hombachstraße in einer Nachmittagsgruppe an und wechselte dann wunschgemäß nach Lahausen in eine der neuen Vormittagsgruppen.

Nach wie vor sind Krebs und Sander mit ihrem Arbeitsplatz sehr zufrieden, sagen sie. Der Kindergarten sei sehr gut ausgestattet, gegen die Bezahlung und die Wertschätzung durch die Eltern sowie die Verwaltung gebe es keine Einwände. Die Gemeinde sei in Sachen Kinderbetreuung gut aufgestellt, lobt Kitaleiterin Petra Strauß. Sie zitiert das Ergebnis einer Bertelsmann-Studie, die die Standards hinsichtlich Personalschlüssel, Vorbereitungszeit und Räumlichkeiten bewertete. Die Kitas in Niedersachsen schnitten im Vergleich zu denen anderen Bundesländern sehr gut ab.

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