Imker Günter Schneider sorgt sich um die Gesundheit der Honiglieferanten

Mehr Blumenwiesen als Futterstätten für Bienen

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Günter Schneider vor seinen Bienenhäusern.

Leeste - Von Sigi Schritt. Es summt im Garten von Günter Schneider. Aus den Löchern einer Holzhütte fliegen Bienen heraus. Ankommende steuern diese an. Doch die Idylle des regen Treibens trügt. Die Bienenvölker sind in großer Gefahr. Damit meint der 74-Jährige nicht nur seine eigenen. Die Varroa-Milbe gilt als Hauptgrund für das Schwinden der Honiglieferanten in den Wintermonaten. Der Leester appelliert an nicht-organisierte Imker, einem Verein einzutreten. Denn die Hege und Pflege der Bienen werde von Jahr zu Jahr komplizierter.

Ein Zusammenschluss der örtlichen Imker sei wichtig, zumal laut Schneider das Interesse an der Honig-Herstellung seit mehreren Jahren gestiegen ist. Für ihn sind die zahlreichen „Einzelkämpfer“ „Problem-Imker“. Sie hielten keine Verbindung zu Nachbarimkern, kritisiert Schneider. Und sie beteiligten sich auch nicht an Vorsorgeuntersuchungen der Kreisimkerschaft, die wiederum in engem Kontakt mit dem Veterinäramt und anderen Behörden steht. „Erst die Untersuchungen in einem geeigneten Labor geben Aufschluss über die Erreger eines Volkes.“

Gut für die Bienen und für andere Insekten: Statt für Rasenflächen sollten sich Gartenbesitzer lieber für Blumen entscheiden.

„Die Varroa-Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen“, erklärt Schneider. Er ist Obmann für Bienengesundheit im Kreisimkerverein und sorgt sich um die Völker. Der Parasit vermehrt sich in der Brutstätte. Das Problem: Die jungen Insekten sind dann schon beim Schlüpfen geschwächt und sterben meist bereits kurze Zeit später. Der Parasit ist laut Schneider weltweit ein Problem. Die UNO sieht sogar die Nahrungsgrundlage der Menschheit in Gefahr.

Der ehemalige Ingenieur sieht zwar gute Chancen, die Milbe mit dem Dampf von Ameisensäure zu dezimieren, doch damit „betreiben wir eine Selektion. Die starken Varroa-Milben überleben. Bislang gibt es kein Mittel.“ Die Behandlung habe aber zumindest dazu geführt, dass seine Völker gut durch den Winter gekommen sind.

Es bahnt sich aber ein weiteres Problem an: Der Kleine Beutenkäfer vernichtet ebenfalls Völker. Die Käfer könnten sich in gelagerten Bienenprodukten enorm vermehren. Die Larven fressen Honig, Pollen sowie die Brut und zerstören dabei nicht nur die Waben, sondern verderben auch den Honig – er wird verschmutzt und beginnt zu gären, so Schneider. „Ohne Bekämpfungsmaßnahmen können vor allem schwache Bienenvölker vollständig vernichtet werden.“ Der Parasit könne bislang nur durch Feuer abgewehrt werden.

Ein weiteres Problem könnten die Gemeinde und die Gartenbesitzer lösen. Schneider regt an, statt Rasenflächen Areale mit Blumen zu bestücken oder entsprechende Samen zu verstreuen. „Das sieht nicht nur gut aus, sondern die Bienen bekommen auch genügend Futter.“ Die Gemeinde könnte überlegen, ob sie auf vielen Grünstreifen blühende Pflanzen wachsen lässt.

Schneider lobt, dass sich Verbraucher immer stärker für gute Lebensmittel interessieren und weiter bei den Imkern an der Haustür einkaufen. „Der deutsche Honig ist qualitativ besser“. Schneider gibt ein Beispiel. So hat das hiesige Produkt einen Wassergehalt von maximal 18 Prozent.

Der Honigverschnitt aus „EG und Nicht-EG-Ländern“, wie es auf den Gläsern oftmals heißt, dürfe laut Lebensmittelverordnung 21 Prozent haben. „Im Supermarkt bezahlen Verbraucher also auch das Wasser im Honig.“

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