Evangelischer Frauenkreis aus Kirchweyhe blickt auf die vergangenen 50 Jahre zurück

Ihr Motto: „Gemeinsam macht stark“

Sie sind die Köpfe des Frauenkreises: (v.l.) Angela Troche, Margret Kehlenbeck und Heidi Purnhagen organisieren die Treffen und arbeiten die jeweiligen Themen aus.
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Sie sind die Köpfe des Frauenkreises: (v.l.) Angela Troche, Margret Kehlenbeck und Heidi Purnhagen organisieren die Treffen und arbeiten die jeweiligen Themen aus.

Weyhe – Ganze 50 Jahre ist es her, dass sich der einstige „Kreis junger Frauen“ der Felicianus Kirche in Kirchweyhe gegründet hat. Mittlerweile sind seine Mitglieder zwar keine jungen Mittdreißiger mehr, doch sie sind stets die kreativen Köpfe geblieben, die sie schon in den 1970er-Jahren waren. In der Zeit ist einiges passiert: Feste wurden gefeiert, Ausflüge unternommen und spannende Referenten gehört. Gemeinsam mit dem Gründungsmitglied Margret Kehlenbeck (83) und den beiden weiteren Leiterinnen des heutigen „Evangelischen Frauenkreises“ Heidi Purnhagen (77) und Angela Troche (75) blickt die Kreiszeitung auf die fünf vergangene Jahrzehnte zurück.

Alles hatte seinen Anfang im Herbst 1970. Damals kam es zu einem Treffen in der Kirchengemeinde, bei dem sowohl der zu dem Zeitpunkt amtierende Superintendent sowie Pastor Hans-Friedrich Altevogt und die neu gewählten Kirchenvorsteher mit ihren Ehepartnern und weitere Kirchenmitglieder geladen waren. „Dabei sprachen wir an, wie wir uns für die Belange der Kirche engagieren könnten“, erklärt Kehlenbeck, deren Mann damals im Kirchenvorstand war. Es gab zwar bereits die Frauenhilfe in Kirchweyhe, jedoch sei diese nicht so attraktiv für die damaligen jungen Damen gewesen. Aufgrund dessen gründeten Margret Kehlenbeck und Ingeborg Willemsen, die später wegen ihres Umzugs ausschied, in der Adventszeit 1970 dann den „Kreis junger Frauen“. „Dafür trafen sich Frauen aus der Region erstmals allein. Neben dem Angebot der Volkshochschule und einer Gymnastikgruppe gab es etwas Vergleichbares noch nicht“, erklärt das 83-jährige Gründungsmitglied. Es galt ein regelrechtes Männerverbot, „denn die hatten schließlich ihre Kartenclubs“, fügt Heidi Purnhagen, die als „die Kreative“ im Kreis gilt, lächelnd hinzu. Der größte Teil der Mitglieder sei damals noch nicht berufstätig gewesen und stattdessen hauptsächlich als Hausfrauen tätig. „Wir haben unsere Treffen immer auf den Abend gelegt, damit die Männer nach der Arbeit die Kinder hüten konnten, so lange wir weg waren“, berichtet Kehlenbeck. Seit 2019 seien die Zusammenkünfte aus Altersgründen jedoch auf den Nachmittag gelegt worden. So treffen sich die Damen jetzt jeden ersten Montag im Monat in der Pfarrscheune in Kirchweyhe.

Und jedes Mal steht der Nachmittag unter einem neuen Thema. „Wenn wir nur zum Klönen zusammenkommen würden, kämen bestimmt längst nicht mehr so viele“, meint Angela Troche, die seit den 80er-Jahren eine Führungsfunktion in dem Kreis übernimmt. Klar, geklönt wird auch, aber die drei haben für jedes Treffen etwas Besonderes in petto. Sei es ein Referent, der ihnen beispielsweise Näheres über den Enkeltrick verrät oder einer, der über die Organspende erzählt. Zudem gab es Vorträge zur Europawahl, ein Niedersachsen-Quiz, Gewürze-Riechen oder Fußballschießen zur Weltmeisterschaft. Des Weiteren haben die Damen gemeinsam gebastelt. „Das geht mittlerweile aber nicht mehr, da bei vielen die Hände bereits zu zittrig sind“, merkt Troche an. Darüber hinaus stehen Spieleabende und Kinovorführungen mit Popcorn auf dem Programm. Radtouren waren ebenfalls eine beliebte Unternehmung, doch auch diese seien aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr zu schaffen. Doch gemeinsame Ausflüge mit dem Bus gehen noch sehr wohl, so besuchen die Damen in „normalen Jahren“ beispielsweise Museen oder die Bundesgartenschau. Finanziell unterstützt werden sie dabei von der Evangelischen Erwachsenenbildung. Zudem zahlen die Mitglieder pro Nachmittag einen Euro, für Tagesfahrten kommt jeder selber auf.

Auch Bibelarbeit steht einmal im Jahr auf dem Plan, denn der Evangelische Frauenkreis wird schließlich von kirchlichen, aber auch sehr weltoffenen Themen geprägt. „Das Interesse an kirchlichen Themen muss schon da sein“, meint Troche. So werde bei jeder Zusammenkunft beispielsweise der Segen gesprochen und gemeinsam gebetet. „Zum Abschied singen wir immer das irische Segenslied ,Möge die Straße‘“, fügt sie hinzu.

Gern erinnern sich die drei Leiterinnen zudem an die gefeierten Sommerfeste. „Da gibt es eine Schlacht am kalten Büfett. Jeder bringt etwas mit und der Tisch droht fast unter den ganzen Leckereien zu brechen“, berichtet Heidi Purnhagen schmunzelnd. Doch auch dieses Event musste wegen der Pandemie 2020 ausfallen. „Wir haben uns alle seit Februar nicht gesehen“, fügt sie traurig hinzu. Außerdem mussten die geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum abgesagt werden. Ursprünglich wollten sie alle gemeinsam essen gehen und nach dem Gottesdienst, der mit allen Hygienemaßnahmen trotzdem am zweiten Adventssonntag stattfand, noch zum Plaudern an Stehtischen zusammenkommen. „Wenn es Corona wieder zulässt, werden wir das gemeinsame Essen nachholen“, meint Purnhagen.

Aktuell halten die Frauen ausschließlich telefonischen Kontakt. Darüber hinaus haben sich Troche, Kehlenbeck und Purnhagen vorgenommen, alle Mitglieder zu Weihnachten anzurufen. Ab 2021 soll dies einmal pro Monat geschehen – auf jeden Fall so lange, wie die Pandemie noch andauere. „Wir rechnen damit, dass es bis zum kommenden Sommer noch so weiter geht“, meint Troche. Aber wenn es dann so weit sei, würden die Damen aus dem Drücken und Umarmen nicht mehr herauskommen, fügt Purnhagen hinzu.

Besonders betonen die drei Damen den Zusammenhalt des Kreises. Ziel sei es, mit der gemeinschaftlichen Arbeit jeden von ihnen ein Stück weit zu stärken und das Christliche weiterzugeben, erklären sie. Alles was der Frauenkreis tue, stehe unter einem Motto: „Gemeinsam macht stark“, erläutert Purnhagen. Und damit dies nicht verloren gehe, wünscht sich die Frauengruppe Nachwuchs. Doch das sei enorm schwer.

„Welche junge Frau ist heute schließlich nicht berufstätig und hat Zeit dafür?“, bringt Troche an. Für Margret Kehlenbeck wäre es das Schönste, wenn sich ein neuer Kreis bilden würde. „Junge Frauen, wie wir damals, die zusammenfinden und sich gemeinsam engagieren“, beschreibt sie ihre Idee.

Von Nala Harries

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