Ausschuss für Schule: Maßnahmen des Digitalpaktes sollen im Herbst 2023 umgesetzt sein

„Hurra, die Schulen kriegen iPads“

Nicht jedes Kind hat gut funktionierendes Internet, um von zu Hause aus arbeiten zu können.
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Nicht jedes Kind hat gut funktionierendes Internet, um von zu Hause aus arbeiten zu können.

Weyhe – Neue Ausstattung, schnelleres Internet und nun auch iPads: Die Schulen in der Gemeinde Weyhe dürfen sich in Zukunft auf die modernste digitale Technik freuen.

Das Förderprogramm „Digitalpakt Schule“ war unter anderem Thema während der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend am Dienstagabend im Rathaus. Susanna Clottey vom Fachbereich für Bildung und Freizeit gab einen kurzen Sachstandsbericht. „Es sind uns Fördermittel in Höhe von 1 237 000 Euro zugesagt.“ Der setze sich aus einem Sockelbetrag von 30 000 Euro pro Schule und einem schülerzahlenbezogenen Teil zusammen. Bis zum 16. Mai 2023 müssen die Mittel beantragt werden.

Was wird gefördert? Vorrangig Maßnahmen, um die Vernetzung in Schulgebäuden sowie auf dem Schulgelände zu verbessern. „Wichtig ist, dass das schulische Wlan die Mindeststandards erfüllt, um dann den Aufbau und die Weiterentwicklung von digitalen Lernstrukturen vorzunehmen“, führte Clottey aus. Ebenso werden Anzeigegeräte wie interaktive Tafeln gefördert.

„Eine Förderungsvoraussetzung ist, dass wir medienpädagogische Konzepte der Schulen haben müssen. Und es muss ein daraus abgeleiteter Medienentwicklungsplan des Schulträgers erarbeitet werden“, so Clottey. Sie ergänzte: „Das muss nicht zu Beginn vorliegen. Das muss im Förderzeitraum fertig sein.“

An den Schulen sei schon Einiges passiert. „Der Fachbereich 1 unserer IT-Abteilung hat die Ermittlung und Feststellung erforderlicher Ausstattung abgeschlossen.“ Dazu gehören Wlan-, Netzwerk- und Medientechnik. Die Kostenkalkulation erfolge bis Ende November dieses Jahres.

Die Vergabe und Auftragserteilung solle im ersten Halbjahr 2021 mit Unterstützung einer Fachfirma erfolgen. „Die ersten Netzwerkinstallationen sind an mindestens zwei Schulen im zweiten Halbjahr 2021 geplant. Spätestens in den Herbstferien 2023 sollen die Maßnahmen des Digitalpaktes in allen Schulen umgesetzt werden. Wir wollen dann damit fertig sein“, informierte Clottey.

Die gesamte Schule solle digitalisiert werden. „Wir haben uns nicht nur die Klassenräume angeguckt, sondern auch die Lehrerzimmer, Förderräume, Mensen und Aulen. Damit auch rundum jede Schule gut ausgestattet ist.“

Danach folgte das Thema Glasfaseranschlüsse, das wichtig für die Umsetzung sei, so Clottey. Sie erläuterte: „Die KGS und die Grundschule Leeste kommen jetzt schon in den Genuss einer Glasfaserleitung, die durch die Telekom hergestellt wird.“ Das sei wegen der Kompaktsanierung der KGS Leeste vorgezogen worden.

Die Schulen, bis auf die Grundschule Kirchweyhe, würden über das Breitbandprojekt des Landkreises laufen. „Der Start dafür wird wahrscheinlich im zweiten Halbjahr 2021 sein.“ Die Grundschule Kirchweyhe sei nicht förderfähig. Da die Gemeinde sie jedoch nicht „abhängen“ möchte, werde sich nach einem anderen Anbieter umgeschaut. „Selbstverständlich sollen die auch 2021 angeschlossen werden“, betonte Clottey.

Angesichts der Corona-Pandemie haben Bund und Länder im Sommer dieses Jahres ein Sofortausstattungsprogramm aufgelegt. „Heißt: Die Schulen haben abgefragt, wer zuhause keine Endgeräte hat.“ Während der Schulschließung seien auch die jüngeren Klassen auf Homeschooling umgestiegen. „Wir haben den Bedarf festgestellt“, so Clottey. Förderfähig seien mobile Endgeräte wie Tablets, Laptops und Notebooks.

Die Gemeinde hat in der ersten Förderung 263 iPads, Pencils und Schutzhüllen bekommen. „Die Verteilung an die Schulen hat jetzt auch begonnen.“ Man könne also sagen: „Hurra, die Schulen kriegen iPads.“ Es würden, so Clottey, jetzt noch Mittel für weitere 101 iPads plus einer Software für alle Geräte fehlen. Ein Antrag für eine zweite Förderung sei fristgerecht gestellt worden. „Der Bescheid steht allerdings noch aus.“

Eine Bürgerin zeigte sich überrascht: „Wir brauchen nicht erst im Herbst 2023 Gerätschaften, die funktionieren, sondern jetzt.“ Sie findet, dass es mit der Umsetzung zu lange dauere.

Ralf Eggers vom IT-Team gab den Mitgliedern einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge: Die Grundschulen seien „überhaupt nicht mit der Technik versorgt“. „Nur da, wo schon Smartboards installiert waren, waren entsprechend Netzwerkgeschichten gemacht.“

Aus diesem Grund müssten diese erneuert und die vorhandenen Access Points abgelöst werden, „weil sie aus unserer Sicht nicht stark genug sind, um eine Klasse zu versorgen“, so der Fachmann.

Den Einwand der Bürgerin könne er nicht nachvollziehen. „Aus IT-Sicht ist das, was wir planen, ambitioniert.“ Weiter sagt er: „Es sind sechs Schulen, die wir komplett versorgen. Die KGS Leeste ausgenommen. Das ist schon eine Herausforderung. Wir können auch nicht rund um die Uhr arbeiten. Wir müssen die schulfreien Tage und die Ferien nutzen.“

Elternvertreter Marco Geiss begrüßte das Thema: „Ich bin sehr froh, dass wir diese vielen mobilen Endgeräte in dieser kurzen Zeit bekommen haben. Wo ich entsetzt war: Wie viele Kinder in Weyhe keine Möglichkeit haben, digital zu arbeiten.“ Er befürchtete dass einige Kinder, falls es wieder zum Homeschooling komme, zuhause keine Möglichkeit hätten, vernünftig zu arbeiten, weil das Wlan zu schlecht ist. „Vielleicht könnte man überlegen dezentral ein paar mobile Hotspots zu haben.“ Kevin Buch (SPD) findet: „Die soziale Ungleichheit im Bildungswesen schreitet durch die Digitalisierung voran. Wir müssen da sehr aufpassen.“

Susanne Paetsch, Schulleiterin der Grundschule in Ehrichshof, sagte dazu: „Wir haben uns gedacht, dass man Schüler, die zuhause nicht die Möglichkeit haben, ans Netz zu gehen, in der Schule zu betreuen.“ Damit alle so gut wie möglich versorgt würden.

Von Lara Terrasi

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