Hundekot im Spielsand: Anwohner fordern Gemeinde auf, Ärgernis zu beseitigen

Das stinkende Dauerproblem

Spielplatzpatin Birte Becker sitzt auf einer Rutsche.
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Kämpft für einen Sand ohne Hundekot: Spielplatzpatin Birte Becker.

Weyhe – Der Ärger über Hundekot auf dem Dreyer Spielplatz Dammweg wächst. Nach einem SOS-Signal von Anwohnern und einem Vor-Ort-Termin der Gemeinde vor ein paar Wochen hat sich an der Situation offenbar nicht viel verändert. Erwachsene Spielplatzbesucher, die mit ihren Kindern oder Enkeln das Areal nutzen, berichten, dass Mädchen und Jungen nach wie vor intensiven Kontakt mit den Hinterlassenschaften von Vierbeinern haben.

„Die Kinder gehen in die Büsche, kommen raus und haben Hundekot am Schuh oder an der Schaufel“, sagt Julia Grass. Das sei mehrfach vorgekommen. Sie berichtet auch von Hundebesitzern, die ihre Tiere nicht an der Leine führen. Die Folge: Die Hunde sind schon da, noch bevor Herrchen oder Frauchen sich blicken lassen. „Das Kind versteht dies nicht“ – und das sei für ein Kind auch kein Spaß.

Hundekot im Schaukelsand

Nicht nur in den Büschen, sondern auch im (Schaukel-) Sand unter den Spielgeräten müsse man mit Hundekot rechnen. Das sagen Julia Grass und die Spielplatzpatin Birte Becker. Dass sprichwörtliche Fass zum Überlaufen hat Hundekot neben der Rutsche gebracht.

Der Spielplatz liegt mitten in einem Wohngebiet und wird von drei Zuwegen erschlossen. Ohne Ortskenntnisse kann man an diesen Wegen schon vorbeilaufen. Wie der Pensionär Lothar Vier mit seinen Äußerungen deutlich macht, gehöre das Areal offenbar zum festen Bestandteil vieler Gassi-Runden. Der ehemalige Polizist scheut sich nicht, die Hundehalter anzusprechen, um sie freundlich zu motivieren, das Geschäft ihrer Tiere aufzunehmen. „Wenn man hier wohnt und was sagt, gilt man als Denunziant“, sagt er. Außerdem würden Betroffene es strikt abstreiten, dass es ihr Hund gewesen sei, der einen bestimmten Haufen gemacht haben soll.

Es gebe zumindest einige Hundehalter, die zwar den Kot mit einer Tüte aufsammeln, diese würde dann aber in den Mülleimer geworfen. Bei höheren Außentemperaturen stinkt es, berichtet Julia Grass.

„Hunde haben hier nichts zu suchen. Sie dürfen auf keinem Spielplatz der Gemeinde laufen“

Dem Dauerproblem wollte die Gemeinde nach einer Spielplatzbegehung mit einem Appell begegnen, aber der verhallte offenbar. „Hunde haben hier nichts zu suchen. Sie dürfen auf keinem Spielplatz der Gemeinde laufen“, betonte die Gemeindemitarbeiterin Christina Mielke bei einem Gespräch mit den Anwohnern. Sie äußerte viel Verständnis, hat sie doch bei einem zurückliegenden Besuch sogar selbst einen braunen Schuh bekommen.

Der Spielplatz ist einer von etwa 50, die im ganzen Gemeindegebiet verteilt sind. Wie die Rathausmitarbeiterin sagt, gebe es an anderen Standorten keine oder zumindest nicht so gravierende Probleme. Wenn der erneute Appell nicht hilft, könnte es passieren, dass das Areal, auf dem sich Klettergerüste, Sitzgelegenheiten und Schaukeln befinden, für die Öffentlichkeit gesperrt wird. Aus hygienischen Gründen müsste man das tun, merkte Mielke an. Doch soweit sollten es die Bürger nicht kommen lassen, rät sie.

Kontrollen seien wünschenswert, aber das könnte man nicht verlangen, sagt Anwohner Lothar Vier. Die Hundehalter seien fast rund um die Uhr unterwegs und drehen morgens, mittags, nachmittags, am Abend und in der Nacht ihre Runden. Wenn Jugendliche sich auf dem Spielplatz treffen, der für Kinder bis 14 Jahren offiziell zugelassen ist, dann hätten die auch schon mal einen Hund dabei. Seit Beginn der Corona-Pandemie werde es aus diesem Grund lauter.

Streetwatcher sollen am Wochenende vorbeischauen

„Die Polizei rufe ich nicht an, weil die sich um andere Dinge kümmern sollte“, räumt er ein. Christina Mielke will aber den Kontakt zu den Streetwatchern vermitteln, die in der Regel freitags und samstags unterwegs sind.

Anwohner wünschen sich Zettelaktion: Hundehalter an der Ehre packen

Möglicherweise würde eine Zettelaktion helfen, um Halter bei der Ehre zu packen, so Lothar Vier. Viele Tierfreunde würden keine Einsicht zeigen. Ein anderer Anwohner, der sich angeblich über Hundebesitzer aufgeregt hätte, hätte später Schmierereien an seiner Hauswand entfernen müssen.

Von Sigi Schritt

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