40-Betten-Hotel in Leeste

„Leister Apparthotel“ öffnet bald - und lockt schon künftige Gäste an

Weyhe - „Leister Apparthotel“ lautet der Name eines neuen Hotels in Weyhe. Es ist noch nicht eröffnet, aber bereits an zehn Wochenenden in diesem Jahr ausgebucht. Es liegen sogar Reservierungen für 2021 vor. Kein Wunder, dass das Eigentümer- und Betreiberehepaar Ilse und Michael Quittek dem Eröffnungstermin am Samstag, 1. Februar, entgegenfiebert.

Derzeit seien noch Restarbeiten zu erledigen, sagt Michael Quittek. Ab dem kommenden Wochenende wollen er und seine Frau mit Freunden und Bekannten die neuen Zimmer auf Herz und Nieren testen und dabei zur Probe nächtigen.

Leeste bekommt in der Nähe des Busplatzes und des Bahnhofs ein 40-Betten-Haus, das gemäß einer Dehoga-Klassifizierung sicherlich im Drei-Sterne-Bereich angesiedelt werden kann. Die Besonderheit: Jeder Raum für sich ist eigentlich eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung, ein Appartement. Davon gibt es zwölf. Jeweils sechs befinden sich im Erd- und im Obergeschoss. Die Raumgrößen variieren zwischen 26 und 36 Quadratmetern. „Die sechs unteren Appartements haben eine Terrasse“, sagt Quittek. Wer öfter in modernen Häusern nächtigt, wird sich im neuen Weyher Hotel wohlfühlen, glaubt er.

Das „Leister Apparthotel“ befindet sich in der Nähe des Bahnhofs in Leeste. Vom Busplatz aus ist das Gebäude sogar nur wenige Schritte entfernt.

Alle Appartements verfügen über Boxspringbetten sowie über Schlafsofas oder -sessel und haben laut Quittek eine „vollausgestattete Küche“. Was er damit meint? Ein Geschirrspüler ist ebenso integriert wie zum Beispiel ein Mikrowellen-Gerät, ein Wasserkocher, ein Toster und eine Kaffeemaschine.

Auch beim „Leister Apparthotel“ will Michael Quittek, ehemaliger Leester Marktmeister, der auch einen Partyservice unterhält, „ein guter Gastgeber“ sein. Deshalb habe er an viele Details gedacht: So sei jedes Appartement mit einem eigenen Router ausgestattet, der einen schnellen drahtlosen Internet-Anschluss bietet.

Schallschutz spielte bei Hotel-Planung große Rolle

Schallschutz war bei der Planung des Gebäudes ebenfalls ein wichtiges Thema. Während einige Hotels in Deutschland sehr hellhörig sind und dieser Umstand schon mal zu Ärger führen kann, wenn zum Beispiel nachts das TV zu laut und zu lange läuft, wird dies in Leeste nicht zu einem Problem: Die Fernseher sind nämlich spezielle Hotelgeräte, deren maximale Lautstärke programmierbar ist. Weiterhin weisen alle Wände einen besonderen Schutz gegen Umgebungsgeräusche auf. „Von nebenan hört man nichts und von draußen auch nicht“, so Quittek. Das Fenster müsse deshalb nicht geöffnet werden – weil in allen Räumen eine Klimaanlage läuft. „So ist frische Luft jederzeit garantiert“, erläutert Quittek. Heizkörper sucht man im „Leister Apparthotel“ vergebens – die Quitteks haben sich für eine Fußbodenheizung entschieden. „Die Gäste werden es bestimmt mögen, auf Socken zu laufen“, so Quittek.

Präsentieren ein fertig eingerichtetes Zimmer: Ilse und Michael Quittek. 

Wo bald die ersten Gäste nächtigen, befand sich einst die Scheune der Familie Ahrens. Ihre Eltern hatten damals Jungbullen untergebracht, erinnert sich Ilse Quittek. Auch ihr Pferd fand dort Platz. Außerdem war dort eine Lagerstätte für Heu, Stroh und Maschinen, als der dahinterliegende Hof noch ein landwirtschaftlicher Betrieb war. Später hatte die Familie Ahrens das Gebäude an die Fruchtsaftkelterei Hans Döhle vermietet.

Architekt Sönke van Hoorn entwirft Gebäude in Leeste

Aus dem Backsteingebäude hat Architekt Sönke van Hoorn vom Büro „Die Planerei“ in wenigen Monaten einen modernen Beherbergungsbetrieb entstehen lassen und dabei die Optik der Umgebung angeglichen. Allerdings konnte nur ein alter Giebel erhalten bleiben. Michael Quittek bedauert, dass einer eingestürzt ist, als es im März 2019 gestürmt hatte.

Die ersten Überlegungen zum Hotel hatte Quittek schon vor fünf Jahren. Er ist froh, dass die Gemeinde das rund zwei Millionen Euro schwere Projekt „positiv begleitet“ hat: „Es ging ruckzuck.“ Baustart war vor einem Jahr.

Leister Apparthotel in Leeste eröffnet Anfang Februar

 © Sigi Schritt
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Ein Teil des Eigenkapitals für den Hotelbau, stammt aus dem Verkaufserlös einer Fläche am Ortsausgang von Leeste – auf diesem ehemaligen Acker südlich des Reinsweges entstehen nun ein Wohngebiet und ein neuer Kindergarten der Gemeinde.

Hotelname erinnert an Leester Frachtfahrer

Bei seiner Hotel-Idee spielten laut Michael Quittek weder Themenzimmer noch die Geschichte der Familie, die viele Jahrzehnte zurückreicht, eine tragende Rolle. Der Name des „Leister Apparthotel“ leitet sich von den Leistern, den früheren Frachtfahrern ab, die in Leeste beheimatet waren, erzählt er. Ein Vorfahre von Ilse Quittek war gewissermaßen am Aufbau des deutschen Eisenbahnwesens beteiligt. Nicht die berühmte Lok Adler, aber immerhin die Schwesterlok „Pfeil“, verstaut in Kisten, hatte jener Spediteur einst mit Pferd und Wagen nach Nürnberg transportiert. Das wurde in der Familie Ahrens überliefert.

Gibt es Ideen für die Zukunft? Daran mangelt es Michael Quittek offenbar nicht. Er bemüht sich, eine E-Ladesäule für Tesla-Autos installieren zu lassen. Außerdem plant der Leester, auf dem Parkplatz einen weiteren Weihnachtsmarkt zu etablieren. Der Unternehmer will künftig mit örtlichen Bäckereien kooperieren. Die Versorgung mit Brötchen & Co. durch lokale Bäcker und Supermärkte wie Rewe und Netto sei in Leeste „sehr gut“, begründet der Hotelier, weshalb sein Haus über keinen eigenen Frühstücksraum verfügt. „Außerdem wird in den nächsten Monaten bald Famila am Leester Bahnhof dazukommen. Dort wird auch ein Bäcker einen Shop eröffnen.“

Rubriklistenbild: © Sigi Schritt

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