„Homefield four“ spielen im Pub

Als Brandt per Kniefall die Welt veränderte

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Authentisch und ohne Allüren lassen „Homefield four“ die Siebziger aufleben.

Kirchweyhe - Von Uwe Goldschmidt. „Zurück in die Siebziger“ hieß es am Freitagabend in Weyhe, zumindest musikalisch war das so. Die drei Vollblutmusiker des Rocktrios „Homefield four“ haben im Theaterpub „Shakespeare´s“ eine Auswahl an Hits aus der großen Schatzkiste jener Zeit präsentiert.

Der Funke springt sofort über, als die Band aus Hamburg-Heimfeld – daher der Name „Homefield four“ – mit den Songs „The Joker“ von der Steve Miller Band (1973) und „Get back“ von den Beatles (1969) beginnt. Das Publikum spürt sofort, dass ein eingespieltes Team auf der Bühne steht, das authentisch und ohne Allüren diese Dekade aufleben lässt. Damals, als sich Led Zeppelin die vorderen Chartplatzierungen mit Abba und Boney M. teilten und Plateausohlen das Stadtbild prägten. „Als Willy Brandt mit seinem Kniefall in Warschau die Welt veränderte, hatten Deep Purple in England gerade ihr Meisterwerk ,In Rock‘ veröffentlicht – Wahnsinn“, sagt Bandgründer und Leadsänger Markus Hillmer und nennt die Dekade „Mutter aller Jahrzehnte“.

Für die Bandmitglieder, „selber im allerbesten Alter“, wie Hilmer schmunzelnd erzählt, liegt die kritische Grenze zu Beginn der 1980er-Jahre. „Hier begann der Spirit der Siebziger schon stark zu schwächeln, da verstärkt Drumcomputer in der Popmusik eingesetzt wurden, um dann, bei Erscheinen des ersten Modern-Talking-Albums, endgültig in ein mehrjähriges Koma zu fallen.“.

Ebenfalls zur Band gehören Bassist und Sänger Steve Lagleder und Drummer Kai Ortmann. Besonders Bassist Lagleder prägt die Bühnenshow mit seiner kräftigen Rockstimme, mit der er mühelos in die Sphären von Garry Moore bei „Walking by Myself“ oder von Manfred Mann's Earth Band bei „Davy ’s on the Road again“ reicht. Die Musiker überzeugen auch durch ihr Erscheinungsbild: Mit ihren zeitgemäßen langen Haaren spiegeln sie den wilden und ungezähmten Stil des Rock wider und beherrschen auch das typische „Headbangen“, bei dem der Kopf rhythmisch zur Musik bewegt wird.

Mit tollen Grooves, wechselnden Leadsängern, Satzgesang, souveränen Instrumentalisten, mitreißenden Stücken und tollen solistischen Einlagen zieht die Formation die zahlreichen Gäste in ihren Bann.

Bei rhythmischem Wippen in Hüfte und Knie halten sich die Pub-Besucher nicht lange auf. Sie stellen ihr Glas beiseite, klatschen mit und rocken ab. Begeistert zeigen sich Christoph Möller und Lena Langensiepen aus Bremen. Nach einer Irlandreise besuchten sie die Aufführung im Theater und lassen nun den Abend im Pub ausklingen.

Am Ende der mehr als zweistündigen Show sind Band und Publikum gleichermaßen erschöpft, alle haben alles gegeben.

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