Hochkarätiger Klassikabend

Erst Stille im Publikum, dann lauter Beifall

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Familie Luchian liefert in der Felicianuskirche eine aus Sicht des Publikums beeindruckende Leistung ab.

Kirchweyhe - Von Uwe Goldschmidt. Ein besonderes Konzertereignis haben am Freitagabend die Besucher in der gut gefüllten Felicianus Kirche erlebt. Familie Luchian aus Rumänien gestaltete einen musikalischen Abend mit hochbegabten Musikern. Sie präsentierten bekannte Melodien aus Klassik und Unterhaltungsmusik.

Das Ensemble besteht aus Mitgliedern einer Familie: Tatjana Luchian (Violine) und Romeo Luchian (Akkordeon und Klavier) sind Musikprofessoren und haben ihren Töchtern schon früh eine musikalische Ausbildung an privaten Schulen in Moldawien und Rumänien ermöglicht. Sie musizieren mit ihren Töchtern Daniela (23 Jahre, Quer- und Panflöte) und Michaela (19 Jahre, Violine) und Sohn David (7).

Über zwölf Jahre haben die beiden Nachwuchsmusikerinnen gelernt, ihre Instrumente perfekt zu beherrschen. Der Erfolg dieser Ausbildung spiegelte sich in den virtuosen Darbietungen des Abends wider.

Beliebte und bekannte Stücke wie Johann Strauß „Annen-Polka“, Johann Sebastian Bachs „Jesus bleibt meine Freude“ oder Georg Friedrich Händels „Largo“ aus der Oper Xerxes standen in der ersten Hälfte des Abends auf dem Programm und wurden in wechselnder Besetzung – vom Solo bis Quintett – beeindruckend interpretiert.

Während Romeo Luchian das harmonische Gerüst am Akkordeon gestaltete und mit seinen Fingern über die Tasten zu fliegen schien, wechselten sich die Töchter solistisch bei den einzelnen Titeln ab. Eine nahezu unglaubliche Intensität hatten jedoch die Darbietungen der erst 19-jährigen Geigerin. Sie verzauberte das Publikum mit einer besonderen Mischung von Feinsinn und Energie. Besonders brillierte sie mit „Csárdás“, dem beliebtem Virtuosenstück des italienischen Komponisten Vittorio Monti. Die Farb- und Stimmungswechsel ihres atemberaubenden Spiels führten zu absoluter Stille und Konzentration bei den Zuhörern. Anschließende brandete lautstarker Beifall und Jubel auf.

Aber auch das volle Ensemble riss die Weyher immer wieder von den Bänken. Zum einen zollten sie der musikalischen Leistung ihren Respekt, wollten zum anderen aber auch sehen, wo die Töne herkamen, als der Erstklässler David Luchian mit seiner Holzflöte die Kirchenbühne erklomm und den Leistungen seiner Schwestern keineswegs nachstand.

Mit Stücken wie „Einsamer Hirte“ von James Last – ebenfalls gefühlvoll und anmutig von Tochter Daniela und Mutter interpretiert – oder dem Schneewalzer fand sich aber auch leichtere Kost im Programm des Abends wieder.

Zum Abschluss des Konzertes sangen die weiblichen Familienmitglieder, vom Vater am Akkordeon und Klavier begleitet, mit glockenklaren Stimmen das melancholische georgische Volkslied „Suliko“ und „Kein schöner Land“ bevor sich die musikalische Familie mit dem Radetzky-Marsch vom restlos begeisterten Weyher Publikum verabschiedete.

Beeindruckt von der Leistung des Familienensembles zeigten sich auch die Zuhörer Eckardt und Heide Lange aus Kirchweyhe: „So tolle solistische Einlagen, besser als David Garret, und alles ohne technische Verstärkung, ein echter Glücksgriff“, meinten Sie sicherlich in Übereinstimmung mit den weiteren Musikkennern.

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