Quartiersarbeit in Kirchweyhe soll Menschen zusammenbringen

„Hilfsbereitschaft unter Nachbarn war früher größer“

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Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales Udo Petersohn (stehend) nannte Chancen der Quartiersarbeit. Diese wird von Christin Brümmer (2.v.r.) koordiniert.

Kirchweyhe - Von Katharina Schmidt. Der Anfang ist gemacht: Mit einer Bürgerkonferenz leiteten die Gemeinde Weyhe, der Verein Pro Dem und der Seniorenbeirat am Mittwochabend die Quartiersarbeit in Kirchweyhe ein. Ein gut besetztes Forum der örtlichen KGS zeigte: Das Interesse ist da.

Quartiersmanagerin Christin Brümmer stellte das Konzept der Quartiersarbeit vor. Dieses wird von Ansprechpartnern in der Nachbarschaft geprägt. Deren Aufgabe: Augen und Ohren offen halten, um zu erkennen, ob jemand Hilfe benötigt.

Hohe Zahl potenzieller Helfer in der Gemeinde

Kirchweyhe ist mit rund 9700 Bewohnern der einwohnerstärkste Teil der Gemeinde. Laut Brümmer sind 588 Bewohner in einem Alter, in dem Menschen erfahrungsgemäß auf Hilfe von Ansprechpartnern in der Nachbarschaft angewiesen sein könnten. Die Zahl der potenziellen Helfer in Kirchweyhe sei um ein Vielfaches höher.

Die erste Frage aus dem Publikum bei der Bürgerkonferenz lautete, wie Geber und Nehmer von Unterstützung zueinanderfinden. Dafür gibt es laut Brümmer verschiedene Möglichkeiten wie Internet, Mund-zu-Mund-Propaganda, Zeitung und Flyer. Laut Jürgen Herrmann, Mitbegründer des ersten Quartiers in der Gemeinde vor sieben Jahren, haben sich in den anderen Ortsteilen zudem regelmäßige offene Treffen etabliert.

Nachbarschaftshilfe soll zurückkehren

Die Anwesenden überlegten, wo ein solches Treffen in Kirchweyhe Menschen zusammenbringen könnte. Als Favorit kristallisierte sich das Feuerwehrgerätehaus heraus. Die Ansprechpartner der Quartiersarbeit haben beschlossen, ein erstes Treffen in die Wege zu leiten.

Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales Udo Petersohn freut sich auf die Netzwerke, die entstehen könnten. „Vielleicht ergibt sich sogar ein Straßenfest, so wie es früher war“, malte er sich aus.

Hildburg Flügger, Besucherin der Konferenz, ist auf die Quartiersarbeit in Kirchweyhe gespannt. Ihr erster Eindruck? „Sehr positiv“, beschreibt die 64-Jährige. Sie sei durch Bekannte aus Sudweyhe auf das Konzept aufmerksam geworden. Auch ihr Mann Hans-Günther interessiert sich für die Quartiersarbeit. „Früher war die Hilfsbereitschaft unter Nachbarn viel größer – das gibt es in Kirchweyhe so gut wie gar nicht mehr“, bedauert er. Um das zu ändern, seien sie auf der Konferenz, ergänzte Hans Schumacher (75).

Anfangen, Fehler machen, lernen

Ein anderer Teilnehmer sieht der anstehenden Formierung des Quartiers gelassen entgegen: „Einfach anfangen“ ist seiner Meinung nach der richtige Weg. „Dann stellt man Fehler fest, und aus Fehlern lernt man.“

Für Kirchweyhe haben sich bisher zwölf Ansprechpartner für die Nachbarschaft gefunden. Eine davon ist Gudrun Ahlborn. „Ich gehe gerne spazieren, man kennt die Nachbarn“, erzählt sie. Dabei Augen und Ohren offen zu halten, sei kein großer Aufwand. Sehr gut sei, dass die Ansprechpartner in der Nachbarschaft auf professionelle Hilfe zurückgreifen könnten. „Das gibt Sicherheit.“

Helfer benötigen keine Vorkenntnisse

„Mir geht es genauso“, meint Angelika Garbsch. Quartiersarbeit sei sehr sinnvoll. Sie erzählt, dass sie mehr als 20 Jahre lang in der ambulanten Pflege gearbeitet habe. Sie kenne die Bedürfnisse und Sorgen älterer Menschen. „Ich bin für bestimmte Probleme sensibilisiert.“

Bestimmte Vorkenntnisse sind für Helfer im Quartier aber nicht erforderlich. „Wir wünschen uns natürlich noch mehr Ansprechpartner in der Nachbarschaft“, sagt Christin Brümmer. Bisher für dieses Amt gemeldet haben sich Gudrun Ahlborn, Jochen Brandt, Thomas Brugger, Angelika Garbsch, Margret Garlich, Alfred Garlich, Jürgen Herrmann, Manfred Soboll, Margrit Stecher, Heike Steinhauer, Bernd Urban und Werner Wittrock.

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