Henni Sudhop passt als Urlaubsvertretung auf zwölfjährigen Eber auf

„Schweinchen“ will nur ohne Leine Gassi gehen

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Ungewöhnliches Haustier, das in Weyhe zur Kurzzeitpflege ist: Henni Sudhop füttert ihr „Enkelschwein“ mit Apfel, Möhre und Banane

Kirchweyhe - Von Vanessa Siemer. Henni Sudhop ist Urlaubspflegerin für ein ungewöhnliches Haustier: Die 65-Jährige kümmert sich um den Eber „Schweinchen“. Wenn ihr Sohn Torben Sudhop im Urlaub ist, wohnt das Minischwein in ihrem Garten.

„Sag mal, spinnst du?“ Das war die erste Reaktion von Henni Sudhop, als ihr Sohn ihr erzählte, dass er sich ein Hausschwein kaufen wolle. Heute hat sie keine Berührungsängste mehr. „Eigentlich ist der Eber pflegeleicht“ sagt sie.

Das Minischwein ist zwölf Jahre alt. Etwa genauso lange lebt es schon bei seinem „Herrchen“ Torben Sudhop in Lohne.

„Wenn mein Sohn nur kurz wegfährt, nimmt er sein Hausschwein in einer Transportbox mit. Aber ein langer Urlaub und eine lange Reisezeit, das ist zu viel Stress für ein Schwein und auch kein richtiger Urlaub für den Menschen“, erklärt die 65-Jährige.

„Wenn Torben mit seinem Haustier kommt, sagt er immer, dass er mir mein ‚Enkelschwein‘ vorbeibringt“, erzählt Henni Sudhop lachend. Der Eber sei wie ein weiteres Kind für ihren Sohn, dessen Nachwuchs bereits erwachsen ist. Das Schwein laufe ihm hinterher, als hätte er eine Leine in der Hand. Gassi gehen mit „Geschirr“, dass funktioniere jedoch nicht, sagt die Pflegemama Sudhop über das ungewöhnliche Haustier.

„Sieht der Eber meinen Sohn, wirft er sich auf den Boden und will gekrault werden. Ist Torben aber länger weg, dann ist das Tier mindestens einen Tag lang beleidigt und bleibt in seiner Hütte“, berichtet Sudhop.

Die Behausung, in der das Schwein in Weyhe die Zeit verbringt, ist selbst gebaut und hat ein richtiges Dach. Sie ist mit vielen Decken ausgestattet, und im Winter wird dort sogar die Fußbodenheizung angeschaltet. „Er kann sich selber zudecken, er liebt die Wärme“, erklärt Henni Sudhop.

Früher habe der Eber viel Blödsinn angestellt, sei unter den Tisch gelaufen und habe die Schnürsenkel aufgemacht. „Jetzt ist er nur noch ein faules Schwein, sein Leben besteht aus Essen und Schlafen“, schmunzelt sie.

Das Tier ist nicht laut – die Nachbarn von Henni Sudhop werden nicht gestört. „Wenn sie wissen das ‚Schweinchen‘ da ist, geben sie mir auch mal Salatblätter über den Zaun“, sagt sie.

Der Vierbeiner lebt vegetarisch und bekommt zwei Mal am Tag eine kleine Ration. Zum Essen gibt es einen halben Apfel und eine halbe Möhre. Als Leckerli darf er zwischendurch auch Mal eine Banane oder eine Rosine naschen. Man müsse aber aufpassen, dass er nicht zu dick wird, erklärt Sudhop, sein Bruder sei an Überfettung gestorben. Wirklich krank war „Schweinchen“ noch nie. „Nur einmal musste er nach Hannover in die Klinik, weil er Zahnprobleme hatte. Es wurden ihm die Keilerzähne entfernt“, sagt die Urlaubspflegerin.

Im eigenen Zuhause in Lohne läuft das Schwein frei umher und darf sogar mit in die Wohnung. „Er ist stubenrein, wenn er nach draußen muss, meldet er sich und fängt an zu grunzen.“

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