Bebauungsplan beschlossen

Häuser rücken in Sudweyhe näher an das Abstellgleis

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Das ehemalige Areal der Raiffeisen-Warengenossenschaft Sudweyhe erstreckte sich auf beiden Seiten der Bahn. Auf der linken Hälfte waren Kornannahme, Waage und Lager. Auf der rechten Seite stand der Güterschuppen mit Laderampen.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Für manche Anwohner sind die am Bahnhof Sudweyhe abgestellten Waggons kein schöner Anblick. Der Zuhörer Oliver Straßberger hat den Mitgliedern des Bauausschusses am Dienstagabend die Situation am ehemaligen Areal der Raiffeisen-Warengenossenschaft im Rahmen der Beratung zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 28 „Westlich Hoher Geestweg“ geschildert.

Er wollte wissen, ob die Gemeinde darauf einwirken könne, die Wagen zu entfernen. Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski betonte, dass die Waggons in einem Bahnhof stehen, der von der BTE bewirtschaftet wird. „Unternehmen zahlen dafür, dass dort Wagen abgestellt sind“ erklärte er. Zuschauer glauben, dass die Kritik lauter werden könnte, wenn die Wohnbebauung mit bis zu 22 Einfamilien- und Doppelhäusern (wir berichteten) näher an die Schiene rückt.

Bürger, die seit vielen Jahrzehnten in Sudweyhe leben, berichten, dass das Gleis der Kleinbahn durchgängig als Abstellplatz für Waggons diente. Es „parkten“ dort beispielsweise Kesselwagen mit Restflüssigkeiten, die in Kirchweyhe gereinigt werden sollten, Stückgut-Waggons und Wagen für Kohle.

Früher waren Waggons kein Problem

Dort, wo die Wohneinheiten entstehen sollen, befand sich ein Güterschuppen. - Repro: Schritt

In den 1970er- und 1980er-Jahren waren abgestellte Waggons nie ein Problem. Weder haben damals Reiter vom unmittelbar angrenzenden Reitplatz protestiert noch Mitarbeiter und Kunden der Raiffeisen-Warengenossenschaft Sudweyhe. Auf dem Gelände der Mühle mit Korn-Annahmestelle, Diesel-Tankstelle unter freiem Himmel, Silos auf der einen Seite der Bahn und einem Holz-Schuppen, in dem Düngemittel und auch mal Schmierstoffe auf der anderen Seite gelagert worden waren, waren abgestellte Wagen nie ein Problem.

Zuhörer Rüdiger Drewes regte an, in die Planungen auch die freie Fläche auf der anderen Seite der Bahn miteinbeziehen. Die Leesterin Kerstin Daneke empfahl, eine fußläufige Querverbindung im neuen Wohngebiet zu ermöglichen. Um die Grundstücke zu erreichen, soll laut Unterlagen eine Stichstraße mit Wendeplatz gebaut werden.

Geruch von Ställen wird berücksichtigt

Im Verfahren wird laut Planerin Viona Dropmann geklärt werden, wie der Umgang mit Geruchsimmissionen aus der Schweinemast ist. Eine förmliche Umweltprüfung sei bei einem B-Plan der Innenentwicklung entbehrlich, so Dropmann, aber die Umweltbelange würden später, im Rahmen der Abwägung, eine Rolle spielen.

Die Politik stimmte einstimmig für den Aufstellungsbeschluss. Als Verfahrensschritte folgen die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange.

Ein Kommentar zum Beschluss von Sigi Schritt

Wer in die Nähe eines Flughafens zieht, muss mit Fluglärm rechnen. Wer ein Grundstück an einem Abstellgleis kauft, darf sich weder über den rollenden Verkehr noch über stehende Waggons wundern. Erwarten dürfen die neuen Gleisnachbarn aber, dass weder feste noch flüssige Ladung aus den Waggons ausgetreten ist. 

Was man nicht sofort sieht, ist die Beschaffenheit des Bodens: Wer ein Grundstück für seine Familie kauft, sollte daher sicher sein, dass Kinder auf unbelastetem Boden spielen können. Im Güterschuppen – so berichten Zeitzeugen – hatten damals nicht nur Düngemittel und Kohlen gelagert, sondern auch Kraft- und Schmierstoffe für die Unimogs und Lastwagen der Genossenschaft. 

Eine Untersuchung des Bodens kann schnell für Gewissheit sorgen. Deshalb sollten die politischen Entscheider im Rahmen der Umweltprüfung besonders genau hinschauen.

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