Verständnislosigkeit über Aussage des Bauhofs

Hälfte der Wege in Weyhe ist nicht in Ordnung

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Dietrich Struthoff (links), Dr. Dennis-Kenji Kipker und Ingrid Söfty macht der Zustand der Straße Am Geestweg Sorgen. Struthoffs vierbeinige Begleitung hingegen scheinen die Versackungen beim Sonnenbaden nicht zu stören.

Weyhe - Von Julia Kreykenbohm. Dietrich Struthoff, Ingrid Söfty und Dr. Dennis-Kenji Kipker von der CDU-Fraktion Weyhe sind irritiert. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten erklärt, sie sähen bei den Straßen, deren Seitenrändern, sowie Rad- und Gehwegen der Gemeinde keinerlei Handlungsbedarf.

Doch da sind die drei CDUler völlig anderer Meinung. „Wenn ich beispielsweise im Dunkeln von der Ratssitzung komme und vom Rathaus zum Henry-Wetjen-Platz fahre, holpert es gefährlich“, berichtet Struthoff. Durch die Wurzeln der Bäume, die an den Wegen stehen, würden die Gehwegplatten hochgedrückt. Das sei auch eine Gefahr für Personen mit Rollatoren oder Senioren, die leicht stürzen und sich dabei verletzen können. „Dabei ist die Gemeinde für die Sicherheit verantwortlich.“

Pflastersteine wurden entfernt und nicht ersetzt

Struthoff, Söfty und Kipker schauen sich auf der Straße Am Geestweg um, deren Seitenränder Versackungen zeigen. „Wenn es regnet, muss man durch den Matsch, und das ist ein Schulweg“, sagt Söfty. Noch schlimmer sei es beim Friedhof in Leeste, wo Pflastersteine weggenommen und nicht ersetzt worden seien. Stattdessen habe man Sand reingefüllt, der bereits ausgewaschen ist. „Das war wohl die billigste Lösung“, meint Struthoff und schüttelt den Kopf. „Wenn der Bauhof das nicht schafft, sollte man eine Fremdfirma beauftragen, das Geld ist ja da.“

Die CDU habe sich dafür eingesetzt, im Haushalt 2016/17 rund 250.000 Euro bereitzustellen, um die Rad- und Fußwege zu sanieren. 250 Kilometer gibt es davon in der Gemeinde.

Bauhof erkennt keine Mängel an den Wegen

„Auf der einen Seite sollen die Leute mehr Rad fahren, auf der anderen Seite muss man aber auch die Wege dafür schaffen. Auf der Straße ist es oft zu gefährlich, weil Autofahrer sie bedrängen“, so Struthoff. Nach Ansicht der Politiker sind 50 Prozent der Rad- und Fußwege nicht in Ordnung. Im Frühjahr habe der Bauhof dann die Wege abgefahren und nichts beanstandet.

Daraufhin habe sich die CDU an den Bürgermeister gewandt. „Er sagte, er sei froh, wenn man ihm die Dinge nenne, die behoben werden müssten. Also sind wir an zwei Tagen verschiedene Straßen abgefahren und haben alles dokumentiert.“ Ergebnis ist eine lange Liste, auf der unter anderem die Straßen Bahndamm, Siedlungsweg und Weidufer genannt werden.

ADFC: Lage für Fußgänger kritischer als für Radfahrer

Diese Liste liegt der Verwaltung bereits vor. „Nächste Woche werden wir damit beginnen, die Punkte abzuarbeiten“, verspricht Erika Janke, verantwortlich für Gebäudewirtschaft. Einige Straßen stehen betreits auf der To-Do-Liste, wie die Bahnhof- oder die Alte Hauptstraße.

Holger Opitz vom ADFC Weyhe sieht die Angelegenheit etwas differenzierter. „Es ist richtig, dass die Hälfte aller Strecken den einen oder anderen Schaden aufweisen und da muss was gemacht werden.“ Allerdings sind für ihn eher die Fußgänger die Geschädigten als die Radfahrer, denn „die können nicht ausweichen“.

Radfahrer dürfen die Straßen genauso nutzen wie Autofahrer, selbst wenn ein Radweg vorhanden ist. „Sie müssen diesen nur befahren, wenn er mit einem Schild ausgewiesen ist.“ Das Drängeln und Hupen der Autofahrer sei somit rechtswidrig. In Tempo-30-Zonen rät Opitz sogar dazu, auf die Fahrbahn zu wechseln. „Wer dann noch die holprigen Hochbauwege nutzt, ist selber Schuld.“

Gehwege für Radfahrer ausgewiesen, obwohl sie ungeeignet sind

„Sorgenkinder“ in der Gemeinde Weyhe, die Opitz spontan einfallen, sind die Alte Postsraße, die erhebliche Schäden aufweise, die Melchiorshauser Straße, wo die Laternenmasten mitten auf dem Radweg stünden und der Radweg Am Bruch, an dem bereits Warnschilder vor der Nutzung abraten.

Ein weiteres Problem ist seiner Meinung nach auch, dass man viele Gehwege für Radfahrer ausgewiesen habe, obwohl sie für diese eigentlich nicht geeignet sind – was bei den Radlern für Unmut sorgt. Das sei nicht zielführend. „Wir werden das beizeiten ändern müssen, dann werden diese aus der Statistik der schadhaften Radwege schon mal rausfallen.“

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