Weyher Hacheschule: Start in das neue Schuljahr

„Nur wer coronafrei ist, darf in den Unterricht“

Die Hacheschule: Die Klassen sind sowohl in der Förderschule (r.) als auch in der ehemaligen Grundschule (l.) und in Provisorien (hinterm Gebäude) untergebracht.
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Die Hacheschule: Die Klassen sind sowohl in der Förderschule (r.) als auch in der ehemaligen Grundschule (l.) und in Provisorien (hinterm Gebäude) untergebracht.

Weyhe – Die Sommerferien sind passé, die Schulen starten heute in ein neues Halbjahr. Das ist auch an der Hacheschule in Melchiorshausen so. Kurz vor dem Start muss Rektor Dr. Magnus Prangenberg noch einige Herausforderungen meistern. Das werde ihm gelingen, kündigt er an. Wenn es später rund laufe, habe er Zeit für seine Initiative, die er mit weiteren Rektoren anderer Förderschulen im Kreis gegründet hat, um inklusives Lernen weiterzuentwickeln.

Zunächst müssten seine aktuellen Probleme vor Ort bewältigt werden: Zum Schulstart seien zum Beispiel nicht alle mobilen Bauten mit Strom versorgt. Das sei jedoch wichtig, da neue Klassen in diese Container einzögen und unterrichtet würden. Strom sei allein schon deshalb notwendig, weil an heißen Tagen eine Klimaanlage die Temperaturen der Räume absinken lässt und eine Heizungsanlage bei kalten Tagen die Raumluft erwärmt. Die dürfe man aber nicht mit Lüftungsanlagen verwechseln, die in anderen Bildungseinrichtungen wegen Corona im Einsatz sind. Diese Geräte gebe es in dieser Weyher Schule nicht, sagt der Rektor.

Die Lehrkräfte müssten viel lüften. Außerdem müssten Schüler im Unterricht Masken tragen und sich regelmäßig testen lassen. Das müsse dokumentiert werden. Prangenberg glaubt, dass es weiterhin möglich sei, mit diesem Hygienekonzept „gut durch die Krise zu kommen“.

Der 52-Jährige kündigt an, dass er und die Lehrer wegen Corona nicht mehr so besorgt seien, weil man viel in Sachen Prävention tun könne. So startet die Schule mit einer sogenannten hochfrequentierten Testung nach den Vorgaben der Landesregierung. „Nur wer coronafrei ist, darf in den Unterricht.“ Außerdem werde kein Elterngespräch ausfallen, nur weil etwa ein Vater nicht getestet ist, sagt der Rektor. „Ich kümmere mich darum.“

Eine weitere Herausforderung zum neuen Schuljahr: Neue Computer seien an den ehemaligen Schulstandort in der Nachbarkommune Syke gesendet worden. Die Geräte seien nicht wie geplant in Weyhe angekommen. Weiterhin muss sich Prangenberg um Ersatz für erkrankte Mitarbeiter kümmern.

Was ihn noch umtreibe? Das sei die Gerüchteküche. „Die Wahrnehmung von Eltern, Kollegen, selbst vom Schulträger, ist, dass die Schule bald aufgelöst wird. Aber hier findet für viele Jahre noch Betrieb statt.“

Die Eltern-Nachfrage sei hoch, deshalb musste der Landkreis ein Teil des ehemaligen Melchiorshauser Grundschulgebäudes anmieten und weitere Mobilbauten für Klassen und Toilettenanlagen errichten.

„Wir nehmen die Kinder auf, weil die Inklusion nicht überall funktioniert“, so der Rektor.

Was ist an den Gerüchten dran? Tatsächlich sei die Hacheschule eine Bildungseinrichtung mit drei Schulen, erklärt der Rektor und nennt Zahlen. Zum neuen Schuljahr gibt es laut seinen Unterlagen 174 Schüler. Die kommen aus dem gesamten Nordkreis. Seit 2020 kämen Schüler aus dem Südkreis dazu, die eine 60-minütige Fahrt mit dem Taxi auf sich nehmen.

Von den 63 Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern würden zwei Drittel an Grundschulen und weiterführenden Schulen arbeiten. Allerdings sei jede zweite Stelle, die notwendig wäre, nicht besetzt. Es fehlten Lehrer. Am Geld liege es nicht, das nicht genügend Lehrer ausgebildet würden: Die Lehrkräfte würden wie Studienräte bezahlt.

„In unserem Haus sind wir aber gut versorgt“, so Magnus Prangenberg. Die Förderschule Lernen (fünfte bis zehnte Klasse) besuchen mehr als 110 Schüler, die sich auf neun Klassen verteilen. In kommenden Jahr würden die letzten Fünftklässler begrüßt. Diese Schulform läuft 2028 aus.

Die Förderschule geistige Entwicklung für die Klassen 1 bis 9 befindet sich laut Prangenberg in Auflösung. Derzeit gibt es noch sogenannte Koopklassen an der KGS Brinkum (Jahrgang 7), KGS Kirchweyhe (Jahrgang 9) sowie Nordwohlde (Jahrgang 4). Wenn die Nordwohler Kinder in die fünfte Klasse kommen, ende dort die Betreuung durch die Hacheschule. In Sulingen gebe es seit 2020 eine neue Schule, die neue Klassen gründe. Deshalb würde von Melchiorshausen aus im Jahr 2022 nur noch eine einzige, die in Brinkum, betreut.

Bestandsschutz genieße die Förderschule Sprachen. Das betreffe sechs Klassen der Jahrgänge 1 bis 3. Für das Erlernen von Lese- und Schreibfertigkeiten zum Beispiel wegen Hörverarbeitungsproblemen würden sich die Hacheschule im Vergleich zu einer Regelgrundschule nicht zwei, sondern drei Jahre Zeit lassen. Die Hacheschüler würden dann in die dritte Klasse einer Grundschule in ihrem Wohnort überwiesen. „Dieses Modell hat sich bewährt, weil es eine intensive Förderung in den ersten drei Jahren bietet.“

Von Sigi Schritt

Vor den Containerbauten: Dr. Magnus Prangenberg, Förderschulrektor des Förderzentrums Hacheschule. Er zeigt die Eingänge der Klassen 7a und 7b.

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