GSR: Wolfgang Schaumann lädt zum Sportgipfel ins Rathaus ein

Flüchtlinge dürfen kostenlos Vereinsangebote nutzen

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Boxen ist nicht nur etwas für Jungen, sondern auch für Mädchen. Das beweist Boxring-46-Trainer Henry Driemeyer bei dieser Übungsstunde. Archivfoto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Rund ein Drittel der Bevölkerung in der Wesergemeinde ist Mitglied im Gemeindesportring (GSR), sagt der Sprecher des Gremiums, Wolfgang Schaumann. Damit auch Flüchtlinge die Möglichkeiten bekommen, sich in den Hallen oder auf den (Kunst-)Rasenplätzen körperlich zu betätigen, hat Schaumann die Vereine zu einer Art Sportgipfel ins Rathaus gerufen. Seinem Aufruf folgten der TuS Sudweyhe, der SC Weyhe, der TSV Weyhe-Lahausen, der Schwimmverein, der Boxring 46 und der TSV Melchiorshausen.

„Es ist mein Ziel, dass alle Schutzsuchenden in den Vereinen Sport treiben können, ohne einen Cent bezahlen zu müssen“, so Schaumann. Schaumann hatte sich zu diesem Thema mit Vertretern des Landes- und Kreissportbunds und dem zuständigen Fachbereich des Rathauses ausgetauscht und Informationen zusammengetragen. Das Ergebnis: Die Schutzsuchenden können in den Vereinen kostenlos mittrainieren, ohne gleich Mitglied werden zu müssen. „Sie sind haftpflicht- sowie gegen Unfallgefahren versichert und genießen Schutz gegen Invalidität.“ Um dies sicherzustellen kooperiere der Sportbund mit der ARAG-Versicherung. Wenn sie allerdings jedoch beispielsweise an Wettkämpfen in der Sparte Leichtathletik teilnehmen wollen oder an Turnieren etwa beim Fuß- oder Volleyball, dann müssen sie in den Verein eintreten. Doch Kinder und Jugendliche bekommen einen Zuschuss in der Höhe von zehn Euro, so dass die Mitgliedschaft laut Schaumann faktisch kostenlos ist. Etwas anderes gilt jedoch bei den erwachsenen Flüchtlingen. Wenn diese im Team oder für sich um Punkte kämpfen wollen, müssen sie den Vereinsbeitrag selbst bezahlen. Es gebe dazu spezielle Tarife. „Ein guter Fußballer aus Syrien wird auch bei uns schnell seinen Weg machen“, ist sich Schaumann sicher.

Beim Sportgipfel ging es auch darum, dass Vereine Ansprechpartner für Schutzsuchende finden, die sich für eine Sportart interessieren. „Derzeit gibt es diese Funktionsträger noch nicht. In der Regel übernehmen die Geschäftsführer der Vereine diese Aufgabe.“ Sie werden unterstützt vom Integrationsbeauftragten Esref Kizilkara aus dem Rathaus und vom Integrationslotsen Wahid Heydari, sagt Udo Petersohn, der derzeit den zuständigen Fachbereich im Rathaus leitet. Als Multiplikatoren fungieren allerdings auch die Familienpaten und die Kinder- und Jugendlichen in den Schulen, die selbst Sport treiben. „Die nehmen ihre Freunde mit in den Verein.“

Den Vorstoß des Gemeindesportrings findet Udo Petersohn „sehr gut“. Sport helfe, die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft voranzutreiben. Derzeit gibt es laut Petersohn in Weyhe 300 Schutzsuchende. „Es sind hauptsächlich Kinder, Jugendliche mit ihren Eltern.“

Dem Wunsch von Schaumann, auf der Homepage der Gemeinde die Angebote der Vereine in Form von Piktogrammen zu präsentieren, wolle die Verwaltung gerne nachkommen, so Petersohn. Das sei ja auch für Neubürger für die schnelle Orientierung interessant, lobt der Rathausmitarbeiter den Vorschlag des Gemeindesportrings.

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