Gruppe um Rainer Zottmann und Peggy Schierenbeck beschäftigt sich mit Verkehrsthemen

Gänsekamp als Fahrradstraße?

Fragen rund um den Verkehr in Weyhe stellt diese parteioffene SPD-Gruppe.
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Fragen rund um den Verkehr in Weyhe stellt diese parteioffene SPD-Gruppe.

Weyhe – Welche Verkehrsmittel nutzt du am häufigsten? Wie schätzt du die aktuelle Verkehrssituation ein? Welche Fahrräder benutzt du heute oder zukünftig? Antworten auf diese und sieben weitere Fragen sucht die parteioffene Gruppe „SPD-Radwerkstatt“, die sich nach Angaben ihres Sprechers Rainer Zottmann zum Ziel gesetzt hat, „den Verkehr nachhaltiger und zukunftsfähiger“ zu gestalten.

Außerdem geht es laut Zottmann darum, den vorhandenen Straßenraum in der Wesergemeinde „gerecht zu verteilen“.

Der Raum sei nämlich nicht unendlich erweiterbar, so der Gruppen-Sprecher. Deshalb haben die Sozialdemokraten vor einem halben Jahr die Werkstatt gegründet. Sie wollen den Blick nach vorne wagen, sagen sie. Mitglieder des ADFC und parteilose Bürger, die die Gruppe als Mobilitätsexperten ansieht, unterstützen die Gründer um Rainer Zottmann, Peggy Schierenbeck und Heinz-Wilhelm Niemeyer.

Fragebogen: Für drei Wochen im Internet

Der Fragebogen soll am Freitag im Internet zu finden und für drei Wochen anklickbar sein, kündigt Zottmann an. Nicht nur Radler könnten sich daran beteiligen, sondern auch Autofahrer, Fußgänger sowie Nutzer von Bussen und Bahnen. Die Initiatoren wollen ein Gefühl für die Stimmung in Weyhe bekommen. Außerdem wollen sie von den Bürgern wissen, welche Aktionen folgen sollten. Die Gruppe hat verschiedene Antwort-Möglichkeiten vorgegeben. So können sich die Teilnehmer zum Beispiel für das Thema Verkehrsaufklärung entscheiden. Zottmann zufolge ist es wichtig, dass Kinder bereits in der Schule die Verkehrsregeln lernen. Er glaubt, dass es aufgrund der Corona-Pandemie zahlreiche Schüler gibt, die bislang keine Fahrradprüfung abgelegt haben. Die sei in den meisten Grundschulen Bestandteil der Verkehrssicherheitstage. Verkehrsübungstage und Infoveranstaltungen zur Verkehrswende sind im Fragebogen ebenfalls als Aktionen genannt, die die Teilnehmer ankreuzen können.

Peggy Schierenbeck schlägt vor: Auf Messe Extra-Bereich für Rad-Mobilität

Peggy Schierenbeck regt an, zum Beispiel bei Messen wie der Weyher Gewerbeschau einen Bereich auszuweisen, der sich nur um Rad-Mobilität dreht. Möglich sei es aber auch, anlässlich eines Herbst- oder Frühjahrsmarktes ein Zelt auf dem Marktplatz ein Zelt aufzubauen, in dem über alle möglichen Arten von Räder informiert werde, ergänzt Zottmann. Der Gruppensprecher fragt in die Runde: „Wer kennt schon den Unterschied zwischen einem E-Bike und einem Pedelec?“ Wer nämlich E-Bike sage, meine meistens ein Pedelec, klärt der ehemalige Bremer Polizeidirektor auf. Bei dem E-Bike muss man nicht selbst mittreten, beim Pedelec schon.

Welche Ängste haben Weyher, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen?

Was die Gruppe besonders interessiert, ist die Frage, ob die Weyher Ängste haben, die sie daran hindern, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Die müsse man ernst nehmen, so Zottmann. Allerdings muss er auch zugeben, dass es in Weyhe keine expliziten Rad-Unfallschwerpunkte gibt.

Was auf den Straßen alles passieren kann, beschreibt Bernd Batke vom ADFC. Er fahre stets auf der Straße – da, wo es möglich sei. Dort registriere er mitunter Autofahrer, die drängeln und schließlich auch hupen. Und damit nicht genug: „Es gibt Autofahrer, die beim Überholen die Scheibenwischer-Anlage betätigen, sodass das mit Glykol versetzte Wasser in die Augen spritzt.“

Peggy Schierenbeck schlägt vor, in Weyhe ein alternatives Radwegenetz zu etablieren. Bernd Batke findet die Idee klasse und meint: „Der Gänsekamp sollte eine Fahrradstraße werden.“ Mit Wegen in der zweiten Reihe könnte man verschiedene Ortsteile verbinden, so Rainer Zottmann. Er betont, wie wichtig ein Kreisverkehr in Sudweyhe sei. So könnten Radfahrer sicher zum Wieltsee kommen. Und auch für die Rad-Pendler aus Weyhe, die die Bremer Industriegebiete ansteuern, müsse etwas getan werden. Die Gruppe unterstützt die Bremer Pläne, eine Radbrücke über die Weser parallel zur Autobahn zu errichten, die über die Weyher Korbinsel geht. Dass es vor Jahren in Dreye bei der DB-Baustelle anlässlich der Ochtum-Brückenerneuerung keine Möglichkeit gab, eine Brücke über die Ochtum zu errichten, sei bedauerlich. Aber das habe die Gemeinde geprüft, so Zottmann.

Weitere Infos:

www.survio.com/survey/d/A2U1R0O8B4M1Q2C8J

Von Sigi Schritt

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