Grundwasserproben aus Weyhe und Syke: Okeler Brunnen schießt Vogel ab

„Nitratkonzentration in jeder zehnten Probe zu hoch“

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Harald Gülzow

Weyhe/Syke - Von Philipp Köster. Landwirtschaftliche Gefährte mit Cloppenburger oder Vechtaer Kennzeichen bringen Gülle auf Weyher Feldern aus. Diese Beobachtung haben in der jüngeren Vergangenheit nicht nur die Erichshofer gemacht, die davon kürzlich beim Bürgergespräch mit Verwaltungschef Andreas Bovenschulte berichteten.

Die Anwohner machten ihrer Sorge um die Belastung des Grundwassers Luft. Und auch der Bürgermeister machte kein Hehl daraus, dass das Thema Wasser angesichts der Verunreinigung durch Nitrateintrag eines der Kardinalprobleme der Zukunft sein könnte, auch wenn es in Weyhe noch keinen Grund zur Besorgnis gebe.

Für eine Bürgerin lag die Schlussfolgerung nahe: „Wir essen zu viel Fleisch“, spielte sie auf die Massentierhaltung vor allem in den benannten Landkreisen an. Hintergrund: Trotz des Rückgangs der Anzahl von landwirtschaftlichen Betrieben ist die Zahl der gehaltenen Masttiere in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Passend dazu hat der Physiker Harald Gülzow jetzt die Ergebnisse aktueller Gewässerproben veröffentlicht. Bürger aus Weyhe und Syke hatten Anfang August im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Vereins VSR-Gewässerschutz vom Team rund um den Experten aus dem niederrheinischen Geldern insgesamt 83 Grundwasserproben untersuchen lassen. Ergebnis: „In jeder zehnten analysierten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.“ Den Vogel schoss ein Brunnen aus Okel mit 168 Milligramm pro Liter (mg/l) ab. Es folgen „auf den Plätzen“ Ergebnisse aus Ristedt (93 mg/l), Leeste (88), Barrien (54) und Sudweyhe (52).

Das Wasser ist derart belastet, dass es Gülzow zufolge nicht zum Befüllen eines Fischteichs taugt. Algen könnten sich massenhaft vermehren und bei ihrem Absterben zum Tod der Fische führen. Selbst beim Gießen von Blumen und Sträuchern sei darauf zu achten, dass der Stickstoffanteil zu dem des Nitrats passe.

Nach Angaben des Physikers ist den Landwirten die Nitratkonzentration nicht bekannt. Der Nährstoffgehalt in Gülle und Gärresten aus Biogasanlagen schwanke erheblich. Eine Düngeplanung sei demzufolge schwierig. Hinzu komme, dass das Ammonium in Gülle und Gärresten im Boden erst noch in Nitrat umwandeln müsse, damit die Pflanzen sie zum Wachsen nutzen können. „Die Nährstoffwirkung im Boden ist daher nicht sicher vorauszusagen, da die Umwandlung je nach Wetterlage unterschiedlich erfolgt. Die Gefahr der Nitratauswaschung ist bei Gülle und Gärresten immer sehr hoch.“

• Das Labor Mobil steht am Donnerstag, 17. September, von 9 bis 11 Uhr an der Poststraße vor dem Bassumer Rathaus. Interessierte können dort Proben abgeben.

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