Bolzplatz und Laufbahn: Rektorin sieht „erhöhtes Verletzungs- und Unfallrisiko“

Lahauser Grundschule funkt SOS

Laut Rektorin Edeltraud Zocher sanierungsbedürftig: Laufbahn und Bolzplatz neben der Turnhalle.
+
Laut Rektorin Edeltraud Zocher sanierungsbedürftig: Laufbahn und Bolzplatz neben der Turnhalle.

Die Grundschule Lahausen schlägt Alarm: Bei einer Besichtigung von Bolzplatz und Laufbahn hat die Sportfachkonferenz festgestellt, dass diese Areale nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen. Dieses Gremium zweifelt die Betriebssicherheit an und wünscht sich rutschfeste Bodenbeläge. 

Weyhe – Die Sportfachkonferenz der Ganztagsgrundschule Lahausen hat nach einer Besichtigung des Bolzplatzes und der Laufbahn festgestellt, dass „diese nicht mehr die geltenden Bestimmungen des Schulsports“ erfüllen. Mehr noch: Die Schulfachkonferenz kommt sogar zum Ergebnis, dass die „Betriebssicherheit und Einsatzbereitschaft“ für die Areale „nicht gegeben“ seien.

„Es besteht ein erhöhtes Verletzungs- und Unfallrisiko“, wird das Gremium konkreter. Diesen SOS-Ruf hat Edeltraut Zocher, Rektorin der Grundschule, bereits vor mehr als einem Jahr abgesetzt. Die Schule wünscht sich einen trittfesten und rutschfesten Bodenbelag. Passiert ist noch nichts. Die Gemeinde sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, weder für den Bolzplatz und Laufbahn direkt hinter der Sporthalle noch für das Spielfeld an der Lahauser Straße. Das hat eine Presseanfrage ergeben. Beide Plätze seien aber in einem schlechten Zustand, so die Rektorin.

Doch der Reihe nach: In einem Brief an die Gemeinde hatte die Schule im April 2020 dargestellt, dass die „gelenkunfreundlichen Bodenbeläge sowie Verwucherungen durch Wurzeln und Unkraut sowie die Unebenheiten“ die Gesundheit der Schüler gefährden. „Die Laufbahn ist weder tritt- noch rutschfest, der Bolzplatz ist nicht witterungsbeständig und langlebig bei intensiver Nutzung“, schreibt Edeltraut Zocher. Sie begründet, weshalb die Areale für die Schule so wichtig seien, gerade während der Corona-Pandemie: „Die Schule muss besondere Angebote für tägliche Bewegungszeiten sowie für spontanes Spielen und Sporttreiben zur Verfügung stellen.“ Spiel- und Sportfeste, schulinterne Wettkämpfe und Turniere gebe es regelmäßig, sie könnten aber nur eingeschränkt veranstaltet werden, „wenn die Areale Mängel aufweisen“. Die Schule weist auf ihr Leitbild hin, wonach sie unter anderem eine „sportfreundliche“ Einrichtung sein möchte. In den großen Pausen werde der Bolzplatz gerne von den Kindern benutzt, schildert die Rektorin. „Für eine kind-, lehr- und lerngerechte Umgebung muss gesorgt und das Schulgelände entsprechend gestaltet und gepflegt werden.“ Zocher zitiert Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die vorschreiben, dass der Bodenbelag frei von Stolperstellen und größeren Unebenheiten sein sowie eine ausreichende Wasserabführung besitzen müsse. Der Boden dürfe weder verschmutzt, vermoost noch veralgt sein, erinnert Zocher die Gemeinde an die Sorgfalts- und Aufsichtspflicht.

Die Schule wünscht sich zum Beispiel den Einbau eines Regupol-Tartanbodens sowie einen Regupol-Spielfeldboden für den Bolzplatz sowie für die Laufbahn. Die Untergründe seien langlebig, robust und gelenkschonend. „Die Elastizität auf der ganzen Fläche ist dauerhaft und gleichmäßig. Das Verletzungsrisiko wird minimiert“, so Zocher.

Die Gemeinde hatte vor einem Jahr Kosten in Höhe von rund 24 0000 Euro ermittelt.

Die Rektorin erneuerte auf Nachfrage die Kritik und spricht hinsichtlich der Areale weiterhin „von einer Notsituation“. Die Schule benötige die Flächen. „Bewegung ist fürs Lernen wichtig. Kinder haben Defizite. Sie müssen laufen“, sagt sie. Derzeit könnten die Sportlehrer laut Zocher nur draußen Übungen machen. Die Rektorin vertraue auf die Kreativität der Pädagogen, um den Sportunterricht im Freien abwechslungsreich und zugleich gefahrlos zu gestalten. Der Förderverein der Schule setze sich für eine Schulhofgestaltung ein, aber er könne nicht auch noch die Sanierung der Areale bezahlen. Das sei Sache der Gemeinde.

Und was sagt die Verwaltung zu dieser Problematik?

Die Gemeinde bestätigt auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Areale nicht gesperrt seien und „eine umfassende Sanierung“ derzeit nicht geplant sei.

Ob Verletzungsrisiken vorliegen, würde regelmäßig geprüft. Eine „aktuelle Gefahrensituation“ habe die Schule „nicht gemeldet“. „Möglicherweise erforderliche Maßnahmen, wie das Auffüllen mit Sand, würden kurzfristig mit dem Baubetriebshof abgesprochen.“

Der Bolzplatz habe einen Untergrund aus Sand beziehungsweise Mutterboden, teilt die Gemeinde mit. Aufgrund der häufigen Nutzung wären Rasensaat oder Rollrasen nicht zielführend, da sich laut Gemeinde umgehend eine Abnutzung einstellen würde. „Die Laufbahn wird jährlich im Juni hergerichtet, damit sich die Schülerinnen und Schüler auf die Bundesjugendspiele vorbereiten können und die Schule diese kurz vor den Sommerferien abhalten kann.“

Zu den genauen Sanierungskosten merkt die Gemeinde jetzt lediglich an, dass diese erst im Anschluss, abhängig vom Arbeitsaufwand für den Baubetriebshof, beziffert werden könnten.

Von Sigi Schritt

Die Schule wünscht sich für dieses Spielfeld an der Lahauser Straße einen sportfreundlichen Belag.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Fahrerinnen leicht verletzt
Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren
Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Keine Diepholzer Firma ruft Corona-Hilfen ab

Kommentare