Drittklässler Lasse Wieting aus Sudweyhe setzt sich für Kinder in ärmeren Ländern ein

Grundschüler spendet Ziegen für Niger

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Lasse Wieting zeigt auf dem Globus das Land Niger. Dort befinden sich afrikanische SOS-Kinderdörfer, die der junge Sudweyher unterstützen will.

Sudweyhe - Afrika ist weit weg. Doch die Entfernung ist für den Drittklässler Lasse Wieting kein Grund, sich nicht für Menschen dort einzusetzen. Der Achtjährige aus Sudweyhe hat von einem besonderen Projekt der SOS-Kinderdörfer gehört, was sein Interesse geweckt hat und das er mit aller Kraft unterstützen möchte.

Der junge Sudweyher möchte Familien im Niger, deren Kindern hungern oder durch Mangelernährung geschwächt sind, Ziegen finanzieren. Laut SOS-Projektbeschreibung könne so ein Tier deshalb Wunder bewirken, weil es eine ganze Familie ernähren kann. Die Milch von Ziegen sei sehr nahrhaft.

30 Euro koste es nur, so Lasse, um eine junge Ziege zu finanzieren. Damit könnte eine afrikanische Familie eine Perspektive bekommen. Lasse hat sich intensiv erkundigt, was dort im Niger möglich ist: Familien könnten sich langfristig selbst ernähren. Die Milch der Ziegen, der Käse und eine „fura“ genannte Brühe stillt laut Informationen der SOS-Kinderdörfer den Hunger der Kinder und fördere deren gesunde Entwicklung. Wenn Familien die Milch und den Käse nicht vollständig selbst benötigen, könnten sie den Überschuss verkaufen. Mit den Einnahmen können sie Medikamente und Schulbücher für die Kinder kaufen, so Lasse.

Mutter Maren ist sehr stolz

Die Ziege sei das älteste Haustier der Welt, habe der Drittklässler herausgefunden. Sie sei die „Kuh des kleinen Mannes“, weil sie im Verhältnis zum Körper viel Milch gibt und wenig Platz und Futter benötigt.

„Und selbst der Ziegenmist ist wertvoll: Er ist nämlich guter Dünger für die Felder, auf denen Gemüse angebaut werden kann.“ Bekommen die Muttertiere Jungtiere, könnten diese wiederum an andere Menschen im Dorf weitergegeben werden.

Seine Mutter, Maren Wieting, ist sehr stolz auf das Engagement, das ihr drittes Kind zeigt. Lasse sei ein Junge, der sich „über das Elend der Welt sehr viele Gedanken macht“. Er suche Lösungsansätze, mit denen er selbst als Taschengeldempfänger ganz konkret selbst helfen kann.

Mitschüler helfen bei Ziegen-Spende

Auf die Idee, für ein afrikanisches SOS-Kinderdorf im Niger Taschengeld zu geben, kam er vor einigen Wochen. Er hatte selbst nur Geld für eine halbe Ziege, doch er wollte mehr finanzieren. „Eine Herde besteht aus sieben Ziegen.“ So folgte rasch die Idee, seine Mitschüler in der Sudweyher Grundschule einzubeziehen. Dabei sei er nicht sicher gewesen, ob ihn die Mädchen und Jungen unterstützen würden, blickt seine Mutter zurück. Aber sie machte ihm Mut. „Selbst wenn ihn fast alle Kinder ausgelacht hätten, aber nur ein einziger Junge oder ein einziges Mädchen etwas vom Taschengeld abgegeben hätte, wäre die Aktion schon ein Erfolg gewesen.“

Es komme nicht auf die Höhe des Betrages an, sagt Lasse. Er gibt ein Beispiel: Ein Mitschüler habe nur ein paar Cent-Stücke locker machen können, und man habe gemerkt, dass er sich das Geld schon zusammenkratzen musste. Doch sein Mitschüler habe den Betrag mit Herzblut gegeben.

Möchte jemand unterstützen?

Lasses Idee kam in der Paul-Maar-Ganztagsschule an und zog Kreise. Rasch war das Geld für das erste Tier zusammen. Lasse hängte eine Spendenquittung im Klassenraum auf. Dann folgten weitere Cents und Euros für seine Spendenkasse. So erreichte Lasse schnell sein Ziel, eine ganze Herde zu kaufen. Aber er will mehr.

Wer Lasse unterstützen möchte, kann sich mit ihm in Verbindung setzen. Seine Eltern haben für Lasse Wieting eine besondere E-Mail eingerichtet. Sie lautet ziegenfuerafrika.lassewieting@gmail.com.

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