Rund 30 Zuhörer interessieren sich bei Bürgerversammlung im Weyher Rathaus für Pläne zum „Gewerbegebiet Ristedter Straße“

Grüngürtel soll künftiges „GS agri“-Areal umgeben

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Bürger fragen am Mittwochabend im Rathaus kritisch nach. Die Planer wollen die Bedenken ins Verfahren einbringen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Politik hat beim Flächennutzungsplan „Gewerbegebiet Ristedter Straße“ das letzte Wort. Das hat Karsten Ciglasch, Stadtplaner des Büros P3, das für die Gemeinde tätig ist, mehrfach am Mittwochabend bei der Bürgerversammlung im Rahmen der ersten Beteiligung der Öffentlichkeit im Rathaus betont.

Das Büro hatte für den Umzug des Leester „GS agri“-Standorts innerhalb der Gemeindegrenzen eine geeignete Fläche gefunden: gegenüber dem Grenzweg (wir berichteten). Als noch Areale an der Bundesstraße 6 im Gespräch waren, hatten Melchiorshauser Bürger den Blick der Planer auf die Ristedter Straße gelenkt. Diese Melchiorshauser hätten aber nicht für die Bürgerinitiative gesprochen, stellte deren Sprecher Dieter Höft gestern klar.

Die Initiative, so Höft, will „GS agri“ ganz aus Melchiorshausen heraushalten. Er sagte, gemeint waren Flächen hinter den Windrädern. Dort, auf Syker Gebiet, heißt die Straße allerdings Leester Straße.

„Nicht zu pingelig sein“

Wie Höft äußerten weitere Weyher ihren Unmut darüber, dass die Gemeinde die besagte Fläche vor dem Abschluss des ergebnisoffenen Verfahrens gekauft hatte. Der Melchiorshauser trug zahlreiche Bedenken beispielsweise zu den Themen Staub und Lärm vor.

Doch nicht alle 29 Zuhörer sangen das gleiche Lied: Einer der rund 30 Zuhörer mahnte, bei den von der Initiative vorgebrachten Zweifeln, „nicht zu pingelig zu sein“. Stadtplaner Christian Silberhorn versicherte, die vorgebrachten Bedenken auch hinsichtlich des Brandschutzes ernst zu nehmen.

Von dem 33 000 Quadratmeter großen Areal bekommt die Genossenschaft 20 000 Quadratmeter. Die Fläche soll als Sonderbaufläche „Argarhandel“ ausgewiesen werden – Mühlen und Mischfutterwerke sowie Mobilfunkmasten als Haupt- oder Nebenanlagen sind ausgeschlossen. Um das Betriebsgelände sollen Grüngürtel und jeweils zwei Regenversickerungsgruben entstehen, um die sich künftig die Gemeinde kümmern will.

Eine Frage der Statik

Auf dem „GS agri“-Areal sollen nur ein Getreideumschlagplatz und Betriebsmittel samt einer Tanksäule zulässig sein soll. Es gehe nicht mehr Lärm aus als von einem anderen Gewerbegebiet, so Ciglasch. Auch falle künftig weniger Staub an als bei der Abladung des Korns in Leeste, betonte Jürgen Focke, Bau- und Projektleiter bei „GS agri“. Und der Transport des Getreides geschehe durch eingehauste und schallisolierte Gebläse. Auch die Silos seien lärmgeschützt.

Die Planungen sehen sechs Silos vor, deren Haube in 29 Metern Höhe abschließt. Weitere drei Meter sind für Laufwege sowie für technische Anlagen vorgesehen. Der Frage aus der Zuhörerschaft, die Silos zu verbreitern und dadurch zu verkürzen, erteilte Focke eine Absage: „Das ist eine Frage der Statik.“ Ohnehin stünden die Silos die meiste Zeit des Jahres leer. Der Erntezeitraum umfasse 40 Tage und die Anlieferung sei dann von 6 bis 22 Uhr.

Anwohner und Gemeindearchivar Wilfried Meyer sagte, er habe sich bereits auf den Bau eingestellt und zu seiner Sichtachse in Richtung Sonnenuntergang eine Baumreihe gepflanzt. Da er glaube, dass „GS agri“ nicht auf eine Telefonfreileitung setzen wird, hoffe er, dass auch Anwohner von einem zu verlegenden Erdkabel profitieren sollten.

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