Annika Bruck an der Spitze der Liste für die Wahl des Gemeinderates

Grüne stellen 18 Kandidaten auf

Sprechen über ihre Ziele: Die Kandidaten für die Wahlen zum nächsten Gemeinderat und Kreistag: Hannelore Roitsch-Schröder, Annika Bruck sowie Jens Uhlhorn (von links nach rechts).
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Sprechen über ihre Ziele: Die Kandidaten für die Wahlen zum nächsten Gemeinderat und Kreistag: Hannelore Roitsch-Schröder, Annika Bruck sowie Jens Uhlhorn (von links nach rechts).

Die Grünen bewerben sich bei der Kommunalwahl im September mit 18 Kandidaten um Sitze im Weyher Gemeinderat. Annika Bruck, die jetzige Fraktionsvorsitzende, führt die Bewerberliste an. Die Spitzenkandidatin sowie die Bewerber Hannelore Roitsch-Schröder und Jens Uhlhorn stellen ihre Ziele vor.

Weyhe – Die Grünen haben auf dem Außengelände der Wassermühle Sudweyhe ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahl beschlossen. Es gibt 18 Bewerber für den Gemeinderat, sieben für den Kreistag. Die Grünen setzen auf ein bewährtes Team, aber auch auf neue Gesichter: Sieben der ersten zehn Kandidaten auf der Liste für den Weyher Rat gehören dem Gremium nicht an.

„Wir haben derzeit fünf Sitze im Rat und wollen die Anzahl auf acht ausbauen“, sagt die amtierende Grünen-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin Annika Bruck. Sie glaubt, dass dieses Ziel erreichbar sei, weil die nächste Wahl eine Klimawahl sei. Die Bundesebene strahle bis in die Kommunalparlamente aus.

Klimaschutz fange in den Kommunen an, erklären Annika Bruck sowie die weiteren Kandidaten Jens Uhlhorn und Hannelore Roitsch-Schröder in einem Pressegespräch. Die Grünen hätten erfolgreich dafür gekämpft, dass der Klimanotstand vor zwei Jahren in Weyhe ausgerufen worden sei. „Da muss was folgen“, betont Uhlhorn.

Die Grünen möchten ökologische Standards setzen und das nicht erst nach der Wahl, sagten sie. Aber es sei einfacher, wenn bei den entscheidenden Abstimmungen mehr Plätze von Grünen besetzt würden. Was sie damit meinen? „Wir möchten Gebäude besser bauen, als es die Baugesetze und die Ausführungsbestimmungen es vorschreiben“, erklärt Annika Bruck. So sollen auf gemeindeeigenen Flächen ökologische Standards künftig gesetzt werden – das sei ein Leuchtturmprojekt.

„Uns geht es nicht darum, das Bauen teurer zu machen, sondern darum, die Folgen der Klimakrise zu reduzieren.“ Wer Kohlendioxid reduzieren will, kann es durch einen höheren Gebäudeenergiestandard. „Am Ende soll das Gebäude weniger Energie verbrauchen, im Idealfall auch kein Gas“, ergänzt Annika Bruck.

Außerdem möchten die Grünen den Landschaftsplan aus dem Jahr 2001 neu auflegen. „Wir möchten schützenswerte Gebiete identifizieren und vor weiterer Bebauung schützen“, sagt Bruck. Nach wie vor ist den Grünen die Erweiterung des Gewerbegebietes Dreye West III ein Dorn im Auge. Hannelore Roitsch-Schröder kritisiert den Beschluss. Der Abstand zwischen Ochtum und dem neuen Rand des Gewerbegebietes sei mit einer 50- Meter-Distanz zu niedrig. Schützenswert sei die Leester Marsch. „Es geht nicht darum, Landwirtschaft zu verhindern, sondern Bebauung“, erklärt Bruck. Mit der promovierten Biologin Ulrike Buck kandidiere jemand, der Expertenwissen in den Rat hineinbringen werde, so Bruck.

Ein weiteres Themenfeld sei der Bau neuer Kitas. „Bei der neuen Kita Reinsweg sieht man jetzt, welche Verkehre sie produziert. Das merken die Anwohner vom Gänsekamp“, so Bruck. Für die künftigen Kinder der jungen Familien aus dem Neubaugebiet Westeracker könnte eine Kita an der Leester Straße interessant sein, schlägt Annika Bruck ein Szenario vor: Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle am Bahnhof Leeste bringen die Eltern ihre Kinder zur Kita, fahren weiter mit dem Rad zum Bäcker und stellen ihren Drahtesel dann beim Bahnhof unter. Eine Kita an der Leester Straße im Herzen Leestes gibt es noch nicht, aber sie könnte im ehemaligen Gasthaus Amelung, neben der Filiale der Kreissparkasse, entstehen.

Nach den Vorstellungen der Grünen müsste der Öffentliche Personennahverkehr ebenso gestärkt wie Radwege verbessert werden. Weyhe sei eine Gemeinde, die vom Autoverkehr belastet sei. Die Gemeinde sollte mehr tun für Fahrradpendler, sagt Hannelore Roitsch-Schröder. Außerdem müssten die Straßen ausgebaut und Schäden beseitigt werden. „Wir werden der FDP bei ihrem Antrag zustimmen, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen.“ Kein Bürger sollte zur Kasse gebeten werden.

Die Grünen hätten vom Drama gehört, dass Rentner plötzlich dicke Rechnungen bekommen hätten, die sie finanziell nicht begleichen könnten. Der Straßenausbau müsste über den Haushalt finanziert werden.

Die Angebote für die Jugend wollen die Grünen verbessern. „Hier hast du nix mehr, wenn du dich amüsieren willst“, so Roitsch-Schröder.

Von Sigi Schritt

Die Kandidaten

Gemeinderat

1. Annika Bruck
2. Malin Uhlhorn
3. Hannelore-Roitsch Schröder
4. Jens Uhlhorn
5. Wiebke Wildemann
6. Jörn Rosenthal
7. Dr. Ulrike Buck
8. Wilfried Brasch
9. Carl-Georg Wrage
10. Günther Schwarz
11. Vanessa Gräpel
12. Christian Richstein
13. Laineda Schulte
14. Heike Ozanna
15. Elmar Könemund
16. Holger Opitz
17. Luca Bruck
18. Hans-Jürgen Peter

Kreistag

1. Hannelore Roitsch-Schröder
2. Elmar Könemund
3. Laineda Schulte
4. Christian Richstein
5. Günther Schwarz
6. Jörn Rosenthal
7. Annika Bruck

(Nicht-gefettete Namen aktuelle Mitglieder des betreffenden Gremiums.)

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