„Gründungsväter“ der Leester WG kamen 1974 bei Amelung zusammen

Weihnachtsmarkt mit Hering

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Frühere und aktuelle Vorstandsmitglieder erinnern sich: (v.l.) Gerda Hüsing, Gerd Brünjes, Dietrich Struthoff, Klaus Hüneke und Carsten Hauch.

Leeste - Von Philipp Köster. Ein Fass eingelegte Heringe, Felle in der Garage von P.C. Horn, eine Bratwurstbude – bescheiden waren die Stände beim ersten Adventsmarkt im November 1974 in Leeste. Klaus Hüneke, P.C. Horn, Friedel Budelmann, das Ehepaar Stünkel und Jens Engel hatten den Markt in Ottokar Amelungs Gaststube „ausgekäst“. Die Planung für die vorweihnachtliche Veranstaltung war so etwas wie die Geburtsstunde der Werbegemeinschaft (WG), die in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag feiert (wie berichteten).

In den vergangenen Jahrzehnten bildete vor allem besagter Weihnachtsmarkt das wichtigste Präsentationsforum der Einzelhändler, auch wenn Form, Inhalt und Ort des Geschehens mehrfach wechselten, wie sich Klaus Hüneke (Kassenwart von 1974 bis 1988), Dietrich Struthoff (Vorsitzender von 1988 bis 1993) und sein Nachfolger Gerd Brünjes (von 1993 bis 1998) erinnern.

Das bunte Treiben mit Flohmarkt und – lange Jahre – verkaufsoffenen Geschäften suchte damals weit und breit seinesgleichen. „Die Leester WG hat in der Region als erste einen Adventsmarkt auf die Beine gestellt“, sagt Struthoff. Lange war er mit großem Festzelt, Moden- und Autoschau, Karussells sowie Kaffeetafel auch der größte im Landkreis. „Anfang der 1990er-Jahre hatten wir 120 Gewerbetreibende, die einen Stand aufbauten“, entnimmt Stuthoff einem Ordner mit alten Unterlagen. Die beiden Markttage über seien WG-Mitglieder damit beschäftigt gewesen, die Standgebühren zu kassieren. Und das ging nicht ohne Diskussionen ab, denn die hohen Stromkosten hätten zuweilen zu Unmut bei Beschickern geführt, die keine stromintensiven Stände aufgebaut hatten. Folglich wurde eine Sonderumlage für Betreiber mit gastronomischem Angebot eingeführt, die mit Waffeln, Puffern und Glühwein den Zählerstand in die Höhe trieben, sagt der ehemalige Sparkassenmann Klaus Hüneke.

Stromintensiv auch die Weihnachtsbeleuchtung. Als die WG 2005 alle Anlieger an einer Umlage beteiligen wollte und sich daraufhin Widerstand regte, „haben wir die Straße einfach dunkel gelassen“, sagt der damalige zweite und seit 2006 erste Vorsitzende der Händlergemeinschaft, Carsten Hauch. Aktuell gibt es 36 Sterne, die das Leester Zentrum in der Adventszeit festlich illuminieren, „inzwischen alle mit LED-Beleuchtung“, so Hauch.

Mit der Konkurrenz durch andere Adventsmärkte, kurzfristig sinkenden Mitgliederzahlen und einem Bedürfnis nach Zentralisierung ist die Traditionsveranstaltung von der Leester Straße über die Zwischenstationen KGS-Parkplatz (2002 bis 2004) und Sparkassen-Parkplatz (2005) seit 2006 an der Marienkirche beheimatet, worüber Hauch und die zweite Vorsitzende Gerda Hüsing sehr glücklich sind.

Doch 40 Jahre Leester WG sind freilich mehr als nur der Weihnachtsmarkt. Eine ähnliche Traditionsveranstaltung ist die Leester Fahrradrallye, für die am 17. Juni 1980 der Startschuss fiel und an der sich in diesem Jahr mehr als 800 Radler beteiligten. Carsten Hauch ist froh über die Zusammenarbeit mit den Schützen, auf deren Festgelände die Preisverlosung über die Bühne geht. Ebenso würden die Frühjahrs- und Herbstmärkte gut angenommen.

Auch wenn bei den Veranstaltungen nicht mehr als „Nullrunden“ (Gerd Brünjes) und keine Reichtümer zu erwarten seien, ist Hauch am Ende des Jubiläumsjahres guten Mutes, was den erfolgreichen Fortbestand der WG angeht. Mitgliederversammlungen vor Ort in den Betrieben seien eine gute Einrichtung der jüngeren Vergangenheit. Und Gerda Hüsing und ihre Kollegen haben eine Verbesserung festgestellt, was die Geschäfts-Leerstände im Ortskern anbelangt. Die Einzelhändler sehen sich ordentlich gegen die Konkurrenz in Outlet-Parks und Internet aufgestellt. Sie arbeiten an einer Fortsetzung der Werbe-Kampagne „Das find‘ ich in Weyhe“ und rüsten sich für die Gewerbeschau 2015.

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