Gottesdienst im Saal von Laufmann

Miteinander tanzen schafft Frieden

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Pastor Ulrich Krause-Röhrs (links) bittet im Gottesdienst Besucher auf die Tanzfläche.

Weyhe - Mit dem Spiegelsaal der Tanzschule Laufmann hatte Pastor Ulrich Krause-Röhrs einen ungewöhnlichen, aber durchaus geeigneten Ort für einen Gottesdienst gefunden, zu dem etwa 80 Besucher gekommen waren. Das Läuten der Glocken der Marienkirche war zwar aus weiter Ferne zu vernehmen, aber sonst erinnerte nur wenig an die üblichen sonntäglichen Gottesdienste. Es war eher festlich als feierlich, die Gäste waren locker und auch ein wenig gespannt auf die Kombination von Tanz und Gottesdienst. „Oh happy day“ tönte es durch den Raum, und wenig später tanzten die ersten Besucher.

Pastor Krause-Röhrs thematisierte „Glaube und Tanz“. Für ihn persönlich sei die Tanzschule der Ort der „ersten großen Niederlage“ gewesen, gestand er, doch er zitierte auch den Kirchenvater Augustinus, der gesagt haben soll, die Engel könnten mit Menschen nichts anfangen, die nicht tanzen können. Tanzen sei ein Ritual, mit dem Menschen einander näher kommen. „Wer miteinander tanzt, kann keinen Krieg gegeneinander führen“, behauptete er und bezeichnete die Ansicht religiöser Fanatiker, Tanzen sei Ausdruck der Sünde, als Verirrung.

Torsten Laufmann und Lektorin Ilona Haberkamp fanden auf die Frage, wie Glaube und Tanzen zusammenhängt, viele Antworten in der Bibel. Dabei meinte Laufmann nicht das Tanzen um das Goldene Kalb, das heutzutage durch andere weltliche Dinge wie Auto, Karriere oder Geld ersetzt werden könnte. Vielmehr sei Tanzen ein sinnliches Gefühl für Körper, Geist und Seele. Tanzen verbinde Menschen zu einem wunderbaren gemeinsamen Erlebnis. Er habe im Jugendaustausch erlebt, wie Menschen, die keine gemeinsame Sprache sprechen, durch das Tanzen miteinander kommunizierten.

Ilona Haberkamp hat als aktive Tänzerin selbst gespürt, dass beim Tanzen der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen möglich ist. „Tanzen tut uns gut und führt zum Einklang der Bewegungen.“

Besucher aus Barrien, die sonst „eher selten“ am Sonntag zum Gottesdienst fahren, bezeichneten diesen als interessanten Versuch, einmal neue Wege zu gehen. Ihnen hatte dieser Gottesdienst sehr gut gefallen.

bt

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