Von glückseligen Stunden

Gedichte und Geschichten: Worüber die Tintentanten schreiben und warum

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Die Tintentanten stellten ihre Werke vor.

Melchiorshausen - Von Heiner Büntemeyer. Ein Abend mit den Tintentanten – mehr als 20 Gäste, darunter allerdings nur drei Herren, waren in die „Wirkstatt“ gekommen, wo sie von Gastgeberin Inge Knüppel begrüßt wurden. Auf den Plätzen lagen kleine Programmhefte, in denen sich die Autorinnen vorstellten und darüber informierten, was sie zum Schreiben von Gedichten und Geschichten inspiriert hat.

Inge Knüppel mache es einfach Spaß, Geschichten zu erzählen. Schon als Zehnjährige sei sie zu Kindergeburtstagen eingeladen worden, um ihre Geschichten vorzulesen. Als Bewegungsanalytische Pädagogin verknüpfte sie ihr Schreiben mit dem Tanz und entwickelte Tanzbilder und ganze Bühnenstücke.

„Schwestern“ hieß die Geschichte, die sie bei dem Treffen las vor. Der Inhalt: Während eines Urlaubs beobachtet sie am Strand eine Familie mit drei Mädchen. Das Verhalten der Kinder erinnert sie an ihre eigene Jugend, denn sie hatte auch zwei Schwestern. Bei der fremden Familie bemerkt sie, wie die Mädchen sich gegenseitig unterstützen, und sie erkennt, dass Solidarität ein sehr kostbares Geschenk ist.

Autorin Uta Amelung liebe das Spielen mit Worten, erfinde gern neue Begriffe und lasse sich von Geschichten verzaubern. Dieses Vorhaben verfolgt sie auch mit „Flugstunde“, bei der sie eine Flugsalbe zubereitet, mit der sie ein gemütliches Kaffeekränzchen ein paar glückselige psychedelische Stunden erleben lässt.

Mit Vorliebe schreibt Elisabeth Fitting Haikus eine japanische Gedichtform mit festgelegten Regeln. Mit „Sehnsucht nach dem Meer“ und „Was, wenn es leicht ist?“ stellte sie zwei dieser Gedichte vor. Außerdem las sie die Kurzgeschichte „Isa und Hannah“.

Sigrid Mühl könne und wolle auch wohl nicht ihre schlesische Herkunft verleugnen, wenn sie ihre Geschichten schreibt. Die Diktion der Geschichte „Gewitter am Herrleinberg“ klingt ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Aber es muss eine wunderschöne Zeit gewesen sein, aus der die über 90-Jährige berichtet. Liebevoll schildert sie die dramatischen Erlebnisse von drei Kindern, die von einem Unwetter überrascht werden. Die Gedanken eines alten Menschen über das Verhältnis zur Zeit beschreibt sie in dem Gedicht „Meine Zeit“, das sie schon einmal vorgestellt hat und in dem sie sehr präzise und mit ironischem Unterton erzählt, wie sie als junge Frau ihrer Zeit voraus war, später auf der Höhe der Zeit war und jetzt feststellen muss, dass ihr die Zeit davonläuft.

Eine Reihe von Büchern sind von Evelyn Beyer-Peters bereits erschienen. Bei den Tintentanten ging es um einen „Unsichtbaren Kreis“ in dessen Mittelpunkt der ehemalige Volkspolizist Hagen und ein verunglückter Wanderfalke stehen. Hagen ist arbeits- und perspektivlos, zudem plagen ihn Alpträume, die mit seiner Tätigkeit als Vopo zusammenhängen. Er entwickelt sich zum „Vogelheiler“ und päppelt verunglückte Vögel auf, die häufig auch „nie wieder frei“ werden. Erst bei einer gemeinsamen Paddeltour an eine Flussmündung empfinden beide ein Gefühl von Freiheit, der Vogel erhebt sich von der Schulter des Mannes und fliegt davon.

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