Lichtwellenleiter bis „zu jeder Milchkanne“

„Deutsche Glasfaser“ will Privathaushalten Gigabit-Versorgung ermöglichen

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Bürgermeister Niels Thomsen (v. l.), Gerda Johanna Meppelink (v., M.) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte schließen eine Kooperationsvereinbarung. Thomas Breer, Marcel Büter und Jan van Veldhuizen vom Unternehmen Deutsche Glasfaser und Wirtschaftsförderer Dennis Sander werben für den Breitbandausbau.

Weyhe/Stuhr - Von Sigi Schritt. Das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ hat sich für Weyhe und Stuhr viel vorgenommen: Nicht nur Firmen sollen künftig auf das Glasfasernetz setzen dürfen, sondern auch Privathaushalte.

Wenn – zunächst nur in ausgewählten Ortsteilen – 40 Prozent aller Anschlussinhaber sich für die schnellste aller Datenautobahnen entscheiden, die laut Unternehmen für die nächsten Jahrzehnte zukunftssicher ist, wird im ersten Schritt der digitale Netzausbau mit Gigabitversorgung (Upload und Download) für Dreye, Seckenhausen, Neukrug, Heiligenrode und Groß Mackenstedt ermöglicht.

Wie Unternehmenssprecherin Gerda Johanna Meppelink Donnerstag im Rathaus der Wesergemeinde berichtete, sei die Kooperationsvereinbarung, die ihr Unternehmen mit den Bürgermeistern Niels Thomsen (Stuhr) und Andreas Bovenschulte (Weyhe) dazu abgeschlossen habe, richtungsweisend sowohl für den Kreis als auch für das ganze Land Niedersachsen. Das Unternehmen mit Sitz in Borken hat sich zum Ziel gesetzt, eine eigene und nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, jeden Haushalt mit einem Lichtwellenleiter-Anschluss zu versorgen und Unternehmen eine zukunftsfähige Anbindung zu ermöglichen. Am besten „bis zu jeder Milchkanne“. Das Borkener Unternehmen verlegt die Anschlüsse in den Keller und sogar bis ins Wohnzimmer, wenn die Eigentümer die Leitungswege im Haus sicherstellen.

Bürgermeister Niels Thomsen und Gerda Johanna Meppelink schauen sich Lichtwellenleiter an.

Waren bislang die Nähe zum Flughafen Bremen, zur Autobahn und zu den Bundesstraßen Richtung Hannover und Oldenburg sowie der Eisenbahnanschluss Wettbewerbsvorteile für Stuhr und Weyhe, so ist es in der Zukunft laut Thomsen der Glasfaseranschluss direkt ins Haus. „Damit wird die Infrastruktur für datenintensive Anwendungen geschaffen, die es jetzt noch nicht einmal gibt“, sagte Bovenschulte und sinnierte über Hologrammtechnologie à la Star Trek oder Star Wars.

„Glasfasernetzen gehört die Zukunft“

Techniken wie Vectoring oder andere kabelgebundene Leitungen bezeichnete Meppelink als „Brückentechnologie“. Die Diskussion um sogenannte MBits ist ihrer Meinung nach inflationär. „Glasfasernetzen gehört die Zukunft“, so Meppelink. Ohne ein leistungsfähiges Netz, das alle Mobilfunkmasten einschließen muss, könnten Paketdrohnen der Deutschen Post nicht fliegen sowie selbststeuernde E-Autos nicht eigenständig fahren. Das Vorstandsmitglied wirbt wie die Bürgermeister dafür, dass sich viele Dreyer die Umsetzung des Projekts wünschen. Interessenten müssten sich bis Mitte Dezember entschieden haben. In Dreye geht es um 450 Anschlüsse, in den Stuhrer Ortsteilen um maximal 2500 Haushalte. 

Zum Einsatz kämen „neuartige, minimal-invasive Methoden, mit denen das Unternehmen pro Tag bis zu 700 Meter zurücklegen könnte, ohne das Pflaster oder den Asphalt aufreißen zu müssen“. Das Vorstandsmitglied nannte Stichworte wie Horizontalspülbohr- sowie Fräs- und Trenching-Verfahren. Sind die Projekte einmal in der Umsetzung, kämen weitere Ortsteile in beiden Kommunen in Betracht. Dann gehe es jeweils um 12.000 Anschlüsse. Leeste sei beispielsweise erst in der zweiten oder dritten Phase dran, so der Projektmanager und Betriebswirt Thomas Breer. Die Kosten seien überschaubar: Es gehe ab 24,99 Euro pro Monat mit der Option los, eine Gigabit-Option dazuzubuchen.

Infoveranstaltungen:

9. Oktober: Meyerhof Heiligenrode, 10. Oktober: Kreuz-Meyer und 13. Oktober: Sportcenter Dassbeck (Beginn: 19 Uhr).

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