Ausschuss für Schule: Herausforderungen während Schließung

Geschichtsunterricht im Chat

Herausforderung Homeschooling: Nicht alle Kinder in der Gemeinde Weyhe können so einfach von Zuhause aus arbeiten. Oft fehlen die technischen Möglichkeiten.  
Symbolfoto: Stefan Puchner/dpa
+
Herausforderung Homeschooling: Nicht alle Kinder in der Gemeinde Weyhe können so einfach von Zuhause aus arbeiten. Oft fehlen die technischen Möglichkeiten. Symbolfoto: Stefan Puchner/dpa

Weyhe – Corona wirbelt den Alltag vieler Menschen durcheinander. Schulen und Kitas mussten schließen. Das stellte nicht nur Lehrer, Eltern und Kinder vor große Herausforderungen, sondern auch die Gemeinde Weyhe. „Es liegen ganz besondere Zeiten hinter uns, aber auch noch vor uns aufgrund der Pandemie“, betonte Fachbereichsleiter Bildung und Freizeit, Fabian von Weyhe, während der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kindertagesstätten und Jugend.

Nachdem die Kitas in der Gemeinde schließen mussten, sei direkt eine Notbetreuung eingerichtet worden. „Alle Kinder werden seit Montag wieder in der Gruppe betreut, in der sie vor der Schließung der Kitas auch waren. Allerdings im eingeschränkten Betrieb“, erläuterte Gemeinde-Mitarbeiterin Inga Hahslbauer. Immerhin ein Schritt in Richtung Normalität. Ziel sei es, zum 1. August wieder zum Regelbetrieb zurückzukehren.

Die Schulen standen ebenfalls vor neuen Herausforderungen, die die Paul-Maar-Grundschule Sudweyhe aus Sicht der Rektorin Ingrid Lühmann jedoch gut bewältigen konnte. „Es hat gut geklappt, Bücher und Materialien an die Kinder zu verteilen.“ Auch die Kommunikation über die Plattform „IServ“ habe gut funktioniert. Die Umsetzung sei ein „großer Kraftakt“ gewesen. Der Start des Präsenzunterrichts sei nicht einfach gewesen, weil die Lehrkräfte vorher verschiedene Stundenpläne erarbeiten mussten. Lehrkräfte, die zur Risikogruppe gehören, könnten momentan nicht lehren. „Die Kinder waren aber glücklich, wieder in die Schule gehen zu können.“

Die KGS Leeste hatte vor dem neuen Schulstart ein umfassendes Hygienekonzept erarbeitet. „Die Jahrgänge werden nicht gemischt und jeder Jahrgang hat seinen eigenen Eingang“, berichtet Lehrervertreter Michael Krutschke. Die Haupt- und Realschulklassen konnten ihre Abschlussprüfungen schreiben. Das habe organisatorisch gut funktioniert. Großes Glück sei aus Krutschkes Sicht, dass die Schüler in diesem Jahr keine Abiturprüfungen schreiben müssen. „Das möchte man sich in dieser Zeit nicht antun.“

Homeschooling sei eine große Herausforderung gewesen, da das Schulnetzwerk in der Zeit sehr belastet war. „Der Glasfaseranschluss kommt nicht zu früh“, sagt Krutschke lachend. Ein weiteres Problem: „Videokonferenzen konnten wir nicht immer verbindlich machen, weil nicht alle Kinder die technischen Möglichkeiten haben.“ In der Zeit seien die Lehrer jedoch sehr kreativ gewesen. „Ich habe gesehen, dass sie Geschichtsstunden im Chat gegeben haben“, erinnert sich Krutschke.

Das Thema Homeschooling hängt auch unmittelbar mit dem Thema Digitalisierung zusammen, auf das die Mitglieder ebenfalls zu sprechen kamen. Helgard Struckmeier (CDU) wünscht sich, dass der Digitalpakt schneller umgesetzt werden sollte, „um auf die nächste Lockdown-Situation besser vorbereitet zu sein“. Susanne Peters (CDU) fordert einen „enormen Schub in der Digitalisierung“.

Des Weiteren sprachen sich die Mitglieder einstimmig zur „Neufassung der Satzung der Gemeinde Weyhe über die Erhebung von Beiträgen für den Besuch von Kindertagesstätten“ aus. Heißt konkret: Die Gemeinde passt jährlich die Einkommensgrenzen sowie die monatlichen Beitragszahlungen für die Kitas an. „Das machen wir, um zu gucken, was die einzelnen Haushaltsstärken mehr an Einkommen generieren können, um nicht gleich in die nächst höhere Stufe zu müssen“, erklärt von Weyhe. Beispiel: Eine Familie mit vier im Haushalt lebenden Personen verdient monatlich 3 692 Euro (Staffel 1). Ab dem 1. August 2020/21 verdient sie 3 842 Euro monatlich. Das bedeutet, dass die Familie 150 Euro mehr im Monat verdienen dürfte und sie trotzdem in der 1. Staffel bliebe. Sie muss keinen höheren Monatsbeitrag zahlen.

Die Kindertagesbetreuung soll in der Gemeinde weiter ausgebaut werden. Neben der Kindertagesstätte Sudweyhe befindet sich ein bebautes Grundstück, das der Gemeinde gehört. Das alte Gebäude könnte abgerissen werden und ein Neubau entstehen, der Platz für zwei Gruppenräume böte. Vorher hatte der Rat in seiner Sitzung Mitte 2019 beschlossen, einen Anbau an die Kindertagesstätte in Dreye mit einer Kindergarten- und zwei Krippengruppen zu errichten.

In der Ausbauplanung hatten sich jedoch die Umstände verändert, sodass umgeplant wurde, berichtet von Weyhe. „ Das hatte sich kurzfristig ergeben, sodass wir auch eine Eilentscheidung durch den Verwaltungsausschuss herbeigeführt haben.“ Dieser hatte am 13. Mai getagt und der veränderten Ausbauplanung zugestimmt. Hahslbauer erklärt: „Die Lösung in Sudweyhe ist vorteilhafter als der Erweiterungsbau in Dreye, weil in Sudweyhe ein höherer Bedarf an Kita-Plätzen besteht.“ In Dreye gebe es trotz allem noch die Möglichkeit, einen Mobilbau zu errichten. Gesamtkosten: Der Ausbau in Dreye würde knapp 1,9 Millionen kosten. Sudweyhe liegt bei knapp 1,5 Millionen Euro liegen. 2021 könnten die Räume in Betrieb genommen werden.

Von Lara Terrasi

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

So teilen Sie Ihr WLAN sicher

So teilen Sie Ihr WLAN sicher

Wie Sprachreisen in Corona-Zeiten ablaufen

Wie Sprachreisen in Corona-Zeiten ablaufen

50 Jahre Citroën SM

50 Jahre Citroën SM

Genua will wieder hoch hinaus

Genua will wieder hoch hinaus

Meistgelesene Artikel

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Keyboard ergänzt die Orgel

Keyboard ergänzt die Orgel

Pastoren-Schmiede Barrien

Pastoren-Schmiede Barrien

Kommentare