Schützenverein Leeste sucht neues Domizil / Gespräch mit der Gemeinde nährt Hoffnung

Bagger reißt Außenschießstand ab

Bagger schafft Fakten: der Rest vom Schießstand des Schützenvereins.
+
Bagger schafft Fakten: Der Rest vom Schießstand des Schützenvereins Leeste.

Ein Weyher Schützenverein hat sein Domizil verloren. Der Vorstand glaubt aber nicht, dass damit das Schicksal des Traditionsvereins besiegelt ist. Er gibt noch ein Grund zur Hoffnung.

Weyhe – „Schützenverein Germania e. V. Leeste“ steht auf einem Schild, das den Eingang des Schützenhauses gegenüber dem Gasthaus Wessel ziert. Es wirkt, als ob das Domizil in der Corona-Pandemie nur in einen Dornröschenschlaf gefallen sei. Der Eindruck täuscht: In den vergangenen Tagen hat ein Bagger längst Fakten geschaffen und große Teile des Außenschießstands an der Ladestraße abgerissen.

Zuvor war auf dem Nachbargrundstück ein Wohnhaus gewichen.

Der Eigentümer des Schützenareals nutze jetzt das Gebäude für seine Zwecke, sagt Dieter Apmann, Vorsitzender des Schützenvereins. Der Verein sei ausgezogen, die Fassade mit dem Schild noch geblieben. Das ganze Interieur werde in einer Garage gelagert.

Dass die Schützen ihr Domizil einmal verlassen müssen, war seit Längerem klar, räumt Apmann ein. Vor dem Auszug wollten die Mitglieder noch ein großes Fest feiern – doch dann kam Corona, blickt Apmann zurück. Die Kündigung sei zum 30. April 2020 ausgesprochen worden. Dann sei trotz Corona noch eine Verlängerung der Mietdauer von einem halben Jahr vereinbart worden, dann wäre nach den Vorstellungen des Vorstands noch einmal ein letztes Schützenfest drin gewesen. Schließlich wurde ein weiteres Mal die Mietezeit verlängert. „Niemand konnte ahnen, wie lange der Lockdown dauert“, so Apmann. Schließlich stand fest, dass auch in diesem Jahr ein Schützenfest wegen der Corona-Pandemie ausfallen werde. Der Verein zog aus.

„Vereinbart wurde, dass die Leuchtreklame am Eingang solange dran bleibt, bis das Haus abgerissen wird. Sie soll dann in ein Museum“, sagt der Vorsitzende.

Die 130 Mitglieder hätten nach wie vor den Wunsch, einen Ort zu haben, an dem sie sich treffen können. Der Verein halte an der Suche nach einem neuen Domizil fest, so Apmann. Bis jetzt hat sich aber noch nichts ergeben. Diese Woche wollen die Schützen mit Bürgermeister Frank Seidel sprechen, der laut Apmann versprochen habe, den Verein „nicht im Stich zu lassen“. Diese Worte würden die Hoffnung nähren. Das Schlimmste, was passieren könnte, sei der Beschluss, den Verein aufzulösen, so Apmann. Er selbst gehöre ihm seit fünf Jahrzehnten an und verbinde viele schöne Momente mit ihm: Zahlreiche Feste und Jubiläen. Der Verein gehöre zur DNA des Weyher Ortsteils Leeste.

Schützenverein Germania Leeste

Dieter Apmann und seine Mitstreiter im Vorstand wollen den 1903 gegründeten Verein nicht kampflos aufgeben. Kann sich die Gemeinde ein Gemeinschaftshaus vorstellen, in dem auch der Leester Verein seinen Platz findet? Das sei die Frage, die die Schützen mit der Gemeinde unter anderem erörtern möchten. Die aktiven Leester Schützen dürfen beim Schützenverein Melchiorshausen mittrainieren.

Gedenkstein für den Schützenverein Germania Leeste

Von Sigi Schritt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Ausschuss bittet um mehr Verständnis

Ausschuss bittet um mehr Verständnis

Ausschuss bittet um mehr Verständnis
Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag
Feuerwehren der Samtgemeinde Rehden unterstützen Flutopfer der Gemeinde Niederzier

Feuerwehren der Samtgemeinde Rehden unterstützen Flutopfer der Gemeinde Niederzier

Feuerwehren der Samtgemeinde Rehden unterstützen Flutopfer der Gemeinde Niederzier
Nach Flut im Südwesten: Wie würde im Katastrophenfall im Kreis Diepholz gewarnt?

Nach Flut im Südwesten: Wie würde im Katastrophenfall im Kreis Diepholz gewarnt?

Nach Flut im Südwesten: Wie würde im Katastrophenfall im Kreis Diepholz gewarnt?

Kommentare