Generationsübergreifend: Dreigestirn leitet Turngeschick der SV Kirchweyhe

„Schön zu sehen, wie Kinder Fortschritte machen“

+
Nur mit Konzentration gelingt auch eine schwierige Übung.

Weyhe - Von Juraj Sivulka. Wenn Petra Kehlenbeck-Schirmer an einem Freitagnachmittag die Türen der Turnhalle an der KGS Kirchweyhe öffnet, strömen etwa drei Dutzend gut gelaunte junge Turnerinnen hinein. In wenigen Minuten verwandeln sie die Sportstätte zu einem Turnschauplatz, auf dem Barren, Reck, Balken, Sprungtisch und eine riesige Bodenturnmatte nicht fehlen dürfen. Das Training kann beginnen. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass eine Sportstunde auch generationsübergreifend sein kann.

„Vor 17 Jahren habe ich hier mit neun Kindern angefangen, jetzt sind es schon 40“, sagt die B-Lizenz-Inhaberin, während das Training mit einem zehnminütigen Einlaufen beginnt. Auffällig dabei ist die Altersstruktur. „Unsere jüngste Turnerin ist fünf, die älteste 25 Jahre alt, aber wir können trotzdem zusammen trainieren“, sagt Petra Kehlenbeck-Schirmer, die im niedersächsischen Turnverband auch als Lehrgangsleiterin für die Kampfrichterausbildung tätig ist. Und tatsächlich bedarf es nur weniger Anweisungen, um die Sportlerinnen in Position zu bringen. Jetzt werden Kraft, Beweglichkeit und Kondition auf der Matte trainiert.

Radwende, Freies Rad und Flickflack dienen als Beschleunigungselemente für das Erlernen eines Saltos, sie müssen also sauber ausgeführt werden.

Alleine könnte die Cheftrainerin all die Fehler, die sich bei den Kindern einschleichen, gar nicht korrigieren. Doch das muss sie auch nicht. Seit acht Jahren bekommt sie Unterstützung von ihrer Tochter Patrizia, die nach einem Bänderriss mit dem Leistungsturnen aufgehört und sich nun der Trainertätigkeit verschrieben hat. Drei Jahre schon ist auch Katja Büssenschütt dabei, die zurzeit eine Ausbildung im Bereich Breitensport mit dem Schwerpunkt Turnen absolviert.

Dem Trainertrio entgeht kein Fehler: „Knie durchstrecken! Spannung halten! Schneller drehen!“, lauten oft die Anweisungen. Den Athletinnen wird alles abverlangt. Erst nach einer Stunde Training folgt eine kurze Pause. Danach üben sie unterteilt in Gruppen an verschiedenen Geräten. Während die jüngsten Turnerinnen am Balken Handstand und Abgang perfektionieren, bereiten die älteren Mädchen eine Tanzchoreografie für die norddeutschen Meisterschaften vor. Dass sie auch bei solchen hochkarätigen Wettkämpfen nicht chancenlos sind, haben die Sportlerinnen der Sportvereinigung Kirchweyhe schon öfter bewiesen. In ihren Reihen findet man die aktuelle Landesmeisterin Daniela Altevogt, Franca Büssenschütt hat die Teilnahme am Deutschlandcup nur knapp verpasst, Lena Kornetzky siegte sogar beim Internationalen Deutschen Turnfest in Mannheim und Lorena Hieke hat kürzlich die Deutsche Meisterschaft im Rhönradturnen gewonnen – ein Beispiel dafür, dass bei der SV Kirchweyhe auch die spartenübergreifende Zusammenarbeit funktioniert.

In der vergangenen Saison belegten die Athletinnen in allen drei Leistungsklassen einen Platz auf dem Treppchen. Trotz der Anstrengungen, die die Kinder dreimal wöchentlich auf sich nehmen, kommen die Turnerinnen gerne zum Training. Antonia Lorenz (11) und Aurelia Nejati (12) sind schon vier Jahre dabei und „haben Spaß daran, eine gute Leistung zu bringen“. Johanna Wahsner (11) turnt bereits sechs Jahre. Sie schätzt es sehr, „mit anderen Mädchen Sport zu treiben und sich dabei viel bewegen zu dürfen“. Die sechsjährige Paula Suljicic hat mit Turnen gerade erst angefangen und ist begeistert.

Um die Zukunft des Turnens muss der SV Kirchweyhe nicht bange werden, denn etliche erfahrene Turnerinnen zeigen Interesse an der Trainertätigkeit. Lena Rippe (19) turnt dort bereits 14 Jahre und hat gerade mit der Übungsleiterausbildung angefangen. Dass die Arbeit sowohl den Trainern als auch Sportlerinnen sehr viel Spaß macht, fasst Patrizia Schirmer zusammen: „Es ist schön, zu sehen, wie Kinder Fortschritte machen und wie sie hier glücklich sind.“

Mehr zum Thema:

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Germanwings-Absturz: Gutachten verärgert Hinterbliebene

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Riesige Open-Air-Ausstellung: València ist Feuer und Flamme

Meistgelesene Artikel

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Hochkarätige Akteure prügeln sich im Dreyer Sportcenter Dassbeck

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Sarina Kynast wird Spargelkönigin der Samtgemeinde Kirchdorf

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Palliativstützpunkt: Vorstand schließt Kassenprüfer aus

Kommentare