Gemeinsam auf der Jagd mit Grönlands Jägern

Peter Fabel berichtet in der KGS Weyhe von seinen Reisen

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Das Schiff ist die „Sea Spirit“ von Poseidon Expeditions. Die Sea Spirit hat Peter Fabel in Grönland begleitet. 

Kirchweyhe - Von Julia Kreykenbohm. „Ein Foto von mir?“, entgegnet Peter Fabel auf die Anfrage verblüfft und lacht dann: „Ich glaub, ich habe gar keins.“ Eine Antwort, die bezeichnend für Fabel zu sein scheint. Nicht er steht im Mittelpunkt, sondern das, was er zu seinem Leben gemacht hat:

Seine Reisen, die ihn immer in den Norden führen, nach Grönland, Lappland, Island oder die Mongolei. Davon hat er reichlich Bilder und Videomaterial: Majestätische Eisberge, die in den Himmel ragen, bunte Holzhäuschen an einsamen Fjorden, tiefverschneite Wälder, Rentiere mit mächtigen Geweihen.

Seit 30 Jahren zieht es den gebürtigen Kirchweyher in die Ferne – aber ebenso immer wieder in seine alte Heimat zurück. So wie am Donnerstag, 16. November, wo er auf Einladung der Volkshochschule ab 19 Uhr in der Aula der KGS Kirchweyhe sein wird. „Ich freue mich sehr darauf, wieder viele Freunde und Bekannte zu sehen“, sagt der 50-Jährige. Doch er kommt nicht mit leeren Händen: Im Gepäck hat er einen Multimediavortrag mit dem Titel „Grönland – Leben in der Arktis“. Der Eintritt kostet zehn Euro.

1989 das erste Mal in Island

Auf einer fast sieben Meter großen Leinwand lädt Fabel seine Gäste ein, mit ihm auf Reisen zu gehen und gewaltige Eisberge, flackerndes Nordlicht, Moschusochsen und Eisbären zu bestaunen. Die Zuschauer gehen mit ihm auf abenteuerliche Kajak- und Hundeschlittentouren.

Fabel zeigt jeden seiner neuen Vorträge zuallererst in Kirchweyhe. Weil alte Freunde immer ehrlich sind? „Ja. Und weil sie nett sind“, ergänzt der Journalist, Buchautor und Filmer lachend. Er arbeitet noch immer an dem Vortrag, den er am 16. November zeigen will. Das ist sein Leben: Reisen und Menschen daran teilhaben lassen. Er kann sich auch nichts anderes mehr für sich vorstellen.

1989 kam er das erste Mal nach Island – und verliebte sich sofort in die kalte Schönheit des Nordens. Wenig später ging es dann nach Grönland. Nach und nach kollidierte seine Liebe zu den weiten Reisen mit seinem beruflichen Alltag und so traf der Bundeswehroffizier 1996 die Entscheidung, sein Hobby zum Beruf zu machen. Bereut hat er das nie. Das Filmen hat er sich selber beigebracht. „Die Tour steht im Vordergrund. Ich bin als Teil eines Teams unterwegs – nicht als Fotograf, der möglichst künstlerische Bilder machen will.“ Fabel plant und organisiert seit 15 Jahren auch Reisen und Expeditionen an die Ostküste Grönlands.

Peter Fabel ist viel im Kajak unterwegs.

Sein Beruf habe sein Leben sehr bereichert, auch wenn er großen Einsatz fordere. „Wenn man das macht, dann mit Haut und Haaren.“ Oft seien es gar nicht die großen Ereignisse, die ihn geprägt haben, wie der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull 2010, den er live erlebte, sondern die kleinen Dinge, wie die Bekanntschaft mit den Jägern in Grönland, mit denen er sich mit „Händen und Füßen und etwas Englisch“ verständigt. Bei ihnen erlebte er einen krassen Gegenentwurf zu unserer, oftmals sehr hektischen Welt. „Dort lernt man, was Ruhe bedeutet, Gelassenheit und unendliche Geduld. Es gibt Tage, da wartet man bis zu zehn Stunden auf das Beutetier – nur um dann innerhalb wengier Sekunden von null auf 100 topfit zu sein, um es zu erlegen.“ Die Jäger planten oftmals nur für die nächsten drei Tage.

Ganz anders habe er die mongolischen Nomaden erlebt, die ihr ganzes Jahr durchplanen und genau wissen, wann sie an welchem Wasserloch sein müssten. Diese fremden Lebensweisen und die Menschen, die sie praktizieren, beeindruckten häufig auch seine Zuschauer, die am Ende seines Vortrags auch immer Fragen stellen können. Im Jahr 1994 hielt er den ersten in Kirchweyhe, jetzt hält er 50 bis 60 in einem Jahr in ganz Deutschland.

Und was sind seine nächsten Ziele? „Ich würde gern nochmal eine Schlittenhundetour durch Grönland machen oder mit dem Kajak einen großen sibirischen Fluss entlangfahren“, sagt Fabel, dessen Sehnsucht nach dem Norden noch immer nicht gestillt ist.

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