Gemeinde will Giebel retten

Geplantes Parkplatzareal hinter Augenklinik: Erschließung über Leester Straße

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Ein neuer Grenzstein ist bereits gesetzt.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Einstimmig haben die Vertreter der SPD, CDU, Grünen und FDP am Donnerstagabend im Bauausschuss dem Rat empfohlen, den Bebauungsplan mit der Bezeichnung „Südlich Henry-Wetjen-Platz“ aufzustellen. Ebenfalls votierten die Politiker einstimmig dafür, den Flächennutzungsplan für dieses Projekt zu ändern.

Wie der zuständige Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski erläuterte, geht es um eine Fläche von 2,5 Hektar, die derzeit noch als Grün- und Ackerland dient. Ziel sei es, auf diesem Gelände sowohl Parkplätze zu schaffen als auch zentral gelegene Wohneinheiten sowie gemischte Bauflächen. Das Projekt muss man laut Nadrowski in Zusammenhang mit dem B-Plan Henry-Wetjen-Platz sehen, der neben der Umgestaltung des Platzes die Errichtung einer Augenklinik, eines Kultur- und Bildungszentrums (KBZ) mit Volkshochschule und Bibliothek sowie eines Cafés im Blick hat. Um dort einen späteren Parkdruck auszuschließen, müsse ein „großer Stellplatz“ geschaffen werden. Und dafür ist ein Areal auf dem Grünland reserviert. Diese Anlage und die Erschließungsstraße wird die Gemeinde bauen, kündigte Nadrowski an.

Nicht alle Zuhörer einverstanden

Auf die Frage, wann die Bauarbeiten beginnen, räumte er ein, dass die Kommune erst dann etwas erschließen will, wenn die Beteiligten wissen, welche weiteren Akteure welche Nachfragen haben. Der Fachbereichsleiter berichtete von Anfragen anderer Praxen und medizinischer Dienstleister, die sich in der Nähe der Augenklinik niederlassen möchten. Die Verwaltungsvertreter machten deutlich, dass sie den Parkplatz nicht über die Kirchstraße, sondern hauptsächlich über die Leester Straße anbinden möchten. Doch das ist nur möglich, wenn die vorhandene Bebauung eine Lücke bekommt. Ein Grundstück für die Zuwegung hatte sich die Gemeinde laut Stadtplaner Christian Silberhorn bereits gesichert.

Mit diesen Plänen waren nicht alle Zuhörer einverstanden. Ein Bürger merkte an, dass mit dem von einem Landwirt aufgegebenen Bauernhaus nicht nur ein ortstypisches Gebäude „im Zentrum platt gemacht“, wird, sondern damit auch „der letzte historische Giebel“ abgerissen wird. Die Verwaltung hat sich bereits Gedanken zumindest um den Pickenhahn-Giebel gemacht. Ihn im Rahmen des KBZ zu erhalten, ist laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte sogar geplant.

„Den machen wir gerne mit“

Als Problem sieht der Zuhörer die Leistungsfähigkeit der Kanalisation an. Dem entgegnete Nadrowski, dass die Wasserspartechnik dazu fühlt, dass die Kanäle nicht mehr genug gespült würden. Das Gegenteil sei also der Fall.

Zur Zuhörer-Kritik, Krach vermehre und die Luft verschlechtere sich, merkte die Politik an, dass die Bevölkerung eine Verbesserung der medizinischen Versorgung wünsche. Andere müssten weit reisen, um dieses Angebot vorzufinden, so Antje Sengstake (FDP).

Die ärztliche Versorgung könne sich sehen lassen, befand Ingrid Söfty (CDU). Es sei richtig, rechtzeitig an Stellplätze zu denken. „Es ist ein guter erster Schritt“, eine Erschließung von der Leester Straße hinzubekommen. „Den machen wir gerne mit“, so Frank Seidel (SPD). Dem stimmte Elmar Könemund (Grüne) zu.

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