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Weyhe bekommt eine neue Klimaschutzmanagerin

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Von: Dierck Wittenberg

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An ihrer alten Wirkungsstätte: Weyhes neue Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski hat in ihrer Zeit in der Samtgemeinde Sottrum nach Wegen gesucht, Energie einzusparen: „Es sind viele kleine Puzzlesteine“.
An ihrer alten Wirkungsstätte: Weyhes neue Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski hat in ihrer Zeit in der Samtgemeinde Sottrum nach Wegen gesucht, Energie einzusparen: „Es sind viele kleine Puzzlesteine“. © Beims

Die promovierte Biologin Kirstin Taberski wechselt zum 1. Juli von Sottrum ins Weyher Rathaus und besetzt künftig die Stelle der Klimaschutzmanagerin.

Weyhe – Beim Klimaschutz aufs Tempo drücken: Dieses Ziel hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Zottmann bei der Bauausschuss-Sitzung Ende November 2021 ausgerufen. Deshalb beantragte seine Fraktion, dass Weyhe wieder den Posten eines Klimaschutzmanagers schaffen soll.

Nur ein gutes halbes Jahr später kann Vollzug gemeldet werden – zumindest so gut wie. Die Gemeinde hat nicht nur eine Stelle geschaffen und ausgeschriebenen, sondern offenbar auch besetzt: Wie die Rotenburger Kreiszeitung berichtet hat, verliert nämlich die Samtgemeinde Sottrum ihre Klimaschutzmanagerin Kirstin Taberski, weil diese zum 1. Juli nach Weyhe wechseln wird – ebenfalls als Klimaschutzmanagerin.

Als erste kommunale Klimaschutzmanagerin eine Pionierin

Die promovierte Biologin lebt in Stuhr. Dort hatte sie auch für die Grünen im Gemeinderat gesessen, ihr parteipolitisches Engagement aber zugunsten ihrer Stelle als Klimaschutzmanagerin ruhen lassen. In Sottrum war Taberski knapp vier Jahre lang tätig. In diese Zeit fiel die Einführung eines software-gestützten Energiemanagements. Unter anderem war Taberski federführend beim Sottrumer Stadtradeln. Und, wie der Zeitungsbericht aus dem Landkreis Rotenburg betont: Sie war als erste kommunale Klimaschutzmanagerin eine Pionierin im dortigen Südkreis.

Im Norden des Landkreises Diepholz hat es diesen Posten hingegen schon einmal gegeben: Ab 2015 hatten sich Stuhr und Weyhe einen Klimaschutzmanager geteilt, bis der Diplom-Geologe Colja Beyer vor Ablauf seines Dreijahresvertrags ins Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Werlte bei Cloppenburg gewechselt ist.

Beyer war für beide Gemeinden tätig gewesen, hatte seinen Arbeitsplatz aber nicht in einem der Rathäuser, sondern im Gebäude des Abwasserverbands auf Weyher Boden. Bei der eingangs erwähnten Ausschuss-Sitzung kommentierte Ulrike Buck (Grüne), dass er kaum sichtbar gewesen sei.

Klimaschutzziele sind „vollständig in der Verwaltung angekommen“

Nach dem Ende seiner Tätigkeit hatten sowohl Stuhr als auch Weyhe betont, dass das Ziel des Klimaschutzes auch ohne hauptberuflichen Manager in den Rathäusern weiterlebe. In Weyhe seien die Klimaschutzziele „vollständig in der Verwaltung angekommen“, hatte Steffen Nadrowski, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung und Umwelt, seinerzeit gesagt.

2019 ist die Gemeinde Weyhe auf eine Forderung der Fridays-for-Future-Bewegung eingegangen und hat als einzige Gemeinde im Landkreis Diepholz den Klima-Notstand ausgerufen. Seitdem müssen alle Entscheidungen den Anforderungen des Nachhaltigkeitsgedankens entsprechen. Dass die Weyher Politik seit vergangenem Jahr einen erneuten Anlauf für eine Klimaschutzmanager-Stelle im Rathaus unternommen hat, ist auch vor diesem Hintergrund zu verstehen.

So verweist Steffen Nadrowski auf den Auftrag des Rates der Gemeinde Weyhe zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes sowie auf den Beschluss zum Klima-Notstand. Damit „ist die personelle Verstärkung in diesem Bereich erforderlich geworden“. Die neu geschaffene Position einer Beauftragten für Klimaschutz, Energie und Mobilität sei laut Nadrowski eine unbefristete Stelle, „da der Klimaschutz in Weyhe als Daueraufgabe angesehen wird“.

Vielfältige Aufgaben kommen auf die Klimaschutzmanagerin zu

Entsprechend zählen die Neuaufstellung und Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes sowie Ratsbeschlusses zum Klima-Notstand zu den Aufgaben von Kirsten Taberski, der neuen Klimaschutzbeauftragten. Als weitere Aufgaben nennt Nadrowski die Mitarbeit an einem nachhaltigen Energiemanagement sowie die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten und Maßnahmen zur nachhaltigen Mobilität, insbesondere in den Bereichen Radverkehr und Elektromobilität. Auch die Akquise von Fördermitteln und Öffentlichkeitsarbeit sollen zu ihren Aufgaben gehören.

Colja Beyers Stelle war seinerzeit zu 65 Prozent gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums. Eine erneute Förderung aus diesem Topf für weitere Stellen sei nicht möglich, so Nadrowski. Inwieweit Fördermittel zur Finanzierung der neuen Stelle herangezogen werden können, werde derzeit geprüft.

Nadrowski kündigt an, dass Kirstin Taberski in der kommenden öffentlich tagenden Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Klimaschutz vorgestellt wird. Weyhes neue Beauftragte für Klimaschutz wollte sich bis zum Stellenantritt mit Aussagen zu ihrer neuen Aufgabe zurückhalten.

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