Rat verabschiedet einstimmig Haushalt

Gemeinde investiert „Rekordsumme“

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Weyhe - Von Katharina Schmidt. Die Gemeinde Weyhe will im kommenden Jahr rund 15 Millionen Euro investieren. Laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte ist dies eine „Rekordsumme“. Kein Wunder also, dass der Haushalt 665 Seiten umfasst und in gedruckter Form zwei Kilo wiegt. Der Rat verabschiedete das Werk in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig.

Der Finanzhaushalt, der die Zahlungsströme abbildet, hat insgesamt ein Volumen von rund 68 Millionen Euro. Am meisten Geld soll in die Schulen fließen, an zweiter Stelle steht der Leester Ortskern. Die Kosten der Sanierung der KGS Leeste sind in den Zahlen noch nicht mit abgebildet. Die Zahlen tauchen in Form von Abschreibungen in späteren Haushalten auf.

Um alle Ausgaben zu finanzieren, muss die Gemeinde laut den Haushaltsberechnungen etwa 1,39 Millionen Euro Schulden aufnehmen. Die erste Gemeinderätin Ina Pundsack-Bleith ist aber zuversichtlich, dass die Gemeinde in der Realität letztlich besser davonkommen wird – die künftigen Einkünfte der Gemeinde würden stets sehr vorsichtig geschätzt.

28 Millionen Euro Schulden

Nach den aktuellen Planungen steigen die Schulden der Gemeinde bis Ende 2018 auf rund 28 Millionen Euro. Dem gegenüber steht jedoch ein Vermögen von 225 Millionen Euro. Seit dem Jahr 2010 ist dies gewachsen. Die Schulden sind im gleichen Zeitraum konstant geblieben.

Der Ergebnishaushalt bildet die Kosten für laufende Verwaltungstätigkeiten ab. Diese beinhalten unter anderem den Betrieb der Schulen und Kitas, die Unterhaltung der Straßen, und die Ausgaben für jeden Bleistift im Rathaus. „All das müssen wir finanzieren“, erklärte Pundsack-Bleith. „Und das klappt – sogar mit einem Überschuss.“ Dieser beträgt 2,45 Millionen Euro. Alles in allem sind im abgesegneten Ergebnishaushalt 58,1 Millionen Euro Aufwendungen vorgesehen.

Hohe Ausgaben für Personal und Kreis

Den größten Posten bilden Personalkosten (21 Millionen Euro) und die Kreisumlage (16 Millionen).

Laut Bovenschulte hat die positive Entwicklung auf den Konten der Gemeinde damit zu tun, dass die Wirtschaft „die Steuern sprudeln lasse.“ Der Verwaltungschef betonte, dass die Gemeinde dort, wo sie Dinge bewegen will und muss, klotzen statt kleckern müsse. An weniger wichtigen Stellen sei hingegen geboten, jeden Cent umzudrehen.

Alle Ratsfraktionen waren sich einig, dass entspannte Haushaltsverhandlungen hinter ihnen liegen. Antje Sengstake (FDP) erklärte, dass sich ihre Fraktion eine Schuldengrenze und eine regelmäßige Tilgung der Darlehen wünsche. SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Seidel machte darauf aufmerksam, dass 17 Millionen Euro der Aufwendungen alleine in den Bereich der Bildung fließen – eine Summe, die größer sei als der Anteil der Einkommenssteuer der Gemeinde.

Dietrich Struthoff (CDU) sprach von „sagenhaften Investitionen“. Er machte darauf aufmerksam, dass die Einnahmen der Gemeinde nicht zuletzt so hoch seien, weil die Steuern erhöht worden sind. Ein Problem, was trotz aller Investitionen bleibt, ist ihm zufolge der Verkehr. Annika Bruck (Grüne) wies darauf hin, dass der Verkehr ein Bereich sei, in den viel Überlegungsarbeit fließe, die sich in den Zahlen des Haushalts nicht widerspiegele.

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