Weiteres Beobachtungsgebiet im Südkreis

Erneuter Geflügelpest-Ausbruch in Sudweyhe: Ermittlungen führen zu keinem Ergebnis

In Sudweyhe bricht die Geflügelpest zum zweiten Mal aus. Weitere 32.600 Puten des gleichen Betriebes müssen sterben. Ein weiteres Beobachtungsgebiet gibt es im Südkreis.

  • In Weyhe gibt es einen zweiten Geflügelpest-Ausbruch im selben Betrieb.
  • Ein weiteres Beobachtungsgebiet liegt im Südkreis.
  • 32.600 Vögel müssen getötet werden

Update vom 3. März: Landkreis – Die Geflügelpest breitet sich in der Region aus. Nachdem das Virus in einem Stall im Nachbarkreis Vechta nachgewiesen wurde, sind jetzt auch Teile der Stadt Diepholz und der Samtgemeinde Barnstorf Beobachtungsgebiet. Derweil ist es zu einem zweiten Ausbruch der Seuche in dem Putenmaststall in Sudweyhe gekommen. 32.600 Tiere müssen dort getötet werden. Wie das Virus des Typs H5N8 in den Betrieb gelangt ist, ist nach wie vor ungeklärt. Im Beobachtungsgebiet im Süden gibt es noch keine Auffälligkeiten.

Ursache des Geflügelpest-Ausbruchs bleibt ungeklärt

Grundsätzlich versuche der Landkreis bei jedem Geflügelpest-Fall die Ursache des Ausbruchs zu ermitteln, erklärt Kreissprecherin Mareike Rein auf Anfrage der Kreiszeitung. Aber beim aktuellen Fall ließe sich der genaue Grund nicht finden. „Auch bei Ausbrüchen in der Vergangenheit ergaben die Ermittlungen häufig kein Ergebnis“, relativiert Rein. Deswegen sei nicht auszuschließen, dass die Seuche durch Wildvögel oder deren Hinterlassenschaften auf Geräten oder Schuhen von Mitarbeitern in den Sudweyher Betrieb gekommen ist. 

Der Pächter des Putenmaststalls in Weyhe kommt aus dem Emsland, teilt Christoph Klomburg, Vorsitzender des Landvolks Mittelweser, auf Nachfrage mit. Weil dieser kein Mitglied in diesem Verband ist, steht Klomburg nicht mit ihm in Kontakt. Deswegen könne der Landvolk-Vorsitzende zum wirtschaftlichen Schaden des Betriebes in Sudweyhe keine genauen Aussagen treffen. „Das hängt auch ein bisschen davon ab, inwiefern der Betreiber versichert ist“, erklärt er. „Darüber habe ich keine Kenntnis.“ Je besser ein Landwirt versichert sei, desto geringer falle der Schaden aus. Aber: „So oder so, es ist ein herber Verlust.“

Alter Sperrbezirk bleibt durch zweiten Seuchen-Ausbruch bestehen

Weil die Geflügelpest jetzt zum zweiten Mal in demselben Betrieb ausgebrochen ist, sei es nicht notwendig, einen neuen Sperrbezirk oder ein neues Beobachtungsgebiet festzulegen, gibt die Kreissprecherin bekannt. Die bereits bestehenden Zonen behielten einfach ihre Gültigkeit. Darüber hinaus seien die Betriebe in den Sperrbezirken und Beobachtungsgebieten durch strenge Regeln und Auflagen belastet, die wohl nicht ohne wirtschaftliche Folgen bleiben. Vögel, Frischfleisch, und Eier dürfen beispielsweise weder in diese Zonen hinein noch aus ihnen heraus gelangen. „Es kann sogar sein, dass die Zeit, in der die Sperrzone gilt, für den Hof mehr ins Geld geht, als der Ausbruch der Geflügelpest selbst“, meint Christoph Klomburg.

Wann die Zonen wieder aufgehoben werden, entscheidet das Veterinäramt des Landkreises. Das legt ein Bundesgesetz fest. Dafür muss eine von zwei Bedingungen erfüllt sein: Die Geflügelpest muss bei den gehaltenen Vögeln erloschen sein, oder der Verdacht auf die Seuche erweist sich im Nachgang als unbegründet. Eine zeitliche Vorgabe gibt es nicht. 

Der Besitzer des Sudweyher Stalls hingegen komme wahrscheinlich glimpflich davon. „Er vermietet den Stall ja nur“, sagt Christoph Klomburg. Dadurch habe der Eigentümer, der Mitglied beim Landvolk ist, keine direkten finanziellen Auswirkungen durch die Geflügelpest zu befürchten.

Weiteres Beobachtungsgebiet betrifft Teile der Stadt Diepholz und der Samtgemeinde Barnstorf

Das Beobachtungsgebiet, das vom Ausbruch der Geflügelpest in einem Betrieb im Landkreis Vechta ausgeht, betrifft Teile der Stadt Diepholz sowie der Samtgemeinde Barnstorf. „Dort befinden sich 36 Geflügel-haltende Betriebe mit insgesamt 743 Tieren“, teilt Mareike Rein mit. Dabei handele es sich ausschließlich um Hobbyhalter. Die gute Nachricht: „In diesem Gebiet wurden bisher keine Auffälligkeiten festgestellt.“

Geflügelpest-Ausbruch in Weyhe: Wegen des Virus hat das Veterinäramt einen Sperrbezirk eingerichtet. Archivfoto: Bettina Pflaum

Ursprungsartikel vom 22. Februar: Sudweyhe – „Es hat klinische Auffälligkeiten gegeben“, sagt Mareike Rein auf Nachfrage. Innerhalb kurzer Zeit seien in einem Bestand im Betrieb viele Vögel verendet. Der Mastbetreiber habe daraufhin den Tierarzt informiert und dieser wiederum das Veterinäramt. Nach einer amtlichen Probe, die die Geflügelpest in dem Bestand nachgewiesen habe, sei die Tötung der 18 .000 Tiere veranlasst worden.

Geflügelpest-Ausbruch: Über Gründe kann derzeit nur spekuliert werden

Wie das Virus in den Bestand gekommen ist, sei derzeit noch nicht geklärt. „Die Ermittlungen laufen“, sagt Mareike Rein, „aber es wird sehr schwer, die genaue Ursache zu ermitteln.“ Derzeit seien alle Möglichkeiten offen. So könne die Geflügelpest durch den Kontakt mit Wildvögeln in den Stall gelangt sein, oder durch deren Kot auf Streumaterial. Auch die Wanderung der Zugvögel könne die Ausbreitung der Geflügelpest in der Region bedingen. „Aber das sind im Moment alles Mutmaßungen und Bestandteil der epidemiologischen Untersuchung“, so Rein.

Aus Verbrauchersicht gebe es keinen Grund zur Panik. „Vom befallenen Betrieb geht keine Gefahr mehr aus“, erklärt sie. Für weitere Fragen zur Geflügelpest oder anderen Tierseuchen verwies die Sprecherin auf die Internetseite der Tierseucheninfo.

Geflügelpest in Weyhe: Keine Alternative zur Tötung, aber „es geht einem sehr nah“

Der Vorsitzende vom Landvolk Mittelweser, Christoph Klomburg, meint auf Nachfrage, dass die Tötung aus Sicht des Seuchenschutzes notwendig gewesen sei. Für erkrankte Tiere sei der Tod als Folge des Virus ohnehin unausweichlich. „Sie sterben sehr schnell daran“, sagt Klomburg, der selbst einen Putenmastbetrieb leitet. „Es geht einem sehr nah – ausgeklammert von jeglicher Wirtschaftlichkeit“, meint der Landvolkvorsitzende.

Er spricht darüber hinaus von einem hohen wirtschaftlichen Schaden für den betroffenen Stall. „Je älter die erkrankten Tiere sind, desto höher sind die Kosten, die zum Beispiel schon für Futter angefallen sind“, erklärt er. Durch verpflichtende Zahlungen an die Tierseuchenkasse falle ein betroffener Betrieb zwar nicht in ein absolutes finanzielles Loch, „aber das fängt auch nicht alles auf“.

Keine positiven H5N8-Tests bei zweitem Betrieb im Sperrbezirk

Im Hinblick auf die Verbreitung der Geflügelpest gebe es grundsätzlich „verschiedene Maßnahmen, das Risiko zu minimieren“. Beispielsweise seien die Hygienemaßnahmen standardmäßig in den Ställen sehr hoch. Auch seien sie so gebaut, dass der Kontakt zwischen Bestandstieren und Wildvögeln fast ausgeschlossen werden könne. Klomburg fasst zusammen: „Der grobe Plan muss stimmen, alles andere kann man den Betrieben nicht vorwerfen.“ Denn: „Die Natur lässt sich nicht berechnen und aussperren.“

Das Veterinäramt hat nach dem Befund einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Dazu hat der Landkreis Diepholz eine Allgemeinverfügung erlassen, in denen diese Gebiete eingegrenzt werden. Innerhalb des Sperrgebietes gebe es einen weiteren Geflügelhalter. Dessen Tiere seien umgehend kontrolliert worden. „Dort gab es keine positiven Tests“, sagt Mareike Rein. Innerhalb des Beobachtungsgebietes seien anlassbezogene Tests vorgesehen, „wenn zum Beispiele viele Tiere in kurzer Zeit sterben“, erklärt sie.

Im Dezember gab es einen Geflügelpest-Ausbruch im Nachbarkreis Oldenburg

Es gelte insbesondere ein Verbot des Transports von Vögeln, frischem Fleisch von Geflügel und Federwild sowie Eiern in diese Zonen beziehungsweise aus diesen Zonen heraus. Hinweisschilder an den Hauptverkehrswegen weisen auf die Restriktionszonen hin.

Ein Ausbruch im Landkreis Diepholz sei für die Kreisverwaltung keine Überraschung, denn es gab bereits im Dezember des vergangenen Jahres im Nachbarkreis Oldenburg einen Geflügelpest-Ausbruch. Teile des Landkreises Diepholz gehörten zu der Zeit zum Beobachtungsgebiet. Diese Zone wurde zwar am 24. Januar aufgehoben. Aber: „Es ist vergleichbar mit der Vogelgrippe 2017. Da war es auch eine Zeit lang ruhig, bevor eine zweite Welle kam“, erklärt die Landkreissprecherin.

Rubriklistenbild: © Bettina Pflaum

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