Professor Michael Rosemann in Queensland als Anlaufstelle für 12.000 Deutsche

Gauck beruft Weyher zum Honorarkonsul für Brisbane

Der Leester KGS-Ehemalige Michael Rosemann gehört jetzt zum diplomatischen Corps.

Weyhe / Brisbane - Von Sigi Schritt. Michael Rosemann aus Weyhe gehört jetzt zum diplomatischen Corps. Bundespräsident Joachim Gauck hat den 48-jährigen Professor und Leiter der Wirtschaftsinformatik an der „Queensland University of Technologie“ als Honorarkonsul für Brisbane bestellt.

„Mein Vorgänger, Professor Michael Schütz, ist als Direktor an die Berliner Charité gegangen. Er hatte mich vorgeschlagen“, sagt der zweifache Familienvater, der seit 1999 in Australien lebt.

Als Honorarkonsul hat er diverse Verpflichtungen übernommen, die sich aber laut Rosemann gut mit seinem Beruf vereinbaren lassen. So ist das Konsulat mit ihm als Chef unter anderem Anlaufstelle für 12.000 Deutsche im Bundesstaat Queensland. Das bedeutet, dass er und seine Mitarbeiter im Jahr 1200 Passanträge bearbeiten. Dazu kommen zahlreiche Beurkundungen.

„Wir kümmern uns auch um Menschen in Not“, sagt Rosemann und zählt Fälle auf. Sie handeln von Deutschen, die in Unfälle verwickelt oder ins Gefängnis gekommen sind.

Das Amt ist laut Rosemann auch damit verbunden, die deutsche Gemeinschaft in allen Facetten zu pflegen. Dies beinhalte unter anderem politische, wirtschaftliche, bildungspolitische und kulturelle Themenbereiche. Unter anderem organisiert er eine Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit, pflegt eine Gemeinschaft von Sprachlehrern, heißt Austauschschüler willkommen, pflegt politische Kontakte und steht mit deutschen Unternehmen wie SAP sowie seinen konsularischen Kollegen aus anderen Ländern in Verbindung.

„Für mich stellt die Rolle des Honorarkonsuls eine einzigartige Gelegenheit dar. Ich kann mein Heimatland repräsentieren, zur politischen, ökonomischen sowie kulturellen Diskussion beitragen sowie wertvolle soziale Kontakte aufbauen und pflegen“, sagt Rosemann.

In seiner Eröffnungsrede hat er sich vor 200 Vertretern aus Politk, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur als Brückenbauer zwischen Australien und Deutschland porträtiert.

Er erinnert sich noch gut an seinen ersten Besuch in Australien. Damals schlug er ebenfalls eine Brücke: Er verband seinen Urlaub mit dem Besuch einiger ausgewählter Seminare an der Uni, an der er Ende 1998 für drei Monate erstmals gelehrt hat. „Ich genoss den australischen Lebensstil und die multikulturelle Atmosphäre“, blickt er zurück. Im Jahr 1999 erfolgte der Umzug nach Brisbane.

Der promovierte und habilitierte Wirtschaftsinformatiker wurde seither mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet, schrieb Bücher über sein Spezialgebiet und Artikel für Fachliteratur.

Außerdem kommt er gut rum. Denn er bekommt zahlreiche Einladungen zu Vorträgen, die ihn auf alle Kontinente führen. Er reiste unter anderem nach Hongkong, Peking, Moskau, Barcelona, Venedig, Rio de Janeiro, Santiago und in diverse Städte der USA. Rosemann bleibt seiner Heimat treu. Heute will er wieder in der Wesergemeinde vorbeischauen, die norddeutsche Küche genießen und vor allem seine Familie wiedersehen.

Für den 1967 in Bremen geborenen Wissenschaftler war „down under“ während seiner Schulzeit an der KGS Leeste (Abi 1987) stets der „sonnenverbrannte Kontinent“, bis subtropische Gewitter 2011 viel Regen brachten.

Als sich die Flut damals bis zur Uni ergoss, krempelte er – wie unzählige freiwillige Helfer – die Ärmel hoch. Denn auch schon vor dem Amt des Honorarkonsuls packte er gerne dort an, wo Hilfe nötig ist.

So ist es für den Diplomaten folgerichtig, dass er die Einnahmen, die über die Kostendeckung hinausgehen, in die Pflege der deutschen Gemeinschaft investiert. „Das kann unter anderem auch die finanzielle Unterstützung für das deutsche Filmfestival in Australien bedeuten“, sagt Michael Rosemann. „Insbesondere, und dass muss ich auch als Norddeutscher zugeben, freue mich auf die Ehre, dieses Jahr eines der größten Oktoberfeste der Welt in Brisbane eröffnen zu dürfen.”

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