Palliativstützpunkt bezieht ab Juli den Raum des Hospiz-Vereins in der Alten Wache

Ganzheitliche Begleitung

Karin Meiners, Vorsitzende des Hospizvereins, öffnet symbolisch die Tür für die Koordinatoren und Mitglieder des Palliativstützpunktes im Landkreis Diepholz. - Foto: Schritt

Leeste - Von Sigi Schritt. „Sie haben Krebs. Gehen Sie nach Hause und machen sich noch ein paar schöne Tage.“ So schroffe Formulierung wie diese müssen manchmal Schwerstkranke im Krankenhaus bei einem Entlassungsgespräch im Krankenhaus ertragen.

Der Mediziner Gerd Altrogge vom Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz kritisiert bei einem Pressegespräch in der Alten Wache in Leeste im Raum des Hospiz-Vereins das mangelnde Einfühlungsvermögen einiger Ärzte.

Aufgaben der Krankenkassen übernommen

Dieser Palliativstützpunkt-Verein hat laut seiner ersten Vorsitzenden Claudia Kemper die Aufgabe von den Krankenkassen übernommen, die wohnortnahe Versorgung der Schwerstkranken im Kreis zu organisieren, die nicht in ein Pflegeheim wollen (Telefon: 04271/95 28 72). 

Um nach Sulingen auch einen Anlaufpunkt im Nordkreis zu haben, wird der Verein ab Juli in der Alten Wache den Raum von Hospiz Weyhe beziehen, kündigt deren Vorsitzende Karin Meiners an. Eine der beiden hauptamtlichen Koordinatorinnen, Rieke Rohlfs und Bianca Sengün, wird dienstags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr in der Alten Wache zur Beratung zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr hatte der Stützpunkt 316 Menschen betreut. Etwa 25 bis 30 Prozent leben in den Nordkreisgemeinden Stuhr und Weyhe.

Lebensqualität soll aufrecht erhalten werden

„Die Menschen, um die es geht, sind medizinisch austherapiert. Wir können sie nicht von ihrer Erkrankung befreien, dafür aber für ihre letzten Tage hilfreich mit einem weitreichenden Netzwerk zur Seite stehen, um Lebensqualität aufrecht zu erhalten“, so Altrogge.

Die Palliativversorgung besteht aus einer ganzheitlichen und professionellen Begleitung, Behandlung und Pflege von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Krankheit und einer begrenzten Lebenserwartung. Die Betroffenen leiden unter „Ängsten und Sorgen, Übelkeit und schmerzhaften Zuständen“, so Altrogge. Mediziner und Pflegedienste spielen in einer professionellen Begleitung ebenso eine Rolle wie die Hospiz-Vereine. Bei der Versorgung der Schwerstkranken gebe es keine Budgetierung, informieren die Koordinatorinnen. Die Dienstleistung des Palliativstützpunktes gibt es nicht nur für Patienten, die an Krebserkrankungen leiden, sondern auch an Herz- und Nierenerkrankungen, so Altrogge. „Der medizinische Dienst spricht Empfehlungen aus, nur die Krankenkassen entscheiden, welche Mittel notwendig sind“, ergänzt der Arzt.

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