Posaunenchor fesselt Besucher bei Konzert

Gäste lauschen fast schon starr

Der Posaunenchor, unterstützt von Gästen, verzückt die mehr als 150 Besucher in der Felicianuskirche. - Foto: Husmann

Kirchweyhe - „Alles Blech“ hieß es am Samstagabend in der Felicianuskirche. Unter diesem Motto bot der Posaunenchor der Kirchengemeinde ein anspruchsvolles und unterhaltsames Konzert mit Kompositionen aus Renaissance und Barock sowie bekannten und beliebten Stücken der Gegenwart. Zur Vorbereitung waren die Musiker zu einem Probenwochenende nach Norderney gereist. Musikalisch verstärkt wurden die Weyher von Mitgliedern der Posaunenchöre Springe und Brinkum / Seckenhausen. Im Inselgemeindehaus erarbeiteten sie unter Leitung von Oscar Alemany Lopez intensiv die Feinheiten der 15 Stücke. Von dem gelungenen Ergebnis überzeugten sich mehr als 150 Besucher.

Nach der musikalischen Eröffnung mit „Ricercar del duodecimo“ des italienischen Komponisten Andrea Gabrieli (circa 1532 bis 1585) begrüßten Pastor Karsten Damm-Wagenitz und Gerd Brüning die Zuhörer. Musikalisch ging die Reise zunächst weiter durch die Renaissance: mit Werken der englischen Komponisten John Dowland und Anthony Holborne. Konzentration war bei den Darbietungen nicht nur bei den Akteuren zu spüren. Auch die Zuhörer schienen gefesselt. Gespannt lauschten sie den Klängen und verharrten zwischen den Sätzen beinahe in Starre.

Über tausend Werke umfasst allein die Instrumentalmusik des deutschen Barock-Komponisten Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767). Der Posaunenchor hat anlässlich des 250. Todestages des Vielschreibers daraus drei Kompositionen zu einer Suite zusammengestellt und diese beeindruckend in Dynamik und Ausdruck interpretiert – was mit viel Beifall belohnt wurde.

Mit „Peter und der Wolf“ widmete sich das Ensemble als nächstes unter dem Stichwort Programmmusik der wohl bekanntesten Komposition Sergej Prokofjews (1891-1953). Das Musikmärchen handelt von Peter, seinem Großvater und seinen Tieren. Trotz der Ermahnungen seines Opas vergisst Peter eines Tages das Gartentor zu schließen. Der umherschleichende Wolf nutzt seine Chance und frisst die Ente. Schließlich schafft es Peter, sich und seine Freunde aus der Klemme zu befreien. Erzählt wurde die Geschichte zwischen den verschiedenen Episoden von der Theologiestudentin Johanna Zercher. Ausdrucksstark, mit wechselnder Lautstärke und vielen Tempiwechseln nahmen sich die Bläser jedem Protagonisten der Erzählung unter dem gestenreichen Dirigat Alemy Lopez’ an. Lang anhaltenden Applaus gab es nach dem musikalischem Triumphzug der Jäger für die gekonnte Interpretation durch die Blechbläser.

Nach der Pause ging es mit goldenen Hits der Zwanziger- und Dreißigerjahre beschwingt weiter. Zu den bekannten Melodien „Ein Freund, ein guter Freund“, „Mein kleiner Grüner Kaktus“ und „Wochenend und Sonnenschein“ von den „Comedian Harmonists“ wippten die Füße im Publikum mit und es wurde sogar mitgesungen.

Zum Abschluss der musikalischen Reise bekamen die Gäste in der Kirche noch mittelamerikanisches Flair zu spüren. Bei mexikanischen Rhythmen des „Mariachi‘s Brass“ und „Milonga Sentimental“ konnte man sich förmlich die Mariachi mit Sombreros und feinen Anzügen vorstellen.

Mit begeistertem Applaus wurden auch die „Posamba“ und der Klassiker „El Condor pasa“ bedacht, bevor ein begeisternder Konzertabend mit Ovationen und zwei Zugaben seinen Ausklang fand. - ug

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