Strategiewechsel: Gemeinde bläst Anbau-Projekt am Dreyer Kita-Standort vorerst ab

Für neue Krippe muss Wohnhaus weichen

Diese Kita sollen künftig nur Kinder besuchen, die dem Krippen-Alter entwachsen sind.  
Foto: Sigi Schritt
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Diese Kita sollen künftig nur Kinder besuchen, die dem Krippen-Alter entwachsen sind. Foto: Sigi Schritt

Weyhe – Die Gemeinde wechselt in Sachen Kinderbetreuung kurzfristig die Neubaustrategie, wie aus der Verwaltung zu erfahren war. In der unmittelbaren Nachbarschaft des Kindergartens Sudweyhe will die Gemeinde mit einem Neubau ein Krippenhaus entstehen lassen. Kosten: rund 1,4 Millionen Euro.

Mit diesem Vorhaben entfällt – kurzfristig – der geplante Anbau am Kindergarten in Dreye (1,8 Millionen Euro). Das wird auch Thema im Schulausschuss sein, der am kommenden Mittwoch im Rathaus tagt.

Doch der Reihe nach: Wie der zuständige Fachbereichsleiter Fabian von Weyhe erläutert, wollte die Gemeinde – wie von der Politik gewünscht – in einem Anbau in Dreye Platz für eine Kindergarten- und zwei Krippengruppen schaffen. Obwohl die Nachfrage eher aus anderen Ortsteilen wie Kirchweyhe stammt, hatte die Gemeinde Dreye deshalb ins Auge gefasst, weil die Lage für berufstätige Pendler und der einzigen Erweiterungsmöglichkeit an diesem Ort zu diesem Zeitpunkt ideal war.

Wie berichtet war eine Erweiterung an anderen Kita-Standorten nicht möglich – entweder weil es keine freie Fläche mehr gab oder aber die Kapazität (maximal sechs Gruppen) ausgeschöpft war.

Zusammen mit der Kita Südlich Reinsweg, die derzeit gebaut wird, sollte mit Dreye die prognostizierten Bedarfe abgedeckt werden – so der Plan.

Nun hat sich die Ausgangslage für die Gemeinde positiv geändert. Neben der Kita Sudweyhe befindet sich ein Grundstück, was der Gemeinde gehört, das nun eine Rolle spielt. Die hintere Hälfte des Wohnhauses wurde als Personalraum genutzt, die vordere Hälfte war vermietet. Das Mietverhältnis endete kurzfristig, bestätigte Fabian von Weyhe. Wegen eines Sanierungstaus will die Gemeinde das Gebäude abreißen. Auf dieser freien Fläche könnte dann in einem Neubau zwei Gruppenräume entstehen. Die wären dann nach den Vorstellungen der Gemeinde nur für Krippenkinder vorgesehen. Die Kita nebenan würden laut von Weyhe später nur ältere Kinder besuchen.

In der Kita Sudweyhe gibt es derzeit vier Kita-Gruppen, davon ist eine reine Nachmittagsgruppe, die aber aufgelöst werden soll. Außerdem ist in dem Haus eine Krippengruppe untergebracht.

Von Weyhe sieht mehrere Vorteile im Stategiewechsel. Zwar könnten in Sudweyhe nur zwei Gruppen zusätzlich eingerichtet werden und nicht drei wie in Dreye, doch dafür bleibt dort immerhin eine Erweiterungsfläche bestehen. Das bedeutet, dass im Fall eines unvorhergesehenen kurzfristigen Bedarfs in Dreye wieder auf einen Mobilbau gesetzt werden kann. Für den Mobilbau, der derzeit genutzt wird, endet die Mietdauer im September. Möglicherweise wird der Vertrag um weitere Monate verlängert – bis die Leester Kita Südlich Reinsweg in Betrieb gegangen ist. Denn dort gebe es rechnerisch einen Puffer von einer Gruppe, die in das Bedarfs-Gesamtkonzept mit einfließt.

Die Kosten für den Bau in Sudweyhe hat die Verwaltung auf 1,4 Millionen veranschlagt. Für weitere 50 000 Euro würde die Gemeinde eine Erstausstattung anschaffen. Fördermittel gibt es auch – 180 000 Euro. Den Eigenanteil beziffert die Gemeinde auf rund 1 270 000.

Im Vergleich zum angedachten Neubauprojekt im Weyher Ortsteil Dreye würde die Gemeinde zwar im Saldo einen Gruppenraum nicht bauen, sie spart aber in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 eine Summe von etwa 245 000 Euro ein.

Von Sigi Schritt

Die Gemeinde will dieses Wohnhaus abreißen. Auf diesem Areal soll das neue Krippengebäude entstehen. Foto: Sigi Schritt

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