1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Weyhe

Sozialdemokraten setzten sich für mindestens einen inklusiven Spielplatz in Weyhe ein

Erstellt:

Von: Sigi Schritt

Kommentare

Astrid Schlegel, Falk Brozio und Katrin Kurtz.
Müssen zu diesem Klettergerüst zunächst durch den Sand: Astrid Schlegel, Falk Brozio und Katrin Kurtz. © Sigi Schritt

Sozialdemokraten setzten sich für mindestens einen „inklusiven Spielplatz“ in Weyhe ein

Weyhe – Es wäre nicht nur eine Premiere für Weyhe, sondern für den Nordkreis: ein inklusiver Spielplatz. Die Sozialdemokraten haben an die Weyher Verwaltung einen Antrag mit der Forderung eingereicht, an einem gut erreichbaren Punkt der Wesergemeinde einen solchen Platz einzurichten oder einen bestehenden Spielplatz umzurüsten.

Der Antragsteller Falk Brozio bittet Bürgermeister Frank Seidel, den SPD-Antrag im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen zu behandeln. Die Sozialdemokraten wünschen sich, dass ein solcher Spielplatz noch in diesem Jahr entsteht. Nach ihren Vorstellungen könnte der am Marktplatz umgestaltet werden.

Was sich die Sozialdemokraten genau vorstellen, erläutern Ratsherr Falk Brozio, Ratsfrau Katrin Kurtz und Ratsvorsitzende Astrid Schlegel: Der Spielplatz sollte für Menschen mit Behinderungen zugänglich sein. Die Sozialdemokraten bemängeln am Marktplatz-Spielplatz bereits den Eingangsbereich: Wer mit einem Rollstuhl vom Bürgersteig auf die Spielplatz-Fläche rollt, muss einen kleinen Höhenunterschied überwinden.

Kein Problem beim Befahren des Geländes, so Brozio. Will man aber wieder zurück auf den Bürgersteig, müsse jener Höhenunterschied bewältigt werden. Eine gewisse Kraftanstrengung sei nötig, verdeutlicht Brozio das Problem: „Ein Rollstuhlfahrer kommt vielleicht zur Bank und zurück, aber nicht mehr über die Bürgersteigkante.“

Will ein Rollstuhlfahrer oder eine Rollstuhlfahrerin ein Kind ans Spielgerät bringen, müsse sich die Person zunächst mit den Rollstuhlrädern durch den Sand quälen. Ähnliche Schwierigkeiten treten auf, wenn Menschen, die mobilitätseingeschränkt sind, zur Rutsche oder zum Klettergerüst wollen. Astrid Schlegel schlägt vor, dass solche Spielgeräte mit stoßmindernden Matten ausgerüstet werden. „Jeder McDonald’-Spielplatz hat solche Untergründe“, ergänzt Falk Brozio.

Für Katrin Kurtz ist es wichtig, dass alle Menschen in allen Altersstufen an der Freizeitgestaltung teilnehmen können.

„Wir brauchen mindestens einen inklusiven Spielplatz, besser sind mehr“, so Brozio. Deshalb verfolgt der SPD-Antrag zudem das Ziel, dass die Weyher Verwaltung ein Konzept entwickelt, wie weitere, schon bestehende Kindergärten fortentwickelt werden könnten.

Bei der Erarbeitung des Konzeptes sollten der Behindertenbeirat, die Vertreter der Weyher Kindertagesstätten und Grundschulen sowie Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen sowie diese Kinder selbst eingebunden werden, schlagen die Sozialdemokraten vor. Sie zitieren die Aktion Mensch. „Wenn jeder Mensch mit oder ohne Behinderung überall dabei sein kann, dann ist das gelungene Inklusion. Auf einem inklusiven Spielplatz ist jedes Kind willkommen und findet zahlreiche Möglichkeiten Spaß zu haben. In Deutschland ist jedoch nur ein Bruchteil der Spielplätze inklusiv ausgerichtet.“

Bordsteinkante.
Wer am Spielplatz vorbeiläuft, bemerkt die Kante vielleicht nicht, ein Rollstuhlfahrer spürt sie aber. © Schritt, Sigi

Auch interessant

Kommentare