Die frisch gebackene „Weyherin des Jahres“ Waltraud Wittrock im Porträt

Viele gewonnene Tage

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Waltraud Wittrock engagiert sich seit 55 Jahren im Roten Kreuz Kirchweyhe.

Kirchweyhe - Von Philipp Köster. In Waltraud Wittrocks Hausflur liegt neben unzähligen Puppen ein Stein. Darin ist ein Spruch eingraviert: „Der verlorenste Tag ist der, an dem man nicht gelacht hat.“ Das scheint eine Art Motto der frisch gebackenen „Weyherin des Jahres“ zu sein. Zumindest ist sie ein fröhlicher Mensch. Man hat in Wahrheit ja auch nicht immer was zu lachen. Aber Waltraud Wittrock hat immer was zu tun. Und das seit Jahrzehnten. Für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement im Roten Kreuz Kirchweyhe hat ihr für den Rat Bürgermeister Andreas Bovenschulte den Titel verlieren.

„Ich bin da so reingerutscht. Wie in viele Dinge“, erinnert sich die gebürtige Nordwohlderin an die Anfänge. Helmut Evers hatte sie Ende der 1950er-Jahre zu einem Erste-Hilfe-Kurs mitgenommen. Gemeinsam mit Hannelore Klatte, der Tochter des damaligen Sudweyher Bäckers, bei dem die junge Waltraud als Hauswirtschafterin arbeitete, absolvierte sie auch einen Sanitätslehrgang. Verletzte verbinden, Brüche schienen – „vieles davon macht man heute gar nicht mehr“, sagt die Kirchweyherin. Ihren ersten Bereitschaftsdienst absolvierte sie bei der 1100-Jahr-Feier Kirchweyhes 1960.

Dann musste sie für das Rote Kreuz aber erstmal pausieren. Denn Schlag auf Schlag gebar Waltraud Wittrock eine Tochter und vier Söhne. Noch als sie klein waren – Thomas, der Jüngste, kam 1967 zur Welt – stieg sie wieder beim DRK ein und schob Dienst, etwa bei den Schwarmer Grasbahnrennen.

Später wechselte sie dann in den Küchenzug. Erst in einem Unimog, dann in einem ausrangiertem Bundeswehrfahrzeug war die Küche untergebracht. Damit bereiteten die Rotkreuzler um Waltraut Wittrock ganze Menüs zu. Bis heute, etwa beim großen Pfingstturnier des TSV Weyhe-Lahausen. Dann gibt es Schnitzel, Koteletts, Spaghetti bolognese, aber keine Erbsensuppe, wie wahrscheinlich viele mit einer klassischen Feldküche assoziieren. „Das essen die Kinder nicht.“

Waltraud Wittrocks acht Enkel essen alles. „Lecker sind die nicht. Meine Tochter Annette sagt immer: ,Kinder, die bei Oma und Opa essen, essen alles.‘“

Unter anderem auch Oma Wittrocks Kartoffelsalat. Den macht sie immer für den Blutspendetermin am Donnerstag. Mittwochs kocht die zweite Vorsitzende 20 Pfund Kartoffeln, und mit ihren Mitstreiterinnen geht es dann ans Pellen und Zubereiten – schön auf schlesische Art mit Gekochter, Zwiebeln, Mayonnaise, Joghurt, sauren Gurken und 100 Eiern. „Das geht nur im Team, darauf lege ich großen Wert.“

Durchschnittlich 300 bis 350 Spender kommen zu den beiden Blutspendetagen pro Termin in der KGS Kirchweyhe. Zurzeit übernimmt Waltraud Wittrock auch den zweiten Salat für den Freitag, weil das Ehepaar Apel ausfällt. „Der Kartoffelsalat wird immer alle.“

Auch bei der Weihnachtswunschbaumaktion des DRK ist die 75-Jährige dabei, hängt die Wunschzettel der Kinder an den Tannenbaum in der Sparkasse und verteilt Pakete.

Bei so viel Engagement für das DRK – bleibt da noch Zeit für Hobbys? Waltraud Wittrock hat immer schon, gerne Tagesausflüge unternommen. Doch obwohl sie im Bremer Flughafen geputzt hat, ist sie nur zwei Mal geflogen.

Dann sind da ihre Puppen, eine lebensgroße kleidet sie immer der Jahreszeit entsprechend. Und schließlich sammelt sie alte Kaffeekannen. Benutzen tut sie keine der 70 Schmuckstücke. „Ich habe eine Kaffeemaschine“, sagt Waltraud Wittrock und lacht.

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