Melchiorshauser Einschulungsjahrgang 1976 trifft sich alle 5 Jahre

Freitod der Lehrerin schweißt Schüler zusammen

Die ehemaligen Melchiorshauser Schüler 40 Jahre nach ihrer Einschulung. Der damalige Klassenlehrer Hans-Werner Schwarz kommt stets zu den Treffen, die alle fünf Jahre über die Bühne gehen. - Foto: hu

Melchiorshausen - Von Heiner Büntemeyer. Zu einem außergewöhnlichen Klassentreffen kamen am Sonnabend Ehemalige der Grundschule Melchiorshausen im Restaurant „RiBecca“ zusammen. Sie waren 1976 eingeschult worden. Außergewöhnlich darum, weil sie sich alle fünf Jahre treffen, seit dem sie noch Jugendliche waren und weiterführende Schulen besuchten.

Dieser ungewöhnlich enge Zusammenhalt, der auch ihren damaligen Klassenlehrer und späteren FDP-Landtagsvizepräsident Hans-Werner Schwarz mit einbezieht, hat eine sehr tragische Ursache: Seinerzeit war Carola Dietrich ihre Klassenlehrerin in Melchiorshausen, deren früher Freitod damals die ganze Gemeinde erschütterte.

Besonders davon berührt war natürlich die damalige 3. Klasse, für deren Schüler der völlig unerwartete Tod ihrer Klassenlehrerin das prägendste Ereignis der gesamten Schulzeit war.

Damals wurde als Ersatz für Carola Dietrich Hans-Werner Schwarz aus Diepholz nach Melchiorshausen abgeordnet. Es war seine erste Planstelle, die von ihm sofort besonders große Sensibilität verlangte. Der junge und noch unerfahrene Lehrer fand eine Klasse mit sehr engagierten Eltern vor, die ganz eng mit ihm zusammenarbeiteten. In der Kombination Lehrer-Schüler-Eltern wurden die traumatischen Ereignisse gemeinsam aufgearbeitet. Dabei entstand ein ungewöhnlich enger Kontakt, den die Beteiligten auch nach der Grundschulzeit pflegten.

Schwarz hatte zu dem Treffen Briefe mitgebracht, die ihm seine Sprösslinge damals geschickt hatten. Einige dieser Briefe las er während des Abends im „RiBecca“ vor.

Ungewöhnlich war an diesem Klassentreffen, dass auch die Eltern der Schüler daran teilnahmen, und das nicht zum ersten Mal. Sie gingen aber zeitig und baten Hans-Werner Schwarz wie schon vor 40 Jahren: „Passen Sie schön auf unsere Kinder auf!“

Tanja Anton (Wetjen) und Uwe Resas hatten die Zusammenkunft organisiert. Sie hatten auch ein altes Klassenfoto mitgebracht und baten ihre Mitschüler, sich für ein Foto genauso aufzustellen wie vor 40 Jahren. Bis auf zwei verhinderte Mitschüler waren alle gekommen, aber die beiden hatten sich schriftlich bei allen Klassenkameraden entschuldigt.

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