Riss in Marmorkies-Anlage 

Freibad Weyhe: 20 .000 Euro für drei neue Reaktoren

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Schwimmmeister Markus Kuske zeigt auf den ersten Riss in der alten Marmorkies-Reaktoranlage. Dieser wurde mittlerweile geflickt – dafür ist die Kunststoffsäule an einer anderen Stellen kaputtgegangen.

Weyhe - Von Katharina Schmidt. Die Gemeinde Weyhe will im kommenden Jahr 20.000 Euro in eine neue Marmorkies-Reaktoranlage investieren. Bei dem Wort „Reaktor“ denken viele vermutlich zunächst an Atomkraft und gigantische, dampfende Schornsteine – aber es besteht kein Grund zur Sorge. Die Anlage hat mit Radioaktivität & Co. nichts zu tun. Sie soll für den passenden pH-Wert des Wassers im Freibad sorgen.

Schon seit Jahren stehen im Filterhaus – dabei handelt es sich um das Gebäude neben dem Nichtschwimmerbecken – drei graue Behälter, die mit Marmorkies befüllt sind. Jeder einzelne ist gut einen Meter hoch und hat ein Fassungsvermögen von 200 Litern. Das Problem: Vor einiger Zeit haben die Mitarbeiter des Freibads einen Riss in einem der Säulen entdeckt. „Wir haben versucht, ihn abzudichten“, berichtet Schwimmmeister Markus Kuske. Daraufhin sei der Reaktor an einer anderen Stelle kaputtgegangen. Letztlich sei die Entscheidung gefallen, die komplette Anlage zu erneuern.

Die ausgedienten Behälter weichen voraussichtlich in der kommenden Woche. Kuske schätzt, dass sie mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben. Die Nachfolgemodelle bestehen aus robustem, druckstabilem und glasfasergestärktem Kunststoff. Liefertermin ist im Frühjahr.

Doch wie genau funktioniert eine Marmorkies-Reaktoranlage? Um diese Frage zu beantworten, holt Kuske etwas weiter aus. „Wir desinfizieren das Wasser im Freibad mit Chlorgas“, erklärt er. Dabei entsteht durch eine chemische Reaktion Salzsäure. Diese senkt den pH-Wert des Wassers. Dieser soll aber eigentlich gar nicht niedriger werden. An dieser Stelle kommt der Marmorkies ins Spiel. Das mit Chlorgas versetzte Wasser strömt durch das helle Granulat. Währenddessen zersetzt die Salzsäure den Marmorkies. Der Kies löst sich auf, die Salzsäure wird neutralisiert, der pH-Wert reguliert.

„Wir wollen ja nicht Chemie ohne Ende im Wasser“

Das ganze Prozedere führt letztlich dazu, dass die Mitarbeiter des Freibads weniger Chemie einsetzen müssen. Denn der pH-Wert kann und wird auch über die Zugabe von Natronlauge zum Wasser gesteuert. Dank der Marmorkies-Reaktoranlage wird weniger davon benötigt. „Wir wollen ja nicht Chemie ohne Ende im Wasser“, sagt Kuske.

Die neue Anlage kommt vielen Weyhern zugute. In diesem Jahr zählten die Kassierer rund 72. 800 Besuche.

Wo im Frühjahr und Sommer Schwimmer ihre Rundendrehen und Kinder planschen, herrscht derzeit Stille. Außer dass zum Beispiel Pfosten einen neuen Anstrich bekommen, passiert im Außenbereich laut Kuske nicht viel. Die Becken im Freibad sind übrigens trotzdem mit Wasser gefüllt. Andernfalls würden laut Schwimmmeister im Winter deren Fliesen kaputtfrieren.

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Weyhe für das Freibad knapp 600. 000 Euro aufgewendet. Darin inbegriffen sind Personalkosten, Abschreibungen, Miete und vieles mehr. Insgesamt sind die Kosten seit 2013 gestiegen. Damals lagen sie bei rund 545. 000 Euro. „Jedes Schwimmbad ist ein Zuschussgeschäft“, so Kuske.

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