Bildhauersymposium in Sudweyhe

Frauen ohne Angst vor Kettensägen

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Rustikal bearbeiten die Teilnehmer des Bildhauersymposiums ihre Materialien.

Sudweyhe - Von Angelika Kratz. „Wer klopft denn da?“, lautete am Wochenende die große Frage rund um die romantische Anlage der Sudweyher Wassermühle. Das alljährliche Bildhauersymposium lockte wieder Künstler aus dem ganzen norddeutschen Raum in die Gemeinde Weyhe. Die schmückte sich zudem zum Motto „Kunst & Rad“ mit offenen Ateliers und vielen roten und blauen Ballons an der Wegstrecke. Das Wetter passte sich mit leicht bewölktem, dennoch regenfreiem Himmel genau richtig für die Radler und neugierigen Gäste an.

„Stein ist meins“, sagte Barbara Bartel, die bereits in der heimischen Werkstatt ihren roten Travertin aus Persien mit schwerem Gerät annähernd in die Form gebracht hatte. Drei Räder sollen daraus entstehen, „aber wenn eins abbricht, habe ich ja immerhin noch ein Fahrrad“, gab es von ihr ein fröhliches Lachen.

Gute Laune verbreitete sich unter allen Pavillons und steckte die neugierigen Besucher an. „Darf ich das berühren?“, wurde zum Beispiel die Holzkünstlerin Hilde Weiper gefragt, deren spontane Antwort „natürlich“ lautete. Verlockend waren ihre Holzobjekte, bei denen sogar der Baumkrebs mit seiner schroffen Struktur zu Ehren kam. Am liebsten arbeite sie mit Holz von Esskastanien, Obsthölzern oder dem ebenso harten Holz der Akazien, erklärte sie.

Die oft frauliche Angst vor Kettensägen, Bohrern oder Schleifmaschinen haben die Bildhauerinnen längst zur Seite gelegt. So gab es auch bei Hilde Weiper nur ein müdes Lächeln hinsichtlich ihres mitgebrachten „Fuhrparks“ zur Bearbeitung des neuesten Projekts.

Bildhauersymposium und Ausstellung „Skulptura“ in der Wassermühle

 © Heinfried Husmann
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„Ich sag ‘nen Ton“, versuchte sich Weyhes Bürgermeister Andreas Bovenschulte Gehör für seine offiziellen Begrüßungsworte zu verschaffen. Nicht einfach bei der arbeitsintensiven Geräuschkulisse, zu der auch die Band „Cross Over“ mit ihrem Soundcheck beitrug. Barbara Bartel, deren Arbeitstisch unter dem großen Sonnensegel direkt vor der Bühne stand, mischte ebenfalls mit perfekten Hammerschlägen mit.

„Einst einmal gemacht, dann das zweite Mal als Fortsetzung, und beim dritten Mal war das Bildhauersymposium bereits Brauchtum und fest verankert im Weyher Kalender“, erinnerte Bovenschulte und dankte Brunhild Buhre vom Verein Kunst in der Provinz für eine erneut glückliche Kooperation bei der nunmehr 15. Veranstaltung. Die Kommunikation mit den Besuchern und der Austausch von Erfahrungen untereinander bildeten den Reiz solcher Wochenenden, an denen laut Bovenschulte eigentlich genauso viel geredet wie gearbeitet wird.

Den Worten des Bürgermeisters schloss sich Brunhild Buhre an. Sie betonte die große Chance solcher Veranstaltungen für die oft weit verstreuten Vereinsmitglieder, den Kontakt untereinander aufzunehmen.

Zur Vollendung braucht es mehr Zeit

In zwei Tagen eines Bildhauersymposiums werden die Werke nicht vollendet. Dafür braucht es viel Zeit. Die Ergebnisse sehen die Besucher im Folgejahr in der Ausstellung „Skulptura“ in der Wassermühle. Unter dem Thema „Wachstum“ waren erstaunliche Objekte aus Stein und Holz entstanden, bis hin zum zerbrechlichen Glas mit Grashalmen und Pusteblumen-Samen von Carola Goetz.

Während oben in der Wassermühle geschaut und gestaunt wurde, erklang draußen die Musik von „Cross Over“ mit Allroundkünstler Uwe Hansmann, Claas Gesing, Oli Scholle und Olga Witt mit ihrer großartigen Stimme. Ein dickes Lob heimste Hadda Stock vom Weyher Kulturbüro für einen tollen Flyer und eine perfekte Organisation des künstlerischen Wochenendes ein.

Für ein wenig Traurigkeit sorgte die Aussage von Bildhauer Gert Schröder, einem der Urgesteine des Symposiums: „Ich höre nächstes Jahr auf, dann habe ich meinen letzten Stein verarbeitet.“ Das mochte man dem 84-Jährigen hinsichtlich seiner schier ungebremsten Schaffensfreude nicht glauben.

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