Bovenschulte-Nachfolger gefunden

Frank Seidel ist neuer Bürgermeister in Weyhe: SPD-Mann holt knapp 60 Prozent

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Frank Seidel (Mitte) gewinnt die Bürgermeisterwahl. Andreas Bovenschulte (rechts) gehört zu den ersten Gratulanten.

Die Gemeinde Weyhe hat einen neuen Bürgermeister. Mit absoluter Mehrheit hat Frank Seidel von der SPD die Wahl am Sonntag gewonnen. Obwohl es drei Gegenkandidaten gab, wird es keine Stichwahl geben.

Weyhe - „Ich freue mich riesig über das Vertrauen der Leute“, kommentiert ein überglücklicher Frank Seidel das Ergebnis der Weyher Bürgermeisterwahl. Insgesamt 7286 Stimmen entfielen auf den 50-Jährigen aus Lahausen – das entspricht 59,81 Prozent der Wähler. Damit ist klar: Seidel wird die Nachfolge von Andreas Bovenschulte antreten.

Die Kandidatin Annika Bruck (Grüne) sicherte sich 2458 Stimmen (20,18 Prozent), und Einzelbewerber Dietrich Struthoff holte 1958 Stimmen (16,07 Prozent). Den Namen Torsten Kobelt (Die Partei) kreuzten immerhin 480 Wählerinnen und Wähler an – 3,94 Prozent.

„Das ist irre“, so Seidel. Er habe mit einer Stichwahl gerechnet, aber nicht mit einem „so klaren Ergebnis“, sagt er erfreut. „Meine Frau Heike hat an mich geglaubt und rechnete mit einem Zuspruch von mehr als 50 Prozent“, berichtet er in der Nacht zu Montag während einer spontanen Feier im Restaurant „Nico, der Grieche“. Das Wählervotum sieht er als „Riesenverantwortung“. Wann es genau für ihn losgeht, wisse er noch nicht. Frank Seidel verspricht, „allen die Hand zu reichen“.

Rührende und herzliche Szenen im Weyher Rathaus

Dass ihm viele den Sieg gönnen, zeigten die rührenden und herzlichen Szenen, die sich im Rathaus abspielten. Für Beobachter war es unübersehbar: Es ist der Tag Frank Seidels.

Der 50-Jährige erschien kurz vor 19 Uhr – Arm in Arm mit seiner Frau Heike. Als der Wahlgewinner den Ratssaal betrat, stürmten viele auf ihn zu. Allen voran gratulierte Annika Bruck. „Die Wähler haben es honoriert, dass Frank Seidel seit Jahren ehrenamtlich arbeitet, immer präsent und Ansprechpartner ist.“ Sein Bekanntheitsgrad sei enorm. „Er hat es verdient, Bürgermeister zu werden“, so Bruck. Sie freute sich, dass die Wähler tatsächlich unter mehreren Kandidaten auswählen konnte.

In Jeebel 68 Prozent für SPD-Mann Seidel

Die Stimmung genoss Bruck. Sie glaubt, dass die bislang gute Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Dass Frank Seidel einen Sieg einfahren wird, habe sie geahnt, nachdem der Wahlbereich Ahausen ausgezählt worden ist. Ahausen sei „normalerweise eine grüne Hochburg“, erklärte sie. Dort holte Seidel immerhin 48,48 Prozent – in anderen Wahllokalen war es – durch die Bank – mehr als 50 Prozent (Jeebel: 68 Prozent).

Als „nette Party“ bezeichnete Bürgermeister-Kandidat Torsten Kobelt die Feier im Ratssaal. Auch seine Laune war prima, obwohl sein Traum, ein zweistelliges Ergebnis einzufahren, geplatzt ist. „Dafür hat mein Wahlkampf mit Plakaten und Kabelbindern nur 170 Euro gekostet.“ Kobelt habe während der vergangenen Wochen und Monate viel über die Wesergemeinde gelernt. „Ich habe neue Orte und Menschen kennengelernt.“ Weshalb auch er geglaubt hat, dass Seidel das Rennen macht? „Er ist ein uralter Weyher und kennt viele persönlich“, erklärt Kobelt. Er hatte aber mit einer Stichwahl zwischen Bruck und Seidel gerechnet. Für Kobelt ist die Wahl eine „gute Werbung“ für die kommende Kommunalwahl. „Wir wollen einen Ortsverband gründen“, so Kobelt im Trubel der Gratulantenschar.

Andreas Bovenschulte bei Bürgermeisterwahl im Rathaus

Neben vielen Freunden und Weggefährten war auch Andreas Bovenschulte gekommen. An seiner alten Wirkungsstätte nahm er nun Frank Seidel in seine großen Arme.

Der Bremer Senatspräsident lobte nach der Feier „den fairen Wahlkampf“. „Ich freue mich auf eine Zusammenarbeit mit dem neuen Weyher Bürgermeister.“

Als einziger aus der Riege der Bürgermeister-Kandidaten hat sich Dietrich Struthoff nicht im Rathaus blicken lassen. Er habe Frank Seidel „gratuliert“, sagte er. „Die Mehrheit will Seidel, und das erkenne ich an.“

Struthoff und sein Team hätten sich nichts vorzuwerfen. „Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht“, blickt Struthoff zurück. Dass die Wähler in der sozialdemokratischen Hochburg sich für den SPD-Fraktionsvorsitzenden entschieden haben, habe Struthoff nicht wirklich überrascht. Außerdem habe Seidel im Wahlkampf ordentlich Gas gegeben. „Mit Stephan Weil und Andreas Bovenschulte haben Seidel zwei Ministerpräsidenten unterstützt.“ Struthoff will schnell zur Tagesordnung übergehen, sagte er. Montagabend sei Fraktionssitzung seiner Partei.

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